Selbstverfreilich gibt es Berlin-Prenzlauer Berg!!!
Wer den nicht kennt, hat die Welt verpennt!!!

Mein Zuhause - meine Heimat - mein Kiez - meine Identität
Mein Lebensmittelpunkt wurde 2001 zum Ortsteil degradiert - seufz

 

Prenzlauer Berg

Weißensee

Pankow

ZwangsPankow

Fläche insgesamt :

1.095 ha

3.016 ha

6.190 ha

10.301 ha

Gebäude- und Freifläche

596 ha

1.206 ha

1.749 ha

3.551 ha

Betriebsfläche

5 ha

18 ha

142 ha

165 ha

Erholungsfläche

145 ha

542 ha

725 ha

1.413 ha

Verkehrsfläche

314 ha

408 ha

653 ha

1.375 ha

Landwirtschaftsfläche

13 ha

694 ha

1.201 ha

1.908 ha

Waldfläche

------

17 ha

1.209 ha

1.225 ha

Wasserfläche

------

36 ha

108 ha

144 ha

Flächen anderer Nutzung

22 ha

94 ha

403 ha

520 ha


Wo ich persönlich ab und an mal zu finden bin:


CoctailPizzeria Mosaik, Greifenhagener Str. 26, 10439 Berlin


Kino
Colosseum, Schönhauser Allee 123, 10437 Berlin
http://www.uci-kinowelt.de/colosseum_berlin


Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178  Berlin
http://www.babylonberlin.de


Mauerblümchen, Wisbyer Str. 4, 10439 Berlin
http://www.hog-mauerbluemchen.de


Xion, Stargarder Str.69, 10437 Berlin (Ecke Pappelallee)
http://www.xion-berlin.de


Konnopke, Schönhauser Allee 44a, 10437 Berlin
http://www.konnopke-imbiss.de


Virtual World Multimedia Vertriebs GmbH
Erich-Weinert-Str. 17, 10439 Berlin
Fon: 030 - 446 50 320 & Fax: 030 - 446 50 321
http://www.virtual-world.de


Prenzlauer Allee 104, 10409 Berlin, Fon: 030 / 42161893
Mo-Fr 7.00 - 24.00, Sa 7.00 - 23.30
(Ich bin meist nach 22.00 Uhr dort.)



Schönhauser Allee
= u. a. aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Schönhauser Allee ist die größte Einkaufsstraße im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und eine bedeutende Verkehrsachse vom Schönhauser Tor in den Norden von Berlin. Den Namen verdankt die Straße dem Schloß Schönhausen im Pankower Stadtteil Niederschönhausen. Laut Lexikon der Berliner Straßennamen trägt die Schönhauser Allee seit dem 27. Dezember 1841 ihren heutigen Namen. Von ungefähr 1490 bis zum 17. Jahrhundert hieß die Straße demnach Pankowscher Landweg, anschließend, bis ungefähr 1825/26, wurde sie Schönhauser Weg genannt. Vor ihrer endgültigen Umbenennung in Schönhauser Allee hieß die Straße rund 15 Jahre lang Chaussee vor dem Schönhauser Tor. Als weitere Namen sind noch Schönhausensche Landstraße, Chaussee nach Pankow, Chaussee nach Niederschönhausen, Pankower Chaussee überliefert.
Die Schönhauser Allee ist eine der sieben nach Norden und Osten führenden radialen Ausfallstraßen, die vom historischen Zentrum der Stadt, also im Wesentlichen vom Alexanderplatz, ausgehen. Diese sind, im Uhrzeigersinn: Brunnenstraße, Schönhauser Allee, Prenzlauer Allee, Otto-Braun-Straße/Greifswalder Straße, Landsberger Allee, Karl-Marx-Allee/Frankfurter Allee, Holzmarktstraße/Mühlenstraße/Stralauer Allee.
Die Allee beginnt an der Kreuzung Torstraße/Rosa-Luxemburg-Straße, dem früheren Schönhauser Tor der Berliner Zollmauer, an der Grenze zwischen den Stadtteilen Mitte und Prenzlauer Berg als Verlängerung der Alten Schönhauser Straße. Sie verläuft auf etwa 3 km Länge durch den ganzen Stadtteil und geht an der Einmündung der Schonenschen Straße, an der Grenze zum Ortsteil Pankow, in die Berliner Straße über. Ihren Mittelpunkt hat sie ungefähr an der Kreuzung zur Eberswalder Straße/Danziger Straße (Geografische Lage:
Koordinaten: 52° 32' 28 N, 13° 24' 45 O52° 32' 28 N, 13° 24' 45 O).
Wichtige Querstraßen sind der Straßenzug Schwedter Straße/Metzer Straße am Senefelderplatz, der Straßenzug Eberswalder Straße/Danziger Straße, an derselben Kreuzung münden auch die Kastanienallee und die Pappelallee ein, der Straßenzug Gleimstraße/Stargarder Straße, der Straßenzug Schivelbeiner Straße/Wichertstraße, und der Straßenzug Bornholmer Straße/Wisbyer Straße wenige Meter vor dem nördlichen Ende der Schönhauser Allee.
Die Schönhauser Allee ist auch für das öffentliche Verkehrsnetz eine wichtige Straße. Die Straße wird in ganzer Länge von der U-Bahn-Linie U 2 durchfahren. In der Schönhauser Allee befinden sich drei U-Bahnhöfe dieser Linie (Senefelderplatz, Eberswalder Straße und Schönhauser Allee). Am Hochbahnhof Schönhauser Allee kreuzt die Straße den S-Bahn-Ring, dies ist der wichtigste ÖPNV-Knoten des Stadtteils. In der (lebendigeren) Nordhälfte der Straße fahren außerdem Straßenbahnen der Linie M 1, sie hat in der Schönhauser Allee vier Haltestellen. Im Zuge der Kastanienallee und Pappelallee kreuzt die Straßenbahnlinie 12 die Schönhauser Allee, an derselben Stelle außerdem die Linie M 10 im Verlauf der Eberswalder und Danziger Straße. Am nördlichen Ende der Straße, an der Bornholmer Straße, kreuzen außerdem die Straßenbahnlinien M 13 und 50. Entlang der Schönhauser Allee verläuft beidseitig ein Radweg. Auf dem Abschnitt von der Torstraße bis zum Senefelderplatz verläuft der Radfernweg Berlin-Usedom.

Geschichte der Schönhauser Allee
Die Landstraße vom königlichen Berlin nach Pankow = Die heutige Schönhauser Allee entstand im Mittelalter als Verbindungsweg zwischen der noch recht kleinen Stadt Berlin und den Dörfern Pankow und Niederschönhausen. Das Gebiet beiderseits des Wegs war bis ins 13. Jahrhundert hinein bewaldet und wurde dann gerodet und landwirtschaftlich genutzt. Zu gewisser Bedeutung kam die Straße ab 1691, als Kurfürst Friedrich III. der Familie Grumbkow das Gutshaus Niederschönhausen abkaufte und zum Schloß umbauen ließ. Um dem Fürsten die etwa 6 km lange Reise zu seinem Schloß angenehmer zu machen, wurden vier Jahre später entlang der „Schönhausenschen Landstraße“ Linden gepflanzt. 1708 entstand an der heutigen Ecke zur Torstraße das „Königliche Vorwerk vor dem Schönhausenschen Landwehr“ mit einem Gutshaus und damit die ersten Gebäude an der Straße. Die von Friedrich II. nach der Thronbesteigung verstoßene Gattin Elisabeth Christine wurde 1740 von diesem nach Schloß Niederschönhausen abgeschoben. Da aber ausländische Gesandte der Königin weiterhin ihre Aufwartung machen mußten, wurde die Schönhausensche Landstraße sozusagen zum ersten Mal in ihrem Dasein zur Protokollstrecke für Staatsbesucher und Diplomaten. Im frühen 19. Jahrhundert begann erst langsam, dann immer stürmischer, die Bebauung des Mühlenberges. Die fünf von Berlin nach Nordosten führenden Straßen wurden 1822 durch einen Communicationsweg (heute: Danziger Straße) miteinander verbunden. Ein Jahr später kaufte Wilhelm Griebenow das vor dem Konkurs stehende königliche Vorwerk samt seiner Ländereien zu günstigen Konditionen, mit der Absicht, das Land zu parzellieren und mit großem Gewinn zu verkaufen. Dies gelang ihm bereits nach zwei Jahren, als er den Platz an der „Einsamen Pappel“ zu einem äußerst hohen Preis an den Preußischen Militärfiskus verkaufte, der dort einen Exerzierplatz anlegte. Im selben Jahr kaufte die jüdische Gemeinde von Berlin ein fünf Hektar großes Grundstück an der nun Chaussee nach Pankow genannten Straße zur Anlage eines Friedhofs, dem Jüdischer Friedhof Schönhauser Allee. Als erste Querstraßen zur Chaussee nach Pankow ließ Griebenow die Kastanienallee und die Pappelallee anlegen. 1826 wurde das außerhalb der Stadtmauer, zwischen Rosenthaler und Landsberger Tor liegende Gebiet ohne speziellen Bebauungsplan zur Besiedlung freigegeben. Zwei Jahre später wurde die bislang aus Lehm bestehende Chaussee gepflastert.

Der Pfefferberg am Senefelderplatz
Simon Kremser, der seit 1825 eine Pferdeomnibuslinie zwischen dem Brandenburger Tor und Charlottenburg betrieb, eröffnete 1835 den Linienverkehr zwischen dem Schönhauser Tor und Pankow, der vor allem an Sonn- und Feiertagen gerne genutzt wurde. 1837 entstand in der Kastanienallee eine Fuhrmannsschenke, die auf einer Wiese lag und nach dieser (lat. pratum) Prater genannt wurde. Der bayerische Bierbrauer Pfeffer eröffnete 1841 auf dem Hügel am Beginn der Chaussee eine Brauerei mit Biergarten, die sich rasch großer Beliebtheit erfreute und nach ihrem Begründer noch heute Pfefferberg genannt wird. 1853 kaufte der Unternehmer Jobst Schultheiß die vom Apotheker Heinrich Prell gegründete Norddeutsche Lagerbierbrauerei in der Schönhauser Allee 39, die seitdem „Zum Schultheißbräu“ hieß, und die 1860 um einen Biergarten erweitert wurde. Weitere Brauereien errichteten Bötzow in der Saarbrücker Straße, Groterjan an der Ecke Schönhauser Allee/Milastraße. Dazu kam
noch die Königsstadt-Brauerei an der Ecke zur Saarbrücker Straße. Alle diese Brauereien verfügten über Biergärten für Ausflügler.

Spekulanten und Mietskasernen: Die Besiedlung des Prenzlauer Berges
Mit dem „Bebauungsplan der Umgebungen Berlins“ des Kanalisationsfachmanns und Baurats James Hobrecht begann 1862 die planmäßige Bebauung des bislang nur entlang der seit 1841 so bezeichneten Schönhauser Allee besiedelten Windmühlenbergs. Das erste Stadtviertel entstand im Bereich des Teutoburger Platzes zwischen Choriner Straße und Schönhauser Allee. Im Verlauf fiel auch die immer noch existierende und den Verkehr behindernde Zollmauer um Berlin mitsamt ihrer Tore einschließlich des Schönhauser Tors. In den folgenden Jahren entfaltete sich eine Grundstücksspekulation gewaltigen Ausmaßes, die bis in die neunziger Jahre hinein zahlreiche Firmenzusammenbrüche und Pleiten privater Anleger verursachte. Das Gebiet des heutigen Stadtteils wurde damals mit meist fünfstöckigen Mietskasernen mit Quergebäuden und zahllosen Hinterhöfen bebaut. Die Bevölkerung bestand vorwiegend aus Arbeiterfamilien. Der 1871 eröffnete Nordring, zunächst in weitem Bogen um Berlin herum angelegt, wurde innerhalb kurzer Zeit von der in rasantem Tempo wachsenden Großstadt überwuchert. Zur Erschließung der neuen Wohngebiete entlang der Schönhauser Allee eröffnete die Große Berliner Pferde-Eisenbahn AG eine Pferdebahnlinie vom Schönhauser Tor nach Pankow. 1879 eröffnete die Ringbahn einen Bahnhof an der Schönhauser Allee, der außer den Anwohnern auch den Ausflüglern nach Pankow und Niederschönhausen diente. Seit 1881 fuhren dann auch in der Kastanienallee Pferdebahnen. Ein Probebetrieb mit dampfbetriebenen Straßenbahnen auf der Schönhauser Allee verursacht enorme Ruß- und Lärmbelästigung. Nach zahlreichen Protesten wütender Anwohner wurde der Versuch nach drei Wochen abgebrochen. Die Schultheiß-Brauerei eröffnete 1891 an der Ecke Franseckistraße (heute Sredzkistraße) ihren vom Architekten Franz Schwechten entworfenen Neubau, der noch heute existiert. Zwei Jahre später wurde mit großem Aufwand und in Anwesenheit des Kaiserpaares und zahlreicher weiterer Amtsinhaber von Kirche, Staat und Armee die vom Geheimen Baurat August Orth entworfene Gethsemanekirche in der Stargarder Straße, wenige Schritte von der Schönhauser Allee entfernt, eingeweiht. Das Grundstück hierzu wurde von Caroline Griebenow, der Witwe des bereits erwähnten Grundstücksspekulanten, der Gemeinde geschenkt. 1894 entstand sozusagen gegenüber, das heißt an der Ecke Schönhauser Allee / Gleimstraße, ein Pferdebahndepot der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn AG. Es bestand aus einer Wagenabstellhalle, Pferdeställen und Werkstätten. Außerdem eröffnete dieselbe Gesellschaft eine Pferdebahnlinie, die, am Senefelderplatz von der Schönhauser Allee abzweigend, durch die Weißenburger Straße (heute Kollwitzstraße) zur Danziger Straße führte. 1899 verkehrte die erste elektrische Straßenbahn vom Ringbahnhof Schönhauser Allee nach Rixdorf (Neukölln). Eine weitere Kirche, die katholische Herz-Jesu-Kirche an der Ecke Schönhauser Allee / Fehrbelliner Straße, die nach Plänen von Christoph Hehl erbaut wurde, wurde 1898 geweiht. Zehn Jahre danach folgte mit der evangelischen Segenskirche eine dritte Kirche gegenüber der Einmündung der Wörther Straße. Der Prater in der Kastanienallee eröffnete 1905 einen Festsaal, der in der Folge als Schauplatz für zahlreiche große Veranstaltungen diente, darunter Kundgebungen der Arbeiterbewegungen mit Rednerinnen und Rednern wie Clara Zetkin, Rosa Luxemburg und August Bebel. Daneben fanden dort auch im Freien Sportveranstaltungen wie beispielsweise Boxkämpfe statt. 1912 kaufte die Stadt Berlin dem Militärfiskus die östliche Hälfte des Exerzierplatzes Einsame Pappel ab, um Sport- und Erholungsflächen anzulegen. Das vom Architekten Fritz Wilms zum Kino-Varieté Colosseum umgebaute ehemalige Straßenbahndepot in Nr. 123 / Ecke Gleimstraße wurde 1924 eröffnet und bot 1200 Besuchern Platz. 1930 wurde das Kino durch die Ufa übernommen und von Erich Teschenmacher dem Zeitgeschmack angepaßt. Der S-Bahn-Ring wurde 1929 auf elektrischen Betrieb mit den erst 1997 aus dem Verkehr gezogenen Stadtbahnwagen umgestellt. Ein Jahr später wurde die Hochbahnlinie in der Schönhauser Allee um eine Station bis nach Pankow (Vinetastraße) verlängert. Der dortige Bahnhof ist unterirdisch. Der gesamte Hochbahnabschnitt in der Schönhauser Allee und der Berliner Straße mißt 1,7 km. Im gleichen Jahr eröffneten Max und Charlotte Konnopke ihrem berühmten Wurststand unter dem Hochbahnhof Danziger Straße, der noch heute existiert. 1932 wurde der Prater von den Berliner Kinobetrieben GmbH übernommen und in ein Kino umgewandelt.
Die Hochbahn in der Schönhauser Allee
Am 18. April 1906 schloß die Stadt Berlin einen Vertrag ab, dessen Folgen das Bild der Schönhauser Allee bis heute prägen: die Hochbahngesellschaft erhielt die Genehmigung zum Bau einer Strecke vom Potsdamer Platz zum Ringbahnhof Schönhauser Allee. Da die Baukosten in der Innenstadt durch technische Probleme bei Spree- und Häuserunterfahrungen weit über das geplante Maß hinausgingen, entschloß sich die Hochbahngesellschaft, den nördlichen Streckenabschnitt in Form einer preiswerteren Hochbahn zu errichten. Auch die Querung der im Einschnitt verlaufenden Ringbahn an der Schönhauser Allee wäre unterirdisch nur mit großem Aufwand möglich gewesen. Das Projekt stieß anfangs auf viel Kritik. Proteste der Hausbesitzer (wegen „Erschütterung“), der Geschäftsleute (wegen Geschäftsschädigung), der Anwohner (wegen Lärms) und der potenziellen Fahrgäste (wegen des geplanten Fahrpreises von dreißig Pfennigen) waren die vorherrschenden Reaktionen. Abgesehen davon war bekannt, daß die Hochbahngesellschaft, um Prozessen mit Anwohnern auszuweichen, dazu neigte, Grundstücke entlang der Strecke aufzukaufen. Dies trieb die Bodenpreise in der Umgebung in die Höhe und führte dazu, daß zahlreiche Hausbesitzer, ohne die Interessen der Hausbewohner zu beachten, auf Grundstücksspekulation setzten. Die Bauarbeiten für die Verlängerung vom Spittelmarkt in Richtung Norden begannen 1910. Nach drei Jahren Bauzeit wurde die Strecke bis zum Alexanderplatz am 1. und zum Bahnhof Nordring am 27. Juli 1913 eröffnet. Die Hochbahnhöfe Danziger Straße (heute Eberswalder Straße) und Nordring (heute Schönhauser Allee) wurden von Johannes Bousset und Alfred Grenander entworfen. Die gesamte Hochbahnanlage in der Schönhauser Allee wurde 1979 in die Bezirksdenkmalliste aufgenommen. Der Hochbahnviadukt auf der Mittelpromenade = Nördlich der interessanten Kreuzung Eberswalder Straße verläuft die Schönhauser Allee relativ geradlinig mit dem Hochbahnviadukt in der Straßenmitte. Abgesehen vom Jahn-Sportpark, der mit einem Eck auf die Schönhauser Allee stößt und die Häuserfront für etwa 100 Meter unterbricht, zeichnet sich die Straße hier durch ein geschlossenes Straßenbild aus. Auf ihrer östlichen Seite führt die Schönhauser hier an der Bremer Höhe und der Gneiststraße vorbei. Letztere wird wegen ihrer durchgehend erhaltenen Altbausubstanz gerne als Originalschauplatz für Spielfilmproduktionen gewählt. Ein großes Ärgernis ist die Unmöglichkeit, als Fußgänger die Straße zu überqueren. Leider blieb die Mittelpromenade von der Straßensanierung der neunziger Jahre ausgenommen und ist weiterhin von Gittern umgeben, die die Fußgänger teilweise zu großen Umwegen zwingen. Auch der Weg unter dem Viadukt, entlang dem man früher bei Regen von der Wisbyer Straße bis zur Kastanienallee laufen konnte, ohne naß zu werden („Magistratsschirm“), ist unpassierbar, da die Unterbrechungen der Mittelpromenade durch Querstraßen vergittert sind. Im Bereich des S- und U-Bahnhofs Schönhauser Allee liegen die neuen kommerziellen Hauptattraktionen der Straße wie das Kinozentrum Colosseum mit zehn Kinosälen an der Ecke Gleimstraße oder das Einkaufszentrum Schönhauser-Allee-Arcaden.
Die nationalsozialistische Diktatur und der Zweite Weltkrieg
Am 25. Januar 1933, fünf Tage vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten, zog ein antifaschistischer Protestzug mit rund 100.000 Teilnehmern vom Helmholtzplatz über die Schönhauser Allee zum Karl-Liebknecht-Haus, dem Sitz der KPD. Bereits im Februar 1933 errichtete die SA auf dem Wasserwerksgelände zwischen Belforter und Tresckowstraße (heute Knaackstraße) ein „wildes“ Konzentrationslager. Hunderte von Nazigegnern, vor allem aus den Arbeiterparteien, wurden hier gefoltert und viele von ihnen starben an den Mißhandlungen. Trotz des Terrors gegen die anderen Parteien kam die NSDAP in Prenzlauer Berg bei den Reichstagswahlen 1933, den letzten freien Wahlen, nur auf 30 Prozent der Stimmen; SPD und KPD lagen jeweils fast gleichauf. Beim ersten Luftangriff auf den Stadtteil wurden im September 1940 in der Kastanienallee und in der Oderberger Straße mehrere Menschen getötet. Die planmäßigen Angriffe auf Berlin begannen 1943. Allein am 22. und 23. November 1943 verloren in Prenzlauer Berg rund 32.000 Menschen ihr Zuhause. Ein mit Bomben bestücktes Flugzeug stürzte auf die Häuserzeile am westlichen Eck des Senefelderplatzes und zerstörte den gesamten Straßenblock zwischen Kollwitz-, Metzer, Straßburger und Belforter Straße. Im August 1944 wurden „alle öffentlichen Veranstaltungen nicht kriegsmäßigen Charakters“ verboten und „Vergnügungsstätten“ wie der Prater oder das „Colosseum“ geschlossen. Durch einen Denunzianten kam die SS 1944 auf die Spur einer Gruppe von Kriegsgegnern, die eine Zisterne auf dem Jüdischer Friedhof Schönhauser Allee als Versteck nutzten. Sie wurden durch die SS aufgespürt und an den umstehenden Bäumen aufgehängt. In erbitterten Straßenkämpfen, die sich über viele Tage hinzogen, eroberte die Rote Armee Ende April 1945 von Norden her kommend den Stadtteil. In der Nacht zum 2. Mai versuchten übrig gebliebene Wehrmachtstruppen mit Panzern einen Durchbruch über die Schönhauser Allee nach Norden, was im Bereich des S-Bahnhofs zu heftigen Gefechten mit der Roten Armee führte. Am selben Tag unterzeichnete der Kampfkommandant von Berlin, Helmuth Weidling, die Kapitulation der Stadt.
Der Wiederaufbau
1946 wurde der „Prater“ anstelle der zerstörten Volksbühne zum Theater für die arbeitende Bevölkerung. Drei Jahre später übernahm die DEFA den Prater als erstes unternehmenseigenes Kino, unter anderem für Uraufführungen. Dieses Privileg verlor der Prater 1957 an das wiedereröffnete „Colosseum“. Im November 1947 überließ der Bezirk dem Amt für Aufbau der Stadt Berlin einen Teil des ehemaligen Exerzierplatzes zur Endlagerung von Trümmerschutt. Daneben entstand anläßlich der Weltjugendfestspiele 1951 ein Stadion und mehrere Sportplätze, die kurz darauf den Namen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark erhielten. 1950 wurde die Danziger Straße und der gleichnamige Hochbahnhof nach dem bulgarischen Kommunistenführer Georgi Dimitrow in Dimitroffstraße umbenannt. Als „schönstes und größtes seiner Art in Berlin und der Republik“ wurde 1957 an der Ecke Milastraße das Selbstbedienungs-Kaufhaus „Fix“ eingeweiht. Überhaupt genoß die Schönhauser Allee seit den fünfziger Jahren gewisse Privilegien, da sie den in Pankow residierenden SED-Oberen als Anfahrtsstrecke zu ihren in der Innenstadt gelegenen Arbeitsstätten diente. Um das Auge der selbsternannten Führer der Arbeiterklasse nicht allzu sehr zu beleidigen, wurde die Schönhauser Allee 1957 zum ersten innerstädtischen Sanierungsgebiet mit Häusermodernisierungen und Schließung von kriegsbedingten Baulücken. Als nach der Umsiedlung der Funktionäre nach Wandlitz die Greifswalder Straße diese Funktion übernahm, blieb die Schönhauser Allee weiterhin „Protokollstrecke“, da das Schloß Schönhausen als Gästehaus der DDR-Regierung diente und so immer wieder hochrangige Staatsbesucher entlang der „Schönhauser“ zu bewundern waren. Ein Umbau des S- und U-Bahnhofs Schönhauser Allee erleichterte ab 1962 erheblich das Umsteigen zwischen den beiden Bahnsystemen. Das ehemalige „Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ an der Ecke Sredzkistraße wurde im selben Jahr als „Kreiskulturhaus Erich Franz“ wiedereröffnet. Nachdem der Prater 1967 zum Kreiskulturhaus wurde, eröffnete 1970 die FDJ hier den Franz-Club mit attraktiven Musik- und Tanzveranstaltungen, die bald in der ganzen Republik berühmt wurden. Um 1973 wurde im Gebiet um den Hochbahnhof eine „komplexe Rekonstruktion“ mit Blockentkernung durchgeführt. 1981 erarbeitete eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus Architekten und bildenden Künstlern einen Entwurf zur Umgestaltung der Schönhauser Allee. Als erste Maßnahme wurden das Aufstellen von Bäumen in Kübeln und die Schaffung von Sitzgelegenheiten sowie die Überdachung wichtiger Bereiche durch farbige Vordächer oder Arkaden vorgeschlagen. Die Pläne stießen bei der politischen Führung auf Ablehnung. Im Sommer 1985 wurde der Viadukt der Hochbahn in der Schönhauser Allee umfassend rekonstruiert.
Die Schönhauser Allee im Grenzgebiet
1961 machte die nur wenige hundert Meter entfernt verlaufende Mauer einen Teil der Schönhauser Allee zum grenznahen Gebiet und einige von ihr abzweigenden Straßen wie beispielsweise die Eberswalder Straße zu Sackgassen. Zwei Studenten der TU, die im Besitz von Plänen der Kanalisation in der Gleimstraße waren, gelang es, durch diese fünf Ostberliner Mitstudenten in den Westen fliehen zu lassen. 1963 wurde ein 100 m breiter Streifen östlich der Mauer zum Grenzgebiet erklärt, das nur von Anwohnern betreten werden durfte. Besucher oder im Gebiet Beschäftigte benötigten nun zur „Einreise“ Passierscheine. So war u. a. auch ab der Malmöer Straße Schluß für DDR-Bürger und alle abzweigenden Straßen grenznahes Gebiet, inkl. der Kleingartenanlage Bornholmer Straße.
Der Herbst 1989
Genau wie während seiner gesamten Geschichte war der Bezirk Prenzlauer Berg auch während der DDR-Zeit ein ausgesprochen schwer regierbares Gebiet. Hier konzentrierten sich die Aktivitäten von regimekritischen Künstlern, Kirchengruppen und der Friedensbewegung. Bekannt wurden unter anderem die Auseinandersetzungen um die Umweltbibliothek der Zionsgemeinde Anfang der achtziger Jahre. Bei den von der DDR-Führung inszenierten „Wahlen“ hatte der „Wahlvorschlag“, die Einheitsliste der „Nationalen Front“, im Prenzlauer Berg die republikweit meisten Nein-Stimmen hinzunehmen; bei den manipulierten Kommunalwahlen vom Mai 1989 waren es (nach offiziellen Angaben) immerhin für DDR-Verhältnisse sensationelle 1,9 Prozent. Während der Revolution im Herbst 1989 wurde die wenige Schritte von der Schönhauser Allee entfernte Gethsemanekirche in der Stargarder Straße mit Fürbittgottesdiensten, Mahnwachen und friedlichen Demonstrationen zu einem der wichtigsten Zentren des Widerstands innerhalb Berlins. Am 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der Gründung der DDR, schlugen Sicherheitskräfte, bestehend aus Einheiten der VP-Bereitschaft und Mitarbeitern der Staatssicherheit, einen aus der Innenstadt kommenden Protestzug in der Schönhauser Allee gewaltsam nieder und verhafteten zahllose Demonstranten. Am 9. November öffnete die DDR-Führung die Mauer am nahe gelegenen Grenzübergang Bornholmer Straße. Am 11. November wurde auch in der Eberswalder Straße ein provisorischer Grenzübergang eingerichtet.
Die Schönhauser Allee seit der Wiedervereinigung
Ringbahn und Hochbahnhof Schönhauser Allee. Kurioserweise verlaufen die S-Bahn-Gleise unterhalb der Straßenebene, während die U-Bahn auf der Hochbahnstrecke verkehrt. Die seit 1972 fast leer stehenden Gebäude Schönhauser Allee 20/21 wurden im August 1989 stillschweigend nach und nach von Lehrlingen, jungen Arbeitern und Studenten besetzt, um den Abriß dieser Häuser zu verhindern. Öffentlich gemacht wurde diese Besetzung dann im Dezember 1989, als man vom benachbarten Polizeirevier keine größeren Konsequenzen mehr zu befürchten hatte. Dies war die erste von zahlreichen Hausbesetzungen in Ostberlin. Bereits wenige Tage später folgten die Häuser Kastanienallee 85/86 und Schönhauser Allee 5. Im Februar besetzten junge Leute die ehemalige Likörfabrik Westphal am Kollwitzplatz und eröffneten nach einer Woche ein Café, das in der Folge zu einem der berühmtesten Treffpunkte der Alternativszene in Berlin wurde. Im März gründete sich der „Kulturbrauerei e.V.“ zwecks Einrichtung eines multikulturellen Zentrums mit Kunstwerkstätten und Räumen für Initiativen und Vereine in der ehemaligen Schultheiß-Brauerei in der Schönhauser Allee und der Knaackstraße. Im Mai 1992 wurde das Kesselhaus als Konzert- und Theaterbühne eröffnet. Auch in der ehemaligen Brauerei Pfeffer am Senefelderplatz etablierte sich eine soziokulturelle Initiative, das Pfefferwerk. War die Schönhauser Allee während der DDR-Zeit eine beliebte und lebendige Einkaufsstraße, so geriet sie nach der Wiedervereinigung in Schwierigkeiten. Nur wenige der alteingesessenen Geschäfte überlebten die enormen Mietsteigerungen, die Rückübertragungen an Alteigentümer, die (zumindest vorübergehende) Abwanderung von Stammkunden nach West-Berlin (besonders in den Wedding) und den Kundenschwund durch die zahlreichen Baustellen. So zählte man 1993 im nördlichen Abschnitt der Straße (zwischen Dimitroff- und Bornholmer Straße) 30 leer stehende Geschäfte. Auf Initiative Westberliner Politiker wurden zum ersten Jahrestag der Wiedervereinigung das Ostberliner U-Bahn-Netz von kommunistischen Namen „gesäubert“. Da sich der Bezirk Prenzlauer Berg weigerte, die Dimitroffstraße (und damit den Hochbahnhof) in Danziger Straße rückzubenennen, wurde der Bahnhof kurzerhand nach der gegenüberliegenden, wesentlich unbedeutenderen, aber politisch unverfänglichen Eberswalder Straße benannt, deren Namen er bis heute trägt. Im folgenden Jahr wurden die beiden Hälften der ehemaligen Linie A durch die Wiederinbetriebnahme der Schöneberger-Hochbahn wiedervereinigt und der durchgehende Verkehr auf der jetzigen Linie U 2 von Charlottenburg-Ruhleben bis Pankow aufgenommen. Der Biergarten des ein Jahr zuvor geschlossenen Praters wurde 1992 wiedereröffnet, das Gebäude erst 1994 als zweite Spielstätte der Volksbühne. 1993 wurden im Westen der Schönhauser Allee zwei Großprojekte in Angriff genommen, nämlich die als Austragungsort der Olympischen Spiele 2000 vorgesehene Max-Schmeling-Halle (eingeweiht 1996) sowie der Mauerpark auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Prenzlauer Berg und Wedding. Das Kino „Colosseum“ wurde 1992 dem Filmproduzenten Artur Brauner verkauft, der hier 1996 mit dem Bau eines Multiplexkinos („CinemaxX“) begann. Der Neubau integrierte für erhaltenswert befundene Bauteile des alten Kinos sowie des ehemaligen Pferdebahndepots und wurde im Winter 1997/98 eröffnet. Direkt gegenüber, über dem S-Bahnhof Schönhauser Allee wurde im Mai 1997 mit dem Bau der Schönhauser-Allee-Arcaden begonnen, eines neuen Einkaufszentrums der Trigon-Gruppe und der Bayerischen Vereinsbank. Aufgrund überhöhter Mietforderungen der Eigentümerin der Kulturbrauerei, der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) mußte im Juli 1997 der 27 Jahre alte und nach wie vor sehr populäre Franz-Club an der Ecke Sredzkistraße schließen. Im Jahr 2004 wurde er unter dem Namen frannz wiedereröffnet. Auf dem Gelände der Brauerei baute die TLG, in Widerspruch zu mit dem „Colosseum“-Investor Brauner abgeschlossenen Verträgen, ein weiteres Großkino, aus dessen Profit die übrigen Einrichtungen der Kulturbrauerei subventioniert werden sollten. Dies wird von der Betreibergesellschaft des Cinemaxx im Collosseum zum Anlaß genommen, den Betrieb des Traditionskinos an der Ecke Gleimstraße zum Jahresende 2005 einzustellen und den Mietervertrag mit Artur Brauner zu kündigen, der dies nicht hinnehmen mag und gerichtliche Schritte ankündigt. Mittlerweile gehört das Kini zur UCI-Gruppe.
An der Einmündung der Kastanienallee liegt nicht nur etwa die Mitte des Straßenzugs Schönhauser Allee, sondern die Kreuzung teilt die Straße auch in zwei reichlich unterschiedliche Hälften. Die direkte Verbindung des Schönhauser Tores zu seinen benachbarten Toren, dem Prenzlauer Tor im Osten und dem Rosenthaler Tor im Westen verlief im 18./19. Jahrhundert entlang der Berliner Zollmauer über die heutige Torstraße. Der südliche Abschnitt der Schönhauser Allee ist ruhiger als der nördliche Teil. Bis in die jüngste Zeit standen viele Läden leer, auch in neuen Gebäuden. Heute hat sich hier vor allem bis zur Schwedter Straße hin eine Geschäftsmischung aus alternativer Szene und gehobenem Bedarf etabliert, in der das Einkaufen offensichtlich mit einem Besuch in einem Straßencafé verbunden wird. Nach wie vor gibt es im südlichen Straßenabschnitt reine Wohnhäuser oder solche nur mit Arztpraxen oder Anwaltskanzleien. Von den vielen Kriegslücken sind inzwischen etliche Grundstücke wieder neubebaut. Hier finden sich größere öffentliche und kulturelle Einrichtungen und die Grünflächen des jüdischen Friedhofs und des Senefelderplatzes. Besonderheiten weist vor allem der südlichste Abschnitt auf, d.h. zwischen dem Schönhauser Tor und der Schwedter Straße. Die Straße erklimmt hier mit mehreren Kurven die Hangkante des Barnim-Plateaus und steigt also (für Berliner Verhältnisse) recht stark an. Kurz vor der Einmündung der Fehrbelliner Straße liegt die (katholische) Herz-Jesu-Kirche.
Senefelderplatz
Der sich anschließende Senefelderplatz hat die Form eines nach Süden gerichteten spitzen Dreiecks, mit Grünfläche und dem aus Carrara-Mamor bestehendem Denkmal des Erfinders der Lithografie Alois Senefelder, geschaffen vom Berliner Bildhauer Rudolf Pohle. Dieses Dreieck, nach Norden begrenzt durch die Metzer Straße, nach Osten durch die Kollwitzstraße (früher Weißenburger Straße), nach Westen durch die Schönhauser Allee, wurde etwa 1880 mit Miethäusern umbaut und erhielt zunächst den Namen Thusneldaplatz. Später wurde der Platz nach den Plänen von Hermann Mächtig umgestaltet, und 1896, vier Jahre nach der Enthüllung des Denkmals, in Senefelderplatz umbenannt. Die Veränderungen des Platzes ergaben sich in der Folge durch den Bau der U-Bahn, die Kriegszerstörungen im Zweiten Weltkrieg und den zeitbedingten Verfall. 1994/95 veranlaßte der Senat von Berlin umfassende Verschönerungsarbeiten am Platz. Dies betraf vor allem die Plastik des Denkmals und die historisch öffentliche Bedürfnisanstalt (in der Form einer Rotunde). Die bis dahin nur provisorische Absperrung der direkten Einfahrt von der Schönhauser Allee in die Kollwitzstraße wurde dauerhaft ausgebaut und als Teil der Platzgestaltung einbezogen. Die hier gelegenen Cafés erfreuen sich seit diesem Umbau auch tagsüber eines regen Gästezustroms. Die Szenerie belebt sich abends zusätzlich durch die Gäste des an der Westseite des Platzes gelegenen Kulturzentrums Pfefferberg und der umliegenden Kneipen. Die Grünanlage des Senefelderplatzes selbst wird kaum genutzt, da der starke Autoverkehr auf der Schönhauser Allee die Aufenthaltsqualität hier vermindert. Die durch Kriegszerstörungen nördlich des Platzes entstandene Frei- bzw. Grünfläche wird seit Ende 2005 wieder mit Wohnhäusern und einem Hotel bebaut. Es folgt der ruhigste Abschnitt der Allee mit der ehemaligen Polizeistation, dem jüdischen Friedhof und dem gegenüberliegenden Komplex aus Grundschule, Sonderschule und Kindertheater. Gegenüber der Einmündung der Wörther Straße liegt die (evangelische) Segenskirche. Darauf folgen auf beiden Straßenseiten reine Wohngebäude in der Zeilenbauweise der fünfziger Jahre.
Ecke Sredzkistraße
Zusammen mit dem Senefelderplatz ist die Kreuzung mit der Choriner und der Sredzkistraße der einzige Punkt auf der Schönhauser Allee, wo der Charakter der angrenzenden Viertel und der Ruf des Prenzlauer Bergs als Ort der Alternativkultur und des Nachtlebens spürbar wird. Aus der Mittelpromenade der Straße taucht hier die Untergrundbahn auf und schwingt sich sogleich auf ihr berühmtes Hochbahnviadukt. Wo die Hochbahn ihr höchstes Niveau erreicht, also kurz vor der Einmündung der Kastanienallee, beginnt die ganz andere nördliche Hälfte der Schönhauser Allee.
Der Kollwitzplatz
Ein Stadtplatz im Berliner Bezirk Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg. Er wurde am 7. Oktober 1947 nach der deutschen Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz benannt, die hier einen Großteil ihres Lebens im Haus Kollwitzstraße 58 (damals Weißenburger Straße 25) verbrachte. Bis dahin hieß er Wörther Platz, ein Name, den er bei der Bauplanung des Gebietes 1875 erhielt. Indirekt wird damit auch an den Ehemann Dr. Karl Kollwitz erinnert, welcher hier bis 1940 als Arzt tätig war, und damit unabhängig von seiner Frau die Umgebung des Platzes prägte. Die dreieckige Anlage wird von der Kollwitzstraße, der Knaackstraße und der Wörtherstraße (mit der Kreuzung Husemannstraße) begrenzt. Insgesamt ist der Platz ungefähr 6.000 m² groß. Das Gelände um den Platz wurde vom „Deutsch-Holländischen Actien-Bauverein“ gekauft, um es in der Gründerzeit bis 1875 systematisch als Wohngebiet zu erschließen. Der Platz erhielt - kurz nach dem Deutsch-Französischen Krieg - mit seinem damaligen Namen „Wörtherplatz“ wie die umliegenden Straßen auch Namen, die von Orten v.a. im Elsaß und Lothringen abgeleitet wurden und an gewonnene Schlachten erinnern sollten. Von 1885 bis 1887 gestaltete man die Anlage als typischen gründerzeitlichen Schmuckplatz, vermutlich nach Entwürfen des damaligen Stadtgartendirektors Hermann Mächtig. 1949 wurde der Kollwitzplatz nach Entwürfen des Gartenarchitekten Reinhold Lingner umgestaltet. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Viertel mit Ausnahme dreier Eckgrundstücke des Platzes sowie der südlichen Kollwitzstraße weitgehend von Schäden verschont. Dies führte dazu, daß bis zum Ende der siebziger Jahre nur wenige Häuser saniert und modernisiert wurden. In Vorbereitung der 750 Jahr Feier Berlins 1987 wurden einige der anliegenden Straßen im Rahmen eines Sanierungsplans historisch nachempfunden rekonstruiert. Mitte der 1990er Jahre wurden drei der vier leeren Eckgrundstücke wieder neu bebaut. Zur Erinnerung an Käthe Kollwitz, welche hier von 1891 bis 1943 lebte, wurde auf Vorschlag des Bildhauers Gustav Seitz im Jahr 1950 eine Skulptur der Künstlerin gegenüber dem Grundstück Ihres Wohnhauses aufgestellt. Es handelte sich dabei um die nach dem Zweiten Weltkrieg angefertigte Replik der Skulptur „Mutter mit zwei Kindern“. Nachdem diese 1960 neben ein neuerrichtetes Wohnhaus versetzt wurde, fand 1996 abermals eine Verlegung statt, da schließlich auch das durch Bombentreffer freigelegte Eckgrundstück wieder mit einem Wohnhaus bebaut wurde. Zum Jubiläum des 120. Geburtstages von Käthe Kollwitz wurde die neu aufgestellte Skulptur am Gebäude des ehemaligen Bezirksamtes Prenzlauer Berg in der Fröbelstraße 17 wieder eingeweiht. 1956 erhielt Gustav Seitz selbst vom Magistrat Ostberlins den Auftrag zu einem Kollwitz-Denkmal. Nach der Vorlage eines Selbstporträts der Malerin entwarf er eine Bronzeplastik, welche man 1961 in der Mitte des Platzes aufstellte. Diese Plastik ist ein besonders von Kindern beliebtes Kunstwerk, vom Schoß der bronzenen Käthe Kollwitz aus haben inzwischen Generationen von Kindern einen Blick auf den Kollwitzplatz genossen. Um am Grundstück des ehemaligen Kollwitzhauses selbst an die Künstlerin zu erinnern, wurde 1997 vom Kulturamt Prenzlauer Berg ein Wettbewerb zur Schaffung eines neuen „Denkzeichens“ ausgeschrieben. Als Ergebnis stellte die Künstlerin Pat Binder in einem Leuchtkasten vor dem neugebauten Haus Kollwitzstraße/Ecke Knaackstraße in einer „Foto/Graphik Galerie Käthe Kollwitz“ zeitgenössische Graphik und Fotografie aus, die „dem humanistischen Geist des Schaffens von Käthe Kollwitz verpflichtet“ sein sollte.
[1] Von 1997 bis 2006 wurden auf diese Weise 29 künstlerische Arbeiten straßenöffentlich ausgestellt, dieses Projekt galt als wichtige Neuerung im Bereich des künstlerischen Gedenkens. Ende 2006 wurde dieses befristete Projekt beendet, die Grafiken befinden sich heute in der Sammlung des Prenzlauer Berg Museums. Anfang 2007 wurde Pat Binders Idee des Leuchtkastens vom Käthe-Kollwitz-Museum Berlin mit einem neuerlichen an diesem Ort aufgestellten Lichtkasten aufgegriffen, der eine frühe Originalgrafik von Käthe Kollwitz zeigt, auf das frühere Kollwitz-Wohnhaus und zugleich auf das Museum in Charlottenburg verweist. Im Nordwesten des Platzes befindet sich an der Knaackstraße das Veranstaltungszentrum Kulturbrauerei in dem von Franz Schwechten geschaffenen Gebäudeensemble der ehemaligen Schultheiß-Brauerei. Im Südosten des Platze steht die Synagoge Rykestraße. Von dort aus ging der Weg der Trauerzüge zum Jüdischen Friedhof Prenzlauer Berg über den Kollwitzplatz hinweg zum Eingang des Judengangs, einem Weg an der Rückseite der Wohnhäuser, welcher nur für diesen Zweck bereits 1827 angelegt wurde. Seit dem Jahr 2000 findet auf dem Kollwitzplatz sonnabends ein Wochenmarkt (9 bis 16 Uhr) und inzwischen auch donnerstags ein Ökomarkt statt. Auf dem Wochenmarkt werden unter anderem hochwertige Lebensmittel aus handwerklicher Fertigung angeboten. Trotz des hohen Preisniveaus zählt der „Kollwitzmarkt“ zu den beliebtesten Märkten in Berlin und ist zu einer Touristenattraktion geworden. Schon Mitte der 1990er Jahre hatten Anwohner versucht, einen Wochenmarkt auf dem Platz zu initiieren, was damals vom Bezirksamt mit dem Argument verhindert wurde, daß der Platz keine geeignete Fläche für einen Markt aufweise. Eine räumliche Lösung für die Märkte wurde später in einer zeitlich begrenzten Sperrung des am Kollwitzplatz gelegenen Abschnittes der Wörther Straße gefunden.
Die Berliner-Kindl-Schultheiß-Brauerei
Diese GmbH ist entstanden durch eine Fusion der Brauereien Schultheiß und Patzenhofer 1920 mit dem anfänglichen Namen Schultheiß-Patzenhofer Brauerei AG. Die in Berlin ansässige Brauerei produziert Biere der Marken Berliner Pilsner, Berliner Kindl und Schultheiß. Die Brauerei gehört zur Brau & Brunnen AG, welche seit der Übernahme durch die Oetker-Gruppe im Jahr 2004 Teil der Radeberger Gruppe ist. Die Kulturbrauerei ist ein von der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) kommerziell betriebenes Kulturzentrum im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, in dem sich Kinos, Theater, eine Diskothek und Veranstaltungsräume befinden. In den seit 1974 denkmalgeschützten Gebäuden der Kulturbrauerei befand sich ab 1842 eine Brauerei, ab 1853 das Stammhaus der Schultheiß-Brauerei. Das Gebäudeensemble mit allen für eine Brauerei wichtigen Nebenbetrieben wie dem Fuhrpark wurde von Franz Schwechten nach dem Vorbild einer mittelalterlichen Burganlage mit verschiedenen Höfen erbaut. 1967 wurde der Brauereibetrieb eingestellt. Noch heute sind die Bezeichnungen der einzelnen Fabrikationsteile an den Gebäuden erhalten. Bis in die ersten Nach-Wendejahre befand sich in Teilen ein Sportkasino und ein Möbelhaus, ab 1970 bis 1997 ebenso der Franz-Klub. Der Gebäudekomplex wurde von September 1998 bis Januar 2001 saniert. Danach zog in den Bereich schnell wieder kulturelles Leben ein. So wurde die im Herzen von Prenzlauer Berg gelegene ehemalige Brauerei schnell eine der beliebtesten Veranstaltungsorte Berlins. Ein Verkauf durch die TLG scheiterte jedoch wiederholt. Heute finden in der Kulturbrauerei verschiedenste Veranstaltungen, Konzerte und Festivals statt (u.a. Bandwettbewerbe, Theaterfestivals,...) und sie ist zugleich Proberaum für verschiedene Künstler und Ensembles. In der Kulturbrauerei befinden sich das Kino in der KulturBrauerei, das Theater RambaZamba, das Russische Kammertheater, die Neue Berliner Initiative,
(NBI), die literaturWERKstatt, das Büro der 17 Hippies, der Frannz Klub, das Kesselhaus, der Soda Club, und weitere Klubs, das Sound & Drumland = Homepage der Kulturbrauerei = http://www.kulturbrauerei-berlin.de & Homepage vom Kesselhaus = http://www.kesselhaus-berlin.de & Neue Berliner Initiative = http://www.neueberlinerinitiative.de


Kreuzung Danziger / Eberswalder Straße
Etwa auf Höhe der Hausnummern 40 (östliche Seite) und 146 (westliche Seite) wird die Schönhauser Allee zu einer belebten Einkaufsstraße. Vermutlich ist dies nicht zuletzt ein Verdienst der in spitzem Winkel von links einmündenden Kastanienallee, einer der lebendigsten Straßen Berlins, die außer dem wenige Schritte von der Kreuzung entfernten Berliner Prater (mit Theater, Biergarten, Freilichtbühne, großer Gaststätte und zahlreichen Veranstaltungen) starken Fußgängerverkehr sowie zwei Straßenbahnlinien mit einbringt. Eine dieser Tramlinien (12) fährt geradeaus in die Pappelallee, die andere (M1) folgt, zu Füßen des Hochbahnviadukts, der Schönhauser Allee. Dieser „Parallelverkehr“ gab wiederholt Anlaß zu Plänen, die Straßenbahn hier stillzulegen. Doch ist offensichtlich, daß die Schönhauser Allee nur dort lebt, wo auch die Straßenbahn fährt, da diese andere Verkehrsbeziehungen abdeckt als U- und S-Bahn. Zur Erschließung der Einkaufsstraße erscheint die Straßenbahn jedenfalls geeigneter als die weit auseinander liegenden und oft nur auf abenteuerlichen Wegen erreichbaren Hochbahnstationen. Eine weitere Straßenbahnlinie kreuzt die Schönhauser Allee im Verlauf der Danziger und Eberswalder Straße, die einen Viertelkreis um die Berliner Innenstadt beschreibende Linie M10. Bis zum 28. Mai 2006 endete die Straßenbahn plötzlich nach etwa 200 Metern in der Eberswalder Straße, weil genau hier bis 1989 die „Staatsgrenze“ verlief. Seitdem fährt die M10 fünf Stationen weiter bis zur S-Bahnstation Nordbahnhof. Die wiederaufgebaute Verlängerung der Linie in der sich anschließenden Bernauer Straße verläuft genau entlang der ehemaligen Berliner Mauer. Die Eberswalder und die Danziger Straße sind ausgesprochen breit und enthalten auch Geschäfte, wirken aber weniger attraktiv als die Kastanienallee. Letztere ist die Hauptstraße ihres Kiezes, während die Danziger Straße durch ihre übermäßige Breite hier eher zwei Wohngebiete, den Kollwitz- und den Helmholtzkiez, voneinander trennt. Die Kreuzung all dieser Straßen, die keinen eigenen Namen trägt, ist nicht nur einer der am besten erschlossenen (dank des Hochbahnhofs und Straßenbahnstrecken in fünf Richtungen), sondern auch einer der markantesten Punkte der Stadt. Gegenüber der Einmündung der Kastanienallee befindet sich unter dem Hochbahnviadukt der berühmte Imbißstand der Familie Konnopke, mittlerweile in vierter Generation betrieben, mit der angeblich besten Currywurst Berlins und kleinem, umzäunten „Garten“, beiderseits umtost vom Straßenverkehr.
Der Berliner Prater
Prater (lat. „pratum“) bedeutet übersetzt Wiese und bezeichnet zugleich den ältesten Biergarten Berlins. Er wurde ursprünglich nur als Bierausschank im Jahre 1837 gegründet. Durch die Familie Kalbo, welche das Etablissement 1852 erwarb und ausbaute, entwickelte der Prater sich zu einer populären Freizeit- und Vergnügungsgaststätte. Der Stadtteil Prenzlauer Berg, welcher heute zu dem Bezirk Pankow der Stadt Berlin gehört, verdankt seine Geschichte den ersten Mühlen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Ackerland zwischen Pankow und Berlin verstärkt besiedelt und bald gab es über dreißig Windmühlen, sodaß der Stadtkern zu wachsen anfing. Neben den Mühlen entstanden auch andere Gebäude. Straßen, Schulen, Kirchen und viele kleine Geschäfte wurden errichtet und mehr Leben kam auf. Nicht außer Acht zu lassen ist hierbei die Einrichtungen von Lokalitäten wie Kneipen oder Cafés für die Arbeiter und Gesellen, die Handlungsgehilfen und kleinen Handwerker die sich in Prenzlauer Berg angesiedelt haben. Im Jahre 1837 hat ein gewisser Porath an der Kastanienallee 7 mit dem Bierausschank in einer Bretterbude begonnen. Zu dieser Zeit war die von Griebenow angelegte Allee mit Kastanienbäumen auf einem lehmigen Feldweg erschlossen, welche zu beiden Seiten mit Gras und Unkraut bewachsen war. Somit lag der Bierausschank mitten im Grünen, worauf auch der später entstandene Name „Prater“ zurückzuführen ist. Der Familienvorstand, Johann Friedrich Adolph Kalbo, erwarb 1852 den schon nach mehreren Umbauten vergrößerten Bierausschank und die eigentliche Geschichte des Berliner Praters begann. Ein wichtiger Faktor für den „Berliner Prater“ lag in der Entwicklung Berlins von einer Residenzstadt zu einer Industrie- und Arbeitermetropole. Dieser Umstand verhalf dem Prater zu einer sicheren Existenz und zur Popularität. Die Zeit in der viele Widersprüche in wirtschaftlichen, sozialen und bevölkerungspolitischen Entwicklung lagen, führte zu einer völligen Umstrukturierung in allen Bereichen. Auch im Alltagsleben der Menschen, denn Berlin entwickelte sich zu einer Großstadtmetropole. Frauen nahmen einen neuen Platz in der Öffentlichkeit ein, was hauptsächlich mit der Veränderung der Arbeitsverhältnisse zu tun hatte. So kam es, daß auch Frauen sich in Ausflugslokalen zeigten. Zuerst nur an Sonntagen, später auch an all den anderen Tagen der Woche. J.F.A. Kalbo beantragt im Jahr 1867 eine Konzession zur Aufführung von Lustbarkeiten bei dem Königlichen Preußischen Polizeipräsidiums und nannte in seinem Anschreiben sein Unternehmen „Café chantant“. Darunter verstand man ein „Singendes Café“, welches eine Mischung aus Café und Kneipe darstellte. Jedoch wurde zu dem Bearbeitungsanschreiben von Kalbo schon eine Notiz gemacht, daß dieses Lokal im Volksmund und bei der Polizei unter dem Namen „Berliner Prater“ bekannt war. Man geht davon aus, daß der Name sich am „Wiener Prater“ anlehnt, wobei die Ähnlichkeit am ehesten in den Freizeitbedürfnissen ihrer Besucher lag. Erst 1869 wurde der Antrag genehmigt und J.F.A. Kalbo wurde zum Schauspielunternehmer ernannt. Nun war der „Prater“ nicht mehr irgendein Biergarten von vielen, sondern lud zu unterhaltsamen Stunden mit einer Sommergartenbühne ein. Zusätzlich wurde das Haus Stück für Stück vergrößert, sodaß auch in der Wintersaison dem Publikum ein Programm geboten werden konnte. Im gleichen Jahr der Konzessionsgenehmigung, wurde das Brauereiunternehmen „Brauerei Pfefferberg“ juristisch zum Eigentümer des „Berliner Prater“. Betreiber blieb jedoch weiterhin die Familie Kalbo. Durch den Verkauf des „Praters“ konnte das Unternehmen das Geld in den weiteren Ausbau des Saals investieren. Dies war von hoher Wichtigkeit, denn auch im Winter wollten die Menschen unterhalten werden. Schließlich war in den vergangenen Jahren die Zahl an Cafés und Kneipen beträchtlich gestiegen und man mußte sich als Unternehmer fest an den Bedürfnissen des Besuchers orientieren, Abwechslung bieten und immer wieder neue Ideen haben. Somit wurde der Prater gleichzeitig Kneipe, Ausflugslokal, Varieté, Volkstheater, Ballsaal, Garten und Versammlungsort. Das Publikum war recht vielfältig und bunt gemischt, doch machte hauptsächlich die „untere Schicht“ die Besucher aus. Der „Berliner Prater“ unterschied sich stark von dem vornehm-pompösen Theater aus der Innenstadt und die Stimmung war immer ausgelassen. Den Höhepunkt erreicht der „Berliner Prater“ um die Jahrhundertwende. Von Pfingsten bis zum 15. September wurden täglich „Spezialitäten-Vorstellungen“ und kleinere Theatervorstellungen, Singspiele, Possen, Operetten, Pantomime und Marionettenspiel geboten. Die auftretenden Künstler waren bürgerliche Leute, die in der Nähe des „Berliner Prater“ lebten. Stücke wie „Das Glöckchen des Eremiten“, „Goldene Herzen“ und „Kleine Frauen weinen“ waren beim Publikum zur Jahrhundertwende sehr beliebt und wurden oft aufgeführt. Besonders beliebt waren Stücke aus Schuberts „Rosamunde“. Da in den Stücken keine Vorträge gegen guten Sitten und Anstand verstoßen dürfen, war es die Aufgabe des Schauspielunternehmers die Wortbeiträge der Künstler zu überprüfen und bei der Preußischen Theaterpolizei anzumelden und genehmigen zu lassen. Ebenfalls großer Beliebtheit erfreute sich das Varieté, in dem unterschiedliche Programme aufgeführt wurde. Es traten beispielsweise die „Musikalische Transformations-Pantomimen“ und akrobatische Kraft-Balance-Akte auf. Künstler aus dieser Gruppe waren zum Beispiel Fred Seylon, La belle Georgette, die russische Artisten der „Barsikow-Gruppe“ und der „Lustige Bildhauer“ Terras. Auch politische Versammlungen fanden im „Berliner Prater“ statt, diese mußten jedoch im Gebäude abgehalten werden, da politische Versammlungen unter freien Himmel zu dieser Zeit verboten waren. Die erste politische Versammlung war das Stiftungsfest des „Allgemeinen deutschen Arbeitervereins“ und fand am 29. Juli 1871 statt. Es folgten mehrere politische Veranstaltungen. Der 6. Berliner Reichstagswahlkreis veranstaltete eine sozialdemokratische Matinee am 26. Dezember 1904. Auch eine Volksversammlung im Februar 1905 zur Revolution in Russland wurde im Prater abgehalten. Eine Besonderheit des „Berliner Prater“ war die Möglichkeit selbst gemachte Brote mitzubringen und mitgebrachten Kaffee vor Ort aufbrühen zu lassen. Des Weiteren gab es eine Vielzahl von alkoholischen Getränken. So erstreckte sich das Angebot von einem einfachen Glas Weißbier, zu Rot- und Weißwein bis hin zu teuren Erlanger-Bier und Champagner. Um Werbung für den Prater zu machen fand man damals in der Innenstadt viele Programmzettel an Häuserwänden, Litfaßsäulen und Schaufenstern. Da das Programm sehr ansprechend und die Preise des Unternehmens wesentlich geringer waren als die von Cafés und Kneipen in der Innenstadt, suchten viele den „Berliner Prater“ auf. Eine neue Idee des Unternehmers kam auf: Aufführung von Filmen. So fanden hier die ersten „kinematorgraphischen Vorstellungen“ am 05. und am 06. März 1903 statt. Es wurden „Die Passionsgeschichte“, „Aladin und die Wunderlampe in 45 Bildern“, „Kaiser Wilhelm II.“ und „Ausbruch des Vulkans Mont Pelé au Martinique“ gezeigt. Da ihr Mann verstorben war, übernahm Martha Kalbo wenig später das Unternehmen und beantragte eine Konzession zu mehraktigen Schauspielen, welche sie schließlich auch erhielt. Es gastierten „Theatralischen Vereinigungen Berliner Volksbühnen“ mit dem Stück „Maria Magdalena“ und auch das „Rose-Theater“. Doch Martha Kolbos Ziel war es ein eigenes Theater zu besitzen. Somit begann sie mit einem Umbau des „Berliner Praters“ und feierte 1906 die Neueröffnung mit Schillers „Kabale und Liebe“. Jedoch verfehlte das neue Bild des „Berliner Prater“ den Geschmack seines Publikums und das Stammpublikum verlangte mehr Varieté, Geselligkeit und Unterhaltung. Da Martha Kalbo eine zu gute Geschäftsfrau war, entschied sie sich wieder das alte Bild des „Berliner Prater“ anzunehmen. Durch den ersten Weltkrieg verzeichnete der „Berliner Prater“ einen starken Einschnitt im Geschäft. Die Menschen suchten nun Einrichtungen auf, die individuell und auf spezielle Bedürfnisse abgestimmt sind und bevorzugten nun immer mehr den Film. Somit wurden die Einnahmen der Martha Kalbo immer geringer und bald konnte sie die Gagen der Künstler nicht mehr bezahlen. Im Jahre 1923 gab Martha Kolbo ihre Theaterkonzession zurück. Nachdem die erste Krise überwunden war, lief der Vergnügungsbetrieb weiter. So war zum Beispiel Lotte Werkmeister, eine damals beliebte Künstlerin, ein gern gesehener Gast und trat im „Berliner Prater“ als auch im „Rose-Theater“ auf. Bald darauf wurde ein neues Verwaltungssystem eingeführt, worin ein Generalpächter für das Etablissement zuständig war und Martha Kalbo so nur noch den Posten einer Schankkonzessionärin vertrat. Im Jahre 1932 erwarb die Berliner-Kino-Betrieb GmbH als Generalpächter den „Berliner Prater“ und die kalbosche Tradition neigte sich ihrem Ende zu. Der Provinztheaterdirektor Vack übernahm nun die Planung der Veranstaltungen im Prater. Um schnell an Geld zu kommen, zeigte der neue Pächter viele Ausstattungs- und Monumentalfilmvorstellungen, die oft von vielen Stars besucht wurden. So kam es, daß Hans Albers und Rudolf Platte nun oft zu Gast im „Berliner Prater“ waren und 1935 das große Orchester von Paul Lincke dirigierten. Durch die Verkündung des „totalen Krieges“ schloß der „Berliner Prater“, wie auch viele andere Theater, Varietés und Kabaretts, schließlich seine Pforten. Da der Prater die verheerenden Bombenangriffe des zweiten Weltkrieges gut überstanden hat, konnte er im Sommer 1945 erneut seinen Betrieb als Freizeit- und Vergnügungsgaststätte aufnehmen. So standen nach langer Zeit wieder Tänzerinnen und Chansonetten auf dem Programmzettel. 1946 zog die Berliner Volksbühne in den „Berliner Prater“ ein, da deren Schauspielstätte am heutigen Rosa-Luxemburg-Platz vollkommen zerstört war. Neben dem Stück „Nachtasyl“ von M. Gorkis, wurden auch Berliner Possen von Glasbrenner und Amgely auf die Bühne gebracht. Bald hatte der „Berliner Prater“ sein ursprüngliches Flair zurückgewonnen. Ab den sechziger Jahren gab es hier nun auch Schausteller mit Buden und Karussells. Musiknachmittage, Tanzveranstaltungen und Kinderfeste prägten zusätzlich das Bild des bekannten Ausflugslokals. Im Jahre 1967 wurde der „Berliner Prater“ schließlich zum Kreiskulturhaus des Stadtbezirks ernannt. Im Jahre 1973 wurde anläßlich der Weltfestspiele für junge Berliner Künstler mit der „Galerie am Prater“ ein neuer Ort der Kunst geschaffen. Über die Jahre stieg die Anzahl der Veranstaltungen im Prater kontinuierlich. Allein im Jahr 1984 zählte man 3000 Veranstaltungen. Die Stadtverordnetenversammlung und somit auch die Kreiskulturhäuser lösten sich mit der Wende auf. Zwar wurde der „Berliner Prater“ zunächst von einer Brauerei bewirtschaftet, doch 1991 wurde das Gelände vom Bezirksamt endgültig geschlossen. Das Objekt wurde dem Senat für die nächsten 30 Jahre zur kostenlosen kulturellen Nutzung überlassen. Im Jahre 1992 flossen 3,2 Millionen DM aus dem Aufbau-Ost-Programm in den Biergarten, damit das Objekt rekonstruiert werden konnte. Jedoch traten Komplikationen auf: Das Budget war zu sehr ausgereizt, obwohl die Bauphase noch nicht begonnen hatte und die Gefahrenstellen konnten zunächst nicht alle beseitigt werden. Doch 1996 feierte der „Berliner Prater“ seine Wiedereröffnung. Seitdem zieht er, mit seinen 600 bis 800 Sitzplätzen des Biergartens und dem bunten Programm der Volksbühne, Berliner und Touristen gleichermaßen an. Das denkmalgeschützte Restaurant wurde ebenfalls völlig saniert und ist jetzt erneut ein viel besuchter Ort. Seit 1992 hat sich die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz eine zweite Spielstätte im traditionsreichen Alt-Prater, dem ehemaligem Kino, angeschafft. In diesem Kino wurden den Zuschauern in den 1950er Jahren die ersten Farbfilme der DEFA gezeigt, u.a. die beiden Ernst-Thälmann-Filme. Heute ist die „Volksbühne im Prater“ die zweite Spielstätte der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. In den letzten Jahren hat sich der „Berliner Prater“ unter der Regie von René Pollesch zu einen innovativen Theaterort entwickelt, welcher rund 100 Veranstaltungen pro Jahr bietet. Die „Galerie im Prater“ ist eine der ältesten kommunalen Galerien in Berlin. Ab 1973 hatte sie ihren Standort in der Kastanienallee 100 und nahm Ende April 2005 ihren Ausstellungsbetrieb im ehemaligen Prater-Café wieder auf. Pro Jahr werden in der Galerie ca. 10 Ausstellungen gezeigt. Der Bastard-Club ist eine privat betriebene Diskothek die sich genau neben dem Haupteingang des Praters befindet. Mittlerweile hat sich der Club einen Namen in der Szene
des Prenzlauer Bergs gemacht und ist zum beliebten Treffpunkt für Studenten avanciert. Website des Praters in Berlin = http://www.pratergarten.de und die Website der Volksbühne Berlin = http://www.volksbuehne-berlin.de
„Konnopke“
Konnopke`s Imbiß - Berlins bekannteste Imbißbude - liegt in Prenzlauer Berg in lebhafter Umgebung an dem Verkehrsknotenpunkt, wo sich die Schönhauser Allee, Kastanien- & Pappelallee, sowie die Danziger Straße und die Eberswalder Straße treffen, unter dem Viadukt der U2 in der Schönhauser Allee unmittelbar südlich des U-Bahnhofs Eberswalder Straße. Der Imbiß Konnopke ist nicht nur bei Einheimischen beliebt, sondern wegen seiner Bekanntheit und der zentralen Lage im Prenzlauer Berg auch bei Touristen. Ein weiterer Imbiß befindet sich in Berlin-Weißensee (Großbezirk Pankow) in der Mahlerstraße 3. Am 4. Oktober 1930 gründete Max Konnopke mit seiner Frau Charlotte das Unternehmen als Bauchladen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarben sie 1947 einen Wurstwagen. Erst 1960 wurde an der jetzigen Stelle eine Imbißbude errichtet. Seit dieser Zeit wird das bekannteste Konnopke-Produkt, die Currywurst mit Ketchup nach geheimem Familienrezept, verkauft. 1976 übernahm die Tochter Waltraud Ziervogel das Geschäft. Sie ließ 1983 die ehemalige Holzbude durch den heutigen Imbißkiosk aus Metall ersetzen. Über Berlin hinaus bekannt wurde der Imbißstand Ende Februar 2001, als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, dessen Vorliebe für Currywurst in der Presse kolportiert wird, hier die „berühmte“ Konnopke-Currywurst probierte
[1]. In dem Familienunternehmen arbeiten heute 14 Mitarbeiter. Dem Schnellimbiß der Stadt wurde 1983 von der Ost-Berliner Band „Silly“ mit dem Song „Heiße Würstchen“ (aus dem Album „Mont Klamott“) ein musikalisches Denkmal gesetzt. Neben der Currywurst ohne Darm wird auch klassische Berliner Boulette, Schaschlik, Schnitzel sowie die traditionelle Soljanka angeboten. Seit einem Anbau wurden zusätzlich Kaffee, belegte Brötchen und Getränke in das Sortiment aufgenommen. Koordinaten: 52° 32' 26" N, 13° 24' 44" O & Konnopkes Website = http://konnopke-imbiss.de
Der Mauerpark
Eine Parkanlage in Berlin. Sein Name geht auf die 1961 errichtete Berliner Mauer zurück, die hier die Grenze zwischen den Ortsteilen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen bildete. Das langgestreckte Freigelände verläuft entlang des für den Kraftverkehr gesperrten Abschnitts der Schwedter Straße zwischen Eberswalder/Bernauer Straße und Ringbahn. Im 19. Jahrhundert gehörte das Gelände zum Alten Nordbahnhof. Nach dem Mauerbau bildete es ab 1961 das Grenzgebiet zwischen West- und Ost-Berlin: der Teil westlich der Schwedter Straße gehörte zum französischen Sektor Berlins, der Teil östlich davon zum sowjetischen Sektor. Auf dem Gelände des Mauerparks lag im 19. und 20. Jahrhundert einer der zahlreichen Berliner Kopfbahnhöfe - der alte Nordbahnhof. Auf dem historischen Stadtplan kann man erkennen, wie die Bahnlinien von Norden kommend geradlinig über die Ringbahn und Gleimstraße hinaus bis zur Eberswalder Straße vorstießen. Hier endete die Preußische Nordbahn, die seit 1878 Stralsund mit Berlin verband. Der erste Streckenabschnitt, und damit auch der Bahnhof nahe der Berliner Innenstadt, eröffnete bereits am 10. Juli 1877. Das Empfangsgebäude befand sich an der Eberswalder Straße, gegenüber der Einmündung der Schwedter und Oderberger Straße, am heutigen Südeingang des Mauerparks. Der Gleimtunnel ist noch heute als Eisenbahnbauwerk erkennbar. Der Personenverkehr der Nordbahn wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts in den größeren und zentraler gelegenen Stettiner Bahnhof verlegt, der 1950 in Nordbahnhof umbenannt wurde. Auf dem alten Bahnhof der Nordbahn, der nun den Namen Güterbahnhof Eberswalder Straße erhielt, wurden noch bis in die 1960er Jahre Güter umgeschlagen. Das Bahnhofsgelände lag genau an der Grenze zwischen den 1920 eingerichteten Verwaltungsbezirken Wedding und Prenzlauer Berg. Während der Bezirk Wedding nach 1945 dem französischen Sektor zugeordnet wurde, kam Prenzlauer Berg zum sowjetischen Sektor. Die Schließung der innerstädtischen Grenze am 13. August 1961 (Bau der Berliner Mauer) trennte das Bahnhofsgelände, das gerade eben noch auf Weddinger Gebiet lag, von der an ihm entlang führenden Schwedter Straße, der eigentlichen Sektorengrenze, und der Böschung zum höhergelegenen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Südlich des ehemaligen Empfangsgebäudes verlief die Grenze über die (nun gesperrte) Kreuzung Eberswalder/Oderberger/Schwedter/Bernauer Straße hinweg, um nach Westen abzuknicken und sich auf der südlichen Straßenseite der Bernauer Straße fortzusetzen. An der genannten Straßenkreuzung stand auf West-Berliner Gebiet eine der bekannten Aussichtsplattformen, die einen Blick über die Mauer nach Ost-Berlin ermöglichten. Aufgrund des Höhenunterschieds zwischen Sportpark und ehemaligem Bahnhofsgelände bestand für die DDR-Grenztruppen über 20 Jahre lang eine schwierige Situation: der Grenzstreifen befand sich sozusagen in einer schiefen Ebene an der steilen Böschung unterhalb des Jahnstadions, während das ebene Bahnhofsgelände bereits zu West-Berlin gehörte. Durch einen Gebietsaustausch 1988 erwarb Ost-Berlin die östliche Hälfte des Bahnhofsgeländes, die Sektorengrenze wurde auf rund einem Kilometer Länge um 50 Meter Richtung Westen verschoben. Nach der Grenzöffnung und der Wiedervereinigung Berlins 1989/90 wurde der Mauerstreifen an der Schwedter Straße schnell als öffentliche Grünfläche genutzt. Im Sommer 1990 standen noch Wachtürme der Grenztruppen auf der Böschung, während daneben bereits die Anwohner auf der Wiese lagerten. Das zu Wendezeiten entstandene Projekt eines „Mauerparks“, also eines grünen Bandes auf dem ehemaligen Grenzstreifen quer durch das wiedervereinigte Berlin, gewann schnell zahlreiche Anhänger in der Bevölkerung. Nachdem die Allianz-Umweltstiftung einen Betrag von 4,5 Millionen DM zur Gestaltung des neuen Parks zugesagt hatte, beschloß das Land Berlin am 23. Juni 1992 das im damaligen Bezirk Prenzlauer Berg gelegene 7,1 Hektar große Teilstück des ehemaligen Güterbahnhofgeländes als Park umzubauen. Mit der Planung wurde der Hamburger Landschaftsarchitekt Prof. Gustav Lange beauftragt. Die Bauarbeiten für diesen dem Land Berlin gehörenden Parkteil wurden 1994 abgeschlossen. Der im damaligen Bezirk Wedding liegende Geländestreifen wurde nicht in die Umgestaltung mit einbezogen. Dieses Gelände gehört der Immobiliengesellschaft Vivico und wird von Mietern als Baustofflager und seit 2004 auch als Trödelmarkt genutzt. Zum Mauerpark gehören somit die östliche Hälfte des ehemaligen Gleisfelds sowie der steile Hang unterhalb des Stadions. Im Jahr 2005 wurde ein etwa zwei Hektar großes Teilstück nördlich der Gleimstraße, gelegen um den Kinderbauernhof „Moritzhof“ am Ende der Kopenhagener Straße herum, dem Mauerpark angeschlossen. Der Mauerpark wurde schnell zur beliebtesten Parkanlage des an Grünflächen sehr armen Prenzlauer Bergs. Vor allem im Sommer ist der Park ein stark genutzter Treffpunkt vor allem junger Menschen und ein beliebter Ort für Boulespieler, Freizeitkicker, Basketballer, Jongleure und Freizeitmusiker. Die erhaltene ehemalige Hinterlandmauer am Jahnstadion war eine beliebte Übungsfläche für Graffitikünstler. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stadtparks ist der Mauerpark im Sommer auch nachts gut besucht. Seit Ende der 1990er Jahre kam es am Vorabend des 1. Mai im und am Mauerpark wiederholt zur Eskalation von Gewalt in der Walpurgisnacht. Am Falkplatz, nördlich an das Jahnstadion und östlich an den Mauerpark angrenzend, entstand im Rahmen der Berliner Bewerbung um die Olympischen Spiele 2000 eine Großsporthalle, die Max-Schmeling-Halle, Austragungsort zahlreicher Veranstaltungen sowie der Heimspiele des Basketball-Bundesligisten ALBA Berlin. Der während der Teilung Berlins verschlossene denkmalgeschützte Gleimtunnel, der die Gleimstraße unter ehemaligen Eisenbahnbrücken der Nordbahn hindurchführt, wurde wiedereröffnet und stellt heute eine von vier Verbindungen zwischen Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg dar. Er teilt den Mauerpark in eine Nord- und eine Südfläche. Da die Überquerung der bestehenden der Deutschen Bahn gehörenden Eisenbahnbrücken durch die Parkbesucher vom Bezirksamt Pankow durch Absperrungen unterbunden wurde, geht der Weg zwischen den beiden Flächen über Rampen und Treppen. Kritiker unter den Anwohnern und Nutzern sehen dies als unnötigen Umweg. In einer Erklärung vom März 2007 lehnte der Bürgermeister von Pankow, Matthias Köhne, eine andere Lösung ab. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nennt eine Eigentumsübernahme und die Klärung finanzieller Folgen als Voraussetzungen für die Umsetzung eines Weges über den Gleimtunnel. Matthias Stelz und die Freunde des Mauerparks e.V. haben Planungen für eine über den Gleimtunnel führende Brücke, den sogenannten „Gleimsteg“, vorgelegt. Dieser soll in leichter Stahl-Holzbauweise ausgeführt werden und kann sowohl auf der vorhandenen Betondecke, als auch auf der ursprünglichen Eisenträgerkonstruktion des Gleimtunnels aufsetzen. Nach Angaben der Initiatoren ist die Finanzierung des Vorhabens gesichert. Auch dieses Vorhaben jedoch kann nur bei Duldung durch den Eigentümer oder nach einer Eigentumsübernahme realisiert werden. Die Finanzmittel der Allianz-Umweltstiftung waren an die Bedingung geknüpft, daß bis zum Jahr 2010 ein mindestens zehn Hektar großer Park entsteht. Andernfalls muß das Land Berlin das Geld zurückzahlen. Grundsätzlich käme für eine Erweiterung nur die Vivico gehörende sechs Hektar große Fläche in Frage. Diese müßte das Land Berlin von Vivico kaufen. Da auf Grund der finanziellen Situation des Landes dieses nicht zu einem Grundstückskauf bereit war, einigten sich beide Parteien auf einen Kompromiß: Das Land würde eine zwei Hektar große Fläche kostenfrei von Vivico erhalten, auf den anderen vier Hektar erhielte Vivico Baurecht. Dafür sollte im Jahr 2004 der bis dahin gültige Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1994, der die gesamte Fläche als Park auswies, entsprechend geändert werden. Dies stieß auf erheblichen Protest vieler Anwohner, die die Umsetzung der ursprünglichen Pläne forderten. Um diesen Konflikt zu lösen, wurde im April 2005 ein Moderationsverfahren eröffnet, das inzwischen abgebrochen wurde. Durch den Mauerpark verlaufen zwei Radwege: der Berliner Mauerweg und der Radfernweg Berlin-Usedom. Letzterer verläuft entlang der Schwedter Straße, führt dabei durch den Mauerpark und dann auf den Schwedter Steg, von dem man eine gute Aussicht auf das Nordkreuz der Berliner Eisenbahn hat. Die vom Berliner Senat vorgesehene Asphaltierung der bisher gepflasterten Schwedter Straße im Bereich des Mauerparks stieß auf den Widerstand einiger Anwohner, die die Auffassung vertreten, daß damit der Charakter des Parks gestört würde und die Geschichte der Straße als Postenstraße weniger sichtbar wäre. Der ADFC Berlin argumentiert dagegen, daß die Asphaltierung eine wichtige Voraussetzung zum Funktionieren des Radfernwegs als touristische Attraktion sei. Im Mai 2005 wurden im Vorfeld einer Abstimmung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow innerhalb von drei Tagen 1.000 Unterschriften für eine Asphaltierung gesammelt. Die BVV entschied sich trotzdem mit den Stimmen von PDS und CDU für den Erhalt des Pflasters. Die endgültige Entscheidung über die Ausführung liegt nunmehr bei der Stadtentwicklungssenatorin.
Grenzübergang Bornholmer Straße
Der Grenzübergang Bornholmer Straße befand sich an der Berliner Mauer von 1961 bis 1990 und verband die Stadtteile Prenzlauer Berg und Wedding im Norden Berlins über die Böse-Brücke (Bogenbrücke 1912–16). Seinen Namen hat er von seiner Lage an der Bornholmer Straße, die – 1903 nach der dänischen Ostseeinsel Bornholm benannt – durch die Bezirke Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg und Mitte, Ortsteil Gesundbrunnen verläuft. Die Bornholmer Straße ist Teil des äußeren Straßenringes aus dem Berliner Bebauungsplan von 1862. Nach der live übertragenen Erklärung Günter Schabowskis auf einer Pressekonferenz am 9. November 1989, daß die DDR-Bürger die Reisefreiheit erhalten würden, war der Grenzübergang Bornholmer Straße der erste Grenzübergang in Berlin, an dem um 23.30 Uhr die Passkontrollen eingestellt wurden und über den Tausende DDR-Bürger die Gelegenheit nutzten, nach West-Berlin zu fahren. Die nicht informierten DDR-Grenztruppen ließen die Ausreise zunächst nicht zu, gaben aber bald dem großen Druck der Menschen nach. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Bahnhof Bornholmer Straße der Berliner S-Bahn, der damals ein so genannter Geisterbahnhof war. Auf dem ehemaligen Gelände des Grenzübergangs stand zeitweilig ein Autohandel, zur Zeit liegt die Fläche brach. Auf dem ehemaligen Mauerstreifen unter der Bösebrücke befindet sich heute ein asphaltierter Fahrradweg mit einer kleinen Allee von Japanischen Zierkirschen. Diese sind ein Geschenk der japanischen Regierung als Ausdruck der großen Anteilnahme an den Ereignissen der deutschen Wiedervereinigung. Die Zierkirschen sollen Frieden und Ruhe in die Herzen der Berliner bringen, wünschten sich die Japaner. An jedem 9. November versammeln sich an der Bösebrücke in den Abendstunden Berliner Bürger sowie die beiden Bürgermeister der Stadtbezirke Berlin-Mitte und Pankow, um bei einem Glas Sekt an die Ereignisse von 1989 zu erinnern. Am ersten Jahrestag des Mauerfalls wurde östlich der Brücke auf dem Gelände der ehemaligen Grenzübergangsstelle ein Gedenkstein errichtet. Dieser ist aus einem Mauersegment gefertigt. Seine Inschrift lautet: An der Brücke Bornholmer Straße öffnete sich in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 erstmals seit dem August 1961 die Mauer. Die Berliner kamen wieder zusammen. Willy Brandt: "Berlin wird leben und die Mauer wird fallen." Im westlichen Sprengwerk der Bösebrücke befindet sich eine Gedenktafel mit der Inschrift: Bösebrücke 1961-1989 DDR-Grenzübergang / war am 9. November 1989 der erste Grenzübergang der innerdeutschen Grenze, an dem die DDR-Grenzschranken fielen.
Gethsemanekirche
Die evangelische Gethsemanekirche ist die bekannteste Kirche im Berliner Bezirk Pankow. Sie wurde 1891-93 nach Plänen von August Orth erbaut und verdankt ihre Bedeutung nicht zuletzt ihrer Rolle während der friedlichen Revolution in der DDR im Herbst 1989. Sie ist heute eine von drei Kirchen der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord. Die Gethsemanekirche steht an der Ecke Stargarder Straße/Greifenhagener Straße im Norden des Ortsteils Prenzlauer Berg, rund 100 Meter östlich der Schönhauser Allee in der Nähe des gleichnamigen Ring- und U-Bahnhofs. Die Kirche ist nach Osten ausgerichtet, der Westturm bildet die Schaufassade zur genannten Straßenkreuzung hin. Die Gethsemanestraße umschreibt den Chor und die Nordseite der Kirche und bildet mit den anderen beiden Straßen einen Platz, in dessen Mitte die Kirche steht. Die Fassaden der den Platz begrenzenden Wohnhäuser gehören zu den prächtigsten in Prenzlauer Berg, einem als Arbeiterviertel entstandenen Bezirk, der im Vergleich zu den westlichen Gründerzeitbezirken Berlins, etwa Charlottenburg oder Schöneberg, weniger repräsentativ gestaltete Wohnhäuser aufweist. Die Kirche bildet eine markante städtebauliche Dominante, die Stargarder Straße besitzt in Höhe der Kirche einen leichten Knick, sodaß der Turm im ganzen Verlauf der Straße am Ende der Sichtachse zu sehen ist. Die Wohnviertel der Umgebung, die Quartiere Helmholtzplatz und Falkplatz, erlebten seit 1990 einen weitgehenden Austausch der Bevölkerung, diese besteht heute aus weit überdurchschnittlich vielen jungen Erwachsenen und jungen Familien. Das rasante Wachstum Berlins Ende des 19. Jahrhunderts erzeugte großen Bedarf nach immer neuen öffentlichen Einrichtungen für die neu anzusiedelnde Bevölkerung. Im wenig wohlhabenden Norden Berlins, von einfachen, dicht gebauten Wohnhäusern („Mietskasernen“) geprägt, bildeten die Gotteshäuser neuer Kirchengemeinden neben den zahlreichen entstehenden Schulen die einzigen städtebaulichen Dominanten. Die Gethsemanekirche erhielt, wie auch andere evangelische Kirchen, einen repräsentativen Standort auf einem Quartiersplatz, während viele Kirchen, erst recht die katholischen Kirchen mit gewöhnlichen Wohnhausgrundstücken vorliebnehmen mußten. Zu den größten Grundeigentümern im Norden Berlins gehörte damals Wilhelm Griebenow, der bereits 1823 das große Teile des heutigen Ortsteils umfassende Königliche Vorwerk vor dem Schönhauser Tor erworben und durch Parzellierung und Verkauf des Geländes ein beachtliches Vermögen erwirtschaftet hatte. Seine Witwe Caroline schenkte der Gemeinde das Grundstück an der Stargarder Straße und ermöglichte damit den Bau der Gethsemanekirche. Am 20. März 1891 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Nicht einmal zwei Jahre später, am 26. Februar 1893, konnte die Kirche eingeweiht werden. Die neue Kirchengemeinde war eine Tochtergründung der Zionsgemeinde, deren Kirche 1866-73 ebenfalls von August Orth erbaut worden war. Den Namen Gethsemane bestimmte der zur Weihe anwesende Kaiser Wilhelm II. Wie die Zionskirche ist auch Gethsemane eine interessante Mischung aus Zentral- und Längsbau. Von außen den Eindruck einer longitudinalen Hallenkirche mit klar erscheinendem Querschiff erweckend, ist im Innern die Vierung als großes Oktogon mit Sterngewölbe ausgeführt, das große Teile des Innenraums einnimmt und eine zentralisierende Wirkung erzeugt. Das Querschiff ist im Innern kaum erkennbar, auch die Seitenschiffe verschwinden unter den üppigen, mit Ausnahme des Chors um den ganzen Innenraum herumgezogenen Emporen. Auch stilistisch ist der Bau nicht eindeutig zuzuordnen. Neben romanisierenden Elementen wie Rundbogenfenstern oder der Fensterrose der Westfassade dominieren gotisierende Baudetails das Gebäude, etwa die Kreuzrippengewölbe, die Bündelpfeiler oder die Maßwerkfenster. Die Proportionen des Innenraums haben jedoch nichts mit einer mittelalterlichen Kirche gemeinsam, die wild komponierten Emporen (im Westen doppelgeschoßig) erinnern eher an barocke Ausgelassenheit. Der Bau schließt im Osten mit einer Apsis, umgeben von einem Chorumgang, der die Sakristei und Gemeinderäume enthält. Der Außenbau wirkt strenger als der Innenraum. Es dominiert der hohe Westturm, ein viergeschoßiger Bau auf quadratischem Grundriß, gekrönt von einer steilen achteckigen Turmspitze. Im Erdgeschoß befindet sich hinter dem monumentalen Portal eine gewölbte Eingangshalle. Die Außenwände der Kirche sind durch kräftige Strebepfeiler gegliedert, die an den Gebäudeecken von Fialtürmchen gekrönt sind. Der Geistkämpfer von Ernst Barlach - Im südlichen Querschiff steht die 1923 von Wilhelm Groß geschaffene expressionistische Holzplastik Betender Christus. Sie erinnert an die Begebenheit, die der Kirche den Namen gab: Stunden vor seiner Gefangennahme, im Garten Gethsemane in Jerusalem, betete Jesus zu Gott und flehte, vom vorbestimmten Schicksal verschont zu werden: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mit vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst (Mt 26, 36-46). Den Moment der Schwäche des Menschen Jesus, der um sein Leben bittet, bringt die Plastik berührend zum Ausdruck. Sie ist ein Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und unterscheidet sich deutlich von den damals häufigeren, den sogenannten „Heldentod“ verherrlichenden Arbeiten der Zwischenkriegszeit. Vor dem Westportal steht seit 1993 der Segnende Christus aus der ehemaligen Versöhnungskirche, die mitten im Mauerstreifen an der Bernauer Straße stand und im Januar 1985 von den DDR-Grenztruppen gesprengt wurde. Vor der Südwand der Kirche steht die 4,60 m hohe Bronzeplastik Der Geistkämpfer, ein Abguß des 1928 vom expressionistischen Bildhauer Ernst Barlach geschaffenen Werks, das im Auftrag der Stadt Kiel für die dortige (und im Krieg zerstörte) Heilig-Geist-Kirche entworfen wurde. Das vom Ost-Berliner Magistrat 1990 angekaufte Exemplar war als Mahnmal gegen die faschistische Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte vorgesehen, für diesen Standort aber zu klein. Seit dem 8. November 1994 steht es an der Gethsemanekirche, zu Ehren der Demokratiebewegung in der DDR. Im Garten, zur Stargarder Straße hin, befindet sich außerdem das Relief Widerstand von Karl Biedermann. Es wurde in den 1980er Jahren zu Ehren des Widerstands gegen den Faschismus geschaffen und sollte auf der Brücke der Schönhauser Allee über die Ringbahn stehen, wurde jedoch abgelehnt, weil es keine Symbole des Kampfes gegen den Faschismus enthielt. Seit dem 3. Oktober 1990 steht es an der Gethsemanekirche und erinnert an die Ereignisse des Herbstes 1989. Während der 80er Jahre war die Gethsemanegemeinde, ebenso wie andere Berliner Gemeinden, ein Sammelpunkt für Oppositionelle und die DDR-Friedensbewegung. Die Gemeinde veranstaltete Fürbittgottesdienste, Friedensgebete und öffentliche Diskussionen zum Kirchentag 1987, nach den Verhaftungen auf der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration am 17. Januar 1988, auf der Transparente mit dem Luxemburg-Zitat Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden gezeigt wurden, nach den gefälschten Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 und nch dem Massaker an der chinesischen Demokratiebewegung am 4. Juni 1989. Ab 2. Oktober 1989 war die Kirche Tag und Nacht geöffnet, die Mahnwachen (das Motto Wachet und betet war wiederum der Gethsemane-Geschichte des Matthäusevangeliums entnommen) und Diskussionsveranstaltungen wurden von Tausenden besucht, ein Meer brennender Kerzen bedeckte den Vorplatz und wurde zum Symbol für den gewaltfreien Protest. Am 7. Oktober, dem Nationalfeiertag und 40. Jahrestag der Staatsgründung der DDR, gingen Einheiten der Volkspolizei und der Staatssicherheit in der Schönhauser Allee mit Gewalt gegen Demonstranten vor, von denen sich viele in die Gethsemanekirche flüchten konnten. Trotzdem wurden über 500 Menschen verhaftet und teilweise mehrere Wochen gefangengehalten. Am 9. Oktober forderte Bischof Gottfried Forck in der Gethsemanekirche die DDR-Führung auf, deutlich und glaubhaft Schritte einzuleiten, damit [...] eine demokratische und rechtsstaatliche Perspektive für die DDR gefunden wird. Nach dem Rücktritt der alten DDR-Führung war die Kirche ein Treffpunkt und Diskussionsforum der Bürgerbewegung. Zur Eröffnung der ersten und einzigen frei gewählten Volkskammer im März 1990 kam diese hier zu einem Gottesdienst zusammen. Das politische-friedensbewegte Engagement der Gemeinde blieb auch nach der Wiedervereinigung erhalten, seit dem Zweiten Golfkrieg 1991 finden wieder regelmäßige Friedensgebete statt. Aufmerksamkeit, die wenigstens annähernd mit den Ereignissen von 1989 vergleichbar war, konnte die Kirche jedoch nur noch einmal erlangen, mit einem kirchenpolitischen Ereignis: Während des Ökumenischen Kirchentags 2003 fand hier die erste im Vorfeld öffentlich angekündigte gemeinsame Abendmahlsfeier evangelischer und katholischer Christen statt. Papst Johannes Paul II. hatte die gemeinsame Eucharistiefeier zuvor ausdrücklich verboten. Die Beteiligung an der Feier war dennoch riesig, sodaß sich der Besucherstrom bis auf die Stargarder Straße staute. Der beteiligte katholische Priester Gotthold Hasenhüttl wurde vom zuständigen Bischof Reinhard Marx wegen seines Verstoßes gegen die Kirchendisziplin anschließend suspendiert.Die
Webseite der Gethsemanekirche = http://www.gethsemanekirche.de.
Zionskirche
Die evangelische Zionskirche in Berlin wurde 1873 im damaligen Norden der Stadt als Kirche einer Tochtergemeinde der St. Elisabeth-Gemeinde eingeweiht. Der Architekt des vom späteren deutschen Kaiser Wilhelm I. als Votivkirche errichteten Baus war August Orth. Bedeutung erlangte die Kirche als Wirkungsstätte von Dietrich Bonhoeffer, der hier Pastor war. Die Zionskirche steht in der Mitte des Zionskirchplatzes im Norden des Berliner Ortsteiles Mitte in der Rosenthaler Vorstadt. Ihr Turm steht in der Sichtachse verschiedener Straßen, der Zionskirchstraße, der Griebenowstraße und der Swinemünder Straße. Aus Dankbarkeit, einem Attentat in Baden-Baden entgangen zu sein, stiftete König Wilhelm I. 10.000 Reichsthaler für den Bau der Kirche. Sie wurde am 2. März 1873 feierlich eröffnet. August Orth errichtete die Kirche im Stile der Neoromanik, nach dem Beispiel der Rheinischen Romanik. Der Chor der Kirche ist nicht geostet, sondern weist nach Norden. Mit nur 25 Jahren übernahm Dietrich Bonhoeffer 1931 den Dienst in der Gemeinde als Stadtsynodalvikar. Die Arbeit in diesem sozialen Problembezirk prägte den aus gutem Haus stammenden Professorensohn nachhaltig. Nach 1933 schloß er sich der Bekennenden Kirche und dem Widerstand an und wurde 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet. Seit 1986 bot die Zionskirchgemeinde Raum für oppositionelle Gruppen wie den „Friedens- und Umweltkreis der Zionsgemeinde“. Proteste gegen eine Hausdurchsuchung und Festnahmen in der dort angesiedelten Umweltbibliothek am 25. November 1987 machten den kirchlichen Widerstand gegen das DDR-Regime auch im Westen bekannt. Am 17. Oktober 1987 wurden die Besucher eines inoffiziellen Konzertes der Westberliner Band Element of Crime von etwa 30 Skinheads der rechten Szene der DDR überfallen und teilweise schwer verletzt. Das ganze geschah quasi unter den Augen der Volkspolizei, die die Kirche beobachtete. Nach zunächst nur zögerlichem juristischem Vorgehen und milden Strafen gab es selbst in der offiziellen DDR-Presse Proteste. In einer Berufungsverhandlung wurden daraufhin Strafen zwischen 18 Monaten und 4 Jahren verhängt. Während in der Öffentlichkeit die Verantwortung für die gewalttätige Aktion Westberliner Rechtsradikalen zugeschoben wurde, war die Aktion gleichzeitig Auslöser für ein internes Nachdenken bei der politischen Führungsriege über rechtsradikale Jugendliche in der DDR. Beim Ministerium für Staatssicherheit wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit der Problematik beschäftigte, aber deren Ergebnisse unter Verschluß blieben.
Die Webseite der Zionskirche = http://www.zionskirche-berlin.de
Die „Schönhauser Allee Arcaden“
Im Frühjahr 1999 eröffnete am, genauer: direkt über dem S-Bahnhof Schönhauser Allee ein großes Einkaufszentrum. Nach mehreren Aufstockungen während der Planungsphase entstanden 25.000 m² Verkaufsfläche[2] bei einem Investitionsvolumen von 240 Millionen DM. Auf dem Gelände der Schönhauser Allee Arcaden befand sich vor dem Umbau ein großer Marktplatz mit vielen Einzelhändlern, wie man heute häufig am Kollwitzplatz oder am Mauerpark antrifft. Die Deutsche Post unterhält hier seit der Eröffnung eine Filiale. Vier in der Nähe liegende Postämter (u.a. das ehemalige Postamt Schönhauser Allee zwischen Mila- und Gaudystraße) wurden in diesem Zusammenhang geschlossen. Drei weitere Großmieter sind ein Supermarkt, ein Lebensmitteldiscounter und ein Elektronikgroßmarkt. Um diese verteilen sich etwa 90 Einzelhandelsgeschäfte sowie Dienstleistungen und Gastronomie. Seit einigen Jahren wird ein Teil der Büroräume über der Einkaufspassage als Fitnessstudio genutzt. Wege und Flächen im Einkaufszentrum sind für Ausstellungen, „kulturelle Events“ und Verkaufsveranstaltungen nutzbar. Die Investoren der „Arcaden“ waren mit ihrer Idee nicht die Ersten. In der näheren und weiteren Umgebung bestehen: Königsstadt-Terrassen: 14.000 m², Büros, Supermarkt, Läden und das Bötzowcenter: 23.000 m², SB-Warenhaus, Supermarkt, Fachmärkte, Büros, Wohnungen (geplant, bisher nicht gebaut) und das Gesundbrunnen-Center: 25.000 m², ca. 100 Einzelhandelsgeschäfte, SB-Warenhaus, Supermarkt und das EKZ Greifswalder Straße: 22.000 m²: Supermärkte, Restaurants, Dienstleistungen und das Ringcenter Frankfurter Allee: 70.000 m² Hotel, Büros, Supermärkte, Einzelhandel. Betreiber der Schönhauser Allee Arcaden ist die mfi Management für Immobilien AG, die auch als Betreiber für das Einkaufszentrum am Würzburg Hauptbahnhof vorgesehen ist.





Die Schönhauser Allee in Literatur, Musik und Film
*
Berlin Ecke Schönhauser ist ein DEFA-Film von 1957 (Regie: Gerhard Klein). Hauptdarsteller ist eine Gruppe Jugendliche, die ihre Freizeit vor allem unter dem Hochbahnviadukt der Schönhauser Allee verbringt, genau dort, wo sich heute der Fußgängerüberweg zur Pappelallee befindet. Eine Vorgängerin auf der dortigen Verkehrsinsel stehenden Normaluhr geht im Verlauf zu Bruch; außerdem kommt es zu einer sehenswerten Massenschlägerei in der Prater-Gaststätte.
* Wenn in der Schönhauser die Lichter glüh´n ist ein Schlager der 1950er Jahre von Julia Axen und Heinz Schulze.
* Frühling in der Schönhauser war 1971 ein großer Erfolg der Sängerin Barbara Thalheim. Das Lied wurde 2004 von der Band Nylon neu aufgelegt.
* Sehnsucht nach der Schönhauser, ebenfalls von Barbara Thalheim, erschien 1985.
* Schönhauser Allee heißt ein Erzählungsband des in der Straße lebenden russischen Schriftstellers Wladimir Kaminer, in dem es hauptsächlich um diese Straße und ihre Bewohner geht (Goldmann, München 2001, ISBN 3442541689)

2005 - Sommer vorm Balkon


Gehört nicht wirklich zum Prenzlauer Berg, liegt aber genau an der Bezirksgrenze und spielte für mich in vielerlei Hinsicht eine große Rolle.
Märchenbrunnen
Bereits in den 1890er Jahren existierten erste Pläne zur Errichtung eines Märchenbrunnens im Volkspark Friedrichshain. 1901 lieferte der Stadtbaurat Ludwig Hoffmann das Konzept der heute am westlichen Eingang des Volksparks befindlichen Brunnenanlage. Finanzielle Schwierigkeiten sowie Probleme bei der einheitlichen künstlerischen Gestaltung - zahlreiche Bildhauer wirkten an der Konstruktion mit - verzögerten den Bau der Anlage. 1913 wurde die im neubarocken Stil entworfene Brunnenanlage schließlich fertiggestellt und der Öffentlichkeit übergeben. Durch eine neunfache Arkatur mit seitlichen, von Doppelpilastern gefaßten Bögen wird der Brunnenplatz, der ein kostspieliges Beispiel wilhelminischer Kunstpflege ist, im Halbkreis gegen den Park abgegrenzt. In den Bogenöffnungen befinden sich große Steinschalen mit Fontänen, seine Balustraden sind mit 14 Skulpturen besetzt, die von Josef Rauch stammen und die eine Reihe jagdbarer Tiere darstellen. Am Rand der großen, vierstufigen Brunnenanlage befinden sich die von Ignaz Taschner 1912/13 entworfenen Grimmschen Märchenfiguren. Unter den Steinskulpturen sind unter anderem Hänsel und Gretel, der Gestiefelte Kater, Hans im Glück, Aschenbrödel, Rotkäppchen, Schneewittchen mit den 7 Zwergen, Dornröschen verewigt. Die von Georg Wrbas konzipierten und an den Seitengängen aufgestellten "Gruselgestalten" (Frau Holle, Menschenfresser und Riesentochter) fehlen heute.



http://www.berlin.de/ba-pankow/derbezirk/portraet.html
= Pankower Bezirksporträt
Willkommen in Pankow - Das heutige Pankow setzt sich aus den historisch gewachsenen Bezirken Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee zusammen, die durch eine Gebietsreform im Jahre 2001 zum einwohnerreichsten Berliner Bezirk fusionierten. Mit 350.000 Menschen liegt er im Vergleich der deutschen Städte zwischen Wuppertal und Bielefeld. In den neuen Bundesländern haben nur Leipzig und Dresden mehr Einwohner. Getrost kann man Pankow, das von der sogenannten City-Ost am Alexanderplatz bis an die Landesgrenze zum Barnim reicht, als einen Bezirk der Superlative bezeichnen. Idyllische und ausgedehnte Grünanlagen findet man hier ebenso wie Szenekieze, attraktive Wohnquartiere, beliebte Kulturzentren und florierende Gewerbestandorte. Touristisches Potenzial gibt es neben den Wahrzeichen der früheren Bezirke, dem Schloss Schönhausen in Pankow, dem Wasserturm in Prenzlauer Berg und dem See mit Fontäne in Weißensee in vielerlei Hinsicht. In den zwei großartigen Arenen Max-Schmeling-Halle und Velodrom geben sich internationale Rock- und Popstars sowie Sportler die sprichwörtliche Klinke in die Hand und an der Landsberger Allee steht die modernste Schwimmhalle Europas. Als historisch besonders markant seien hier der mit 115.000 Grabstätten größte Jüdische Friedhof Europas an der Herbert-Baum-Straße und die deutschlandweit größte Synagoge an der Rykestraße genannt. Das älteste innerstädtische Naturschutzgebiet "Am Faulen See" liegt an der Grenze zu Lichtenberg. Um 1920 galt die Region im südlichen Prenzlauer Berg als einer der größten Brauereistandorte in Europa und am Osthang des Wasserturmberges, wo man übrigens auch noch Fuchs und Hase antrifft, wurden kürzlich Reben eines Weingutes gepflanzt. Die Berliner Mauer öffnete sich im November 1989 erstmalig am Grenzübergang Bornholmer Straße. Das umfangreichste deutsche Wohnungsbauprojekt wurde in den 90er Jahren am nördlichen Stadtrand verwirklicht, mehr als 5.000 Wohnungen entstanden in Karow-Nord. Einkaufen kann man in modernen Centern, gemütlichen Szeneläden oder auf zahlreichen Märkten, etwa dem stadtbekannten Ökomarkt am Kollwitzplatz oder dem ältesten Berliner Wochenmark auf dem Pankower Anger. Berlins ältester Biergarten im Prater an der Kastanienallee befindet sich ebenso im Bezirk wie das modernste Klinikum der Stadt in Berlin-Buch. Sternguckern ist das Zeiß-Großplanetarium an der Prenzlauer Allee zu empfehlen, seit 1981 empfängt das silberne "Kugelhaus" seine Besucher.




Bilder und Infos aus Prenzlauer Berg
http://www.berlin-prenzlberg.de/ & http://www.prenzlberg.de/
http://www.prenzlauerberg.de/sits/Prenzlauerberg/Info.htm
http://www.in-prenzlauer-berg.de/start.html
http://www.prenzlauerberg-online.de/
http://www.berlin-starting-point.de/Berlin_Stadtfuhrungen/Berlin_Stadtrundgange/berlin_stadtfuhrungen_prenzlau.html

Nochmal zur Geschichte von Prenzlauer Berg
Vor rund 100 Jahren war der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg der Inbegriff für menschenunwürdige Lebensverhältnisse. In den achtziger Jahren entwickelte sich das Viertel zum Zentrum der Künstler und Unangepassten. Die sind nach der Wende von zugezogenen Szene-Wessis und erlebnishungrigen Touristen verdrängt worden.
Berlin - Mit der Eleganz von Paris oder Rom kann es Berlin nicht aufnehmen. Das scheitert schon an der Topographie: Es gibt keine Berge, die Ausblicke gestatten und die Fläche strukturieren. Auch der Prenzlauer Berg ist kein solcher, sondern allenfalls die Karikatur einer Hochebene. Wer mit dem Fahrrad vom Hackeschen Markt zur Kastanienallee fährt, muss auf 200 Metern ein bisschen in die Pedale treten, und damit hat es sich. Doch trotz dieses Namensschwindels gehört der Stadtteil im Nordosten seit der Wende zu den Höhepunkten einer jeden Berlin-Rundfahrt.

Immer wieder quälen sich schwere Reisebusse durch die schmalen Straßen zwischen Schönhauser und Prenzlauer Allee und machen Halt am Kollwitzplatz. An den Häusern kann das Interesse kaum liegen: wilhelminische Massenware, eher bescheiden schon zur Erbauungszeit, in der DDR oft ihres bisschen Stucks beraubt. Immerhin vermittelt der Stadtteil den in Berlin seltenen Eindruck urbaner Geschlossenheit. Da Bomben im Zweiten Weltkrieg den westlichen Prenzlauer Berg aussparten, ist die Altbausubstanz fast komplett erhalten.

Doch was die Besucher anlockt, ist das Leben, das sich in diesen Mauern abspielt, der "Mythos Prenzlberg". Eine junge Szene hat von dem alten Arbeiterviertel Besitz ergriffen. Passanten mit Mitte 30 gehören schon zu den Gesichtsältesten. Es dominiert jener lässig-ironische Schick, der Berlin den Ruf als Trendsetter eingetragen hat und die Mühe, die dafür vor dem Spiegel aufzuwenden ist, geflissentlich verleugnet.

Zentrum der Bewegung ist die Kastanienallee, wo sich Lokale und Lounges, schräge Kleiderläden und Friseursalons aneinander reihen. Einen Rest von Insider-Status versucht sich das "103" an der Ecke zur Zionskirchstraße zu bewahren, indem es weder Namen noch Gattung nach außen zu erkennen gibt. Die Gattung wäre auch schwer zu bestimmen. Wie viele neue Lokale vereint das "103" in sich Restaurant, Lounge und Bar. Gefunden wird es trotz seines Inkognitos - massenhaft.

Ähnlich groß wie in der Kastanienallee ist die Vergnügungsdichte in der Stargarder Straße hinter der Gethsemanekirche und im so genannten LSD-Viertel rund um den Helmholtzplatz. LSD steht allerdings heute nicht mehr für Drogenmissbrauch, sondern nur noch für die Anfangsbuchstaben von Lychener-, Schliemann- und Dunckerstraße. Erst nachts erwacht das Leben in den Tanzsälen der Kulturbrauerei, wo Lärmentfaltung keinen Protest aus der Nachbarschaft fürchten muss.

Eine Spur etablierter geht es am Kollwitzplatz zu. Die eher hohen Wohnkosten dort kann sich nur leisten, wer gelernt hat, die Ernte der eigenen Kreativität einzufahren. Die elsässische Küche im Restaurant "Guglhof" ließ sich schon Bill Clinton bei einem Berlinbesuch schmecken. Wenige Häuser weiter wohnt als einer der letzten Ureinwohner des Viertels der Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Seine Kollegen Joschka Fischer und Jürgen Trittin lassen sich von Zeit zu Zeit auf dem Wochenmarkt am Kollwitzplatz blicken.

Diese Karriere war dem Stadtteil nicht an der Wiege gesungen. Um 1875 stand dort außer einer Mühle und einer Ziegelei kaum ein Haus. In wenigen Jahren wurde dann Wohnraum für jene Massen geschaffen, die der brummenden Reichshauptstadt aus der Provinz zustrebten. Fein war die Gegend nicht: Prenzlauer Berg wurde zum Inbegriff für menschenunwürdige Lebensverhältnisse, für den Wildwuchs der Mietskasernen. In den zwanziger Jahren lebten dort 30.000 Einwohner pro Quadratkilometer - Weltrekord. Heute freuen sich die Bewohner über feudale Platzverhältnisse, die anderswo unbezahlbar wären.

Die Bebauung des Territoriums von Prenzlauer Berg begann erst im 18. Jahrhundert, historische Siedlungskerne waren nicht vorhanden. Aufgrund der Lage auf den Ausläufern des Barnim entstanden vor dem Schönhauser Tor ca. 30 Windmühlen, in unmittelbarer Nähe zur Stadt Berlin. Außerdem siedelten sich seit ca.1840 mehrere Brauereien an, die das aus den Tiefbrunnen geförderte Wasser mit ausgezeichneter Qualität und die Möglichkeit unterirdischer Kühlräume aufgrund der Bodenbeschaffenheit nutzten.

Das außerhalb der Akzisemauer Berlins gelegene Gebiet war bis Anfang des 19. Jahrhunderts weitgehend unbebaut und Teil der Berliner Feldmark. Die städtebauliche Struktur des Gebietes wurde wesentlich von den ihren Ursprüngen nach mittelalterlichen, nach Norden und Nordosten führenden Verkehrswegen, der Schönhauser Allee, der Prenzlauer Allee und der Greifswalder Straße geprägt. Ebenfalls älter als die Bebauung ist die die Radialstraßen miteinander verbindende Ringstraße, die heutige Danziger Straße, die seit 1822 als Kommunikationsweg innerhalb der Berliner Feldmark existierte. Mit der Separation der Berliner Hufen in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts begann die allmähliche Parzellierung und Veräußerung des Bodens. Infolge des industriellen Wachstums und der damit verbundenen Bautätigkeit dehnte sich die Stadt Berlin weit über ihre damalige Stadtgrenze, die 1734/37 errichtete Akzisemauer, aus.

Um der Ausdehnung Raum und Boden zur Verfügung zu stellen und dabei den Stadtentwicklungstendenzen Rechnung zu tragen, wurde James Hobrecht, Regierungsbaurat und Kanalisationsfachmann, 1852 vom Berliner Polizeipräsidenten beauftragt, einen Bebauungsplan zu erarbeiten. Der Plan beinhaltete ein Straßenraster mit Baublöcken und Plätzen, das ringartig um die Altstadt gelegt wurde. In der Folgezeit wurden nach diesem Plan und auf der Basis der Berliner Baupolizeiverordnung von 1853 die einzelnen Grundstücke mit Vorderhäusern und mehreren Hinterhäusern nahezu vollständig bebaut. Das gesamte Hobrecht’sche Plangebiet stellt heute noch die größte zusammenhängende Gründerzeitbebauung Berlins dar.

Die Bebauung erfolgte im Wesentlichen von Süden nach Norden. Die älteste Bausubstanz befindet sich in den an den Bezirk Mitte angrenzenden Teilen, in die auch noch die alten Brauereistandorte integriert sind.

In den Quartieren nördlich der Danziger Straße, in denen sich aufgrund der Anlage der Ringbahn (1871) Versorgungswerke von gesamtstädtischer Bedeutung wie das Gaswerk (1872/74) und der Zentralviehhof (1878/81) ansiedelten, wurde die Wohnbebauung bis zum 1.Weltkrieg an die Grenze des damaligen Stadtgebietes herangeführt, ohne jedoch die Flächen vollständig zu bebauen. So konnten in den Randbereichen des Bezirkes umfangreiche Wohnanlagen der zwanziger Jahre des 20.Jahrhunderts entstehen, wie die von Bruno Taut an der Erich-Weinert-Straße.

Da der Bezirk nach dem 2. Weltkrieg flächenmäßig nur begrenzte Kriegsschäden zu verzeichnen hatte, zeigt sich heute noch ein fast geschlossenes Stadtbild aus dem Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Bauliche Veränderungen wurden in den 70er und 80er Jahren mit der Errichtung eines Wohngebietes in Plattenbauweise auf dem Gelände einer Kleingartenanlage an der Greifswalder Straße und dem Abriss des Gaswerkes vorgenommen. Hier entstand das Wohngebiet am Thälmannpark mit großzügigen öffentlichen Grünflächen, Kultureinrichtungen und dem Zeiss-Planetarium.

Die Gründerzeitviertel von Prenzlauer Berg sind heute das größte Sanierungsgebiet der Stadt.

Der Bezirk Prenzlauer Berg wurde 1920 im Rahmen der Schaffung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin als eigenständiger Bezirk mit eigener Verwaltung und kommunaler Vertretungskörperschaft gebildet. Im Zuge der Berliner Verwaltungsreform wurde am 1.1.2001 der Großbezirk Pankow, zu dem auch der ehemalige Bezirk Prenzlauer Berg gehört, gebildet.

"Dicker Herrmann" nennen ihn die Prenzlauer Berger liebevoll. Um ihn herum existieren Kneipen, Bistros, Restaurants, Weinstuben, Pizzerias, Döner- und Fallafelstände in großer Zahl und einträchtig nebeneinander. Der Wasserturm an der Knaackstraße ist das Wahrzeichen des lebendigen Szenebezirks. Von 1875 - 1877 wurde er nach Plänen des langjährigen Direktors der Wasserwerke Henry Gill erbaut. In ihm befindet sich der Hochwasserbehälter, darunter wurden Beamtenwohnungen eingerichtet. 1952 wurde der Betrieb eingestellt. Die Wasserspeicher eignen sich wegen ihrer besonderen Akustik für Ton- und Klanginstallationen, so dass dort viele erfolgreiche Kunstprojekte stattfinden. Kürzlich wurde er innen und außen umfassend saniert. Die Zimmer der zwölf Wohnungen haben die Form eines Tortenstückes. Die Chancen, an eine derartig extravagante Unterkunft heranzukommen, ist allerdings sehr gering.

Prenzlauer Berg im Überblick
Der Berliner Apotheker Heinrich Prell gründete 1842 in der Neuen Jakobstraße 26 eine kleine Brauerei mit Bierstube. Nach seinem Tod erwarb Jobst Schultheiss die Brauerei samt Lagerkeller in der Schönhauser Allee 36 -39. Er gab dem Bier seinen später weltberühmt werdenden Namen und eröffnete in der Schönhauser Alle einen weiteren Ausschank mit Garten. Nach über 100 Jahren traditionsreichen Bierbrauens – von Mitte des 19.Jahrhunderts bis 1967 – wurde an diesem Standort 1991 die Kulturbrauerei im Zuge der Wende ins Leben gerufen und avancierte im Laufe der letzten Jahren zu einer der größten alternativen Kultureinrichtungen der Hauptstadt. 1995 erwarb die TGL Treuhand Liegenschaftsgesellschaft mbH die Immobilie und entwickelte seit Herbst 1998 das 25 000 qm große Areal mit seinen unter Denkmalschutz stehenden Bauten zu einem neuen Standort für Kultur und Kunst, Gewerbe und Dienstleistungen. Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen und Gespräche finden hier ebenso statt wie Ausstellungen, Instrumentalkurse, Parties, Discotheken und Veranstaltungen für Kinder statt. Betrieben wird die Einrichtung von einer gemeinnützigen GmbH.

Das Zeiss-Großplanetarium wurde von 1985 bis 1987 auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerkes gebaut. Die Innenkuppel wirkt überdimensional, ist aber nur 14,5 Meter hoch. Der Sternenhimmel wird mit Hilfe des sogenannten „Cosmoramas" an das künstliche Firmament gezaubert. Ob Winterhimmel über Berlin oder das Sternengeflimmer der südlichen Hemisphäre, allerlei technische Raffinesse verbindet sich zu einer tollen Show. Zeitreisen werden möglich und die vieltausendjährige Geschichte des Alls wird auf spannende 60 Minuten komprimiert.

Die Böse-Brücke entstand von 1912 - 1916 für eine Million Reichsmark und verbindet Prenzlauer Berg mit Wedding. Benannt ist das Bauwerk seit 1948 nach dem 1944 in Brandenburg hingerichteten Kommunisten Wilhelm Böse. Als die DDR am 13. August 1961 den Westteil Berlins abriegelte wurde eine Passierstelle eingerichtet. Am 9. November 1989 öffnete sich um 20.30 hier erstmals der "Eiserne Vorhang" in der DDR, so dass Tausende Ostberliner gen Wedding strömten - Bilder, die um die Welt gingen.

Auf dem östlichen Teil des 1825 eröffneten und 1912 an die Stadt verkauften ehemaligen Exerzierplatzes wurde 1913 ein Sportplatz angelegt. 1952 erhielt er anläßlich des 100 Geburtstages von Friedrich-Ludwig-Jahn (1778-1852) den Namen des „Turnvaters" Jahn. Der engagierte deutsche Erzieher und Initiator einer breiten Turnbewegung hatte 1811 für die Einrichtung des ersten Berliner Sportplatzes in der Hasenheide gesorgt. Das Stadion wurde zu den III. Weltfestspielen der Jugend und Studenten nach einem Umbau wiedereröffnet. In der Folgezeit fanden hier wichtige Fußballspiele statt und es war in die Streckenführung der internationalen Friedensfahrt der Radsportler einbezogen. Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark bildet heute einen festen Treffpunkt für Sport- und Freizeitveranstaltungen. Eine interessante Plastik hat hier ihren Platz. Mann kann sie schon aus der Ferne, hinter der Freifläche auf einem Sockel entdecken. Die Bronzefigur „Fußballspieler" zeigt einen jungen Sportler, der im Begriff ist, einen Schuss abzugeben und stammt von einem italienischen Bildhauer.

Das Denkmal erinnert an den 1944 von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Buchenwald ermorderten KPD-Führer Ernst Thälmann. Die 13 m hohe und 50 Tonnen schwere Bronceplastik des sowjetischen Bildhauers Lew Kerbel wurde 1986 zur Eröffnung des Thälmann-Parks mit 1332 neuen Wohnungen aufgestellt. Nach 1990 hat es viele Diskussionen um die Zukunft des Denkmals gegeben. Abrisspläne wurden indes aber wieder verworfen und so liefern sich Schmierfinken und eine Bürgerinitiative Duelle um das Erscheinungsbild der Plastik.

An der Ecke Stargarder Straße / Greifenhagener Straße befindet sich die Gethsemanekirche, deren Turm weit sichtbar empor ragt. Sie war für die Ereignisse im Herbst 1989 so etwas wie ein Bollwerk der Opposition gegen den an sein Ende gekommenen DDR-Staat. Die Kirche war Tag und Nacht geöffnet, das Portal von leuchtenden Kerzen erhellt. Als derartige Hochburg der Opposition standen natürlich sämtliche Aktivitäten unter strenger Beobachtung der Staatssicherheit. Anders als auf der Straße fiel hier die Tarnung jedoch schwer, da sie umstrittene Passagen natürlich nicht beklatschen konnten, andererseits aber oft vor dem Schlussgebet die Veranstaltung verließen. Der Bau wurde auf einem Grundstück, das die Gutsbesitzerwitwe Caroline von Griebenow der Kirche als Geschenk überließ, 1891 bis 1893 durch den Geheimen Baurat August Orth (1828-1901) als Klinkerbau in neugotischem Stil errichtet und 1893 eingeweiht. Sie ist die älteste protestantische Kirche im Ortsteil Prenzlauer Berg.

Mit dem Bau der Max-Schmeling-Halle wurde am 21.Juni 1993 begonnen, in Betrieb ist sie seit dem September 1996. Für 200 Mio DM entstand auf dem 17000 qm großen Grundstück an der Gaudystraße eine Lokation für Sport- und Musikveranstaltung mit bis zu 10000 Zuschauerplätzen. Ein Stahldach mit 6500 qm und 10000 qm begrünte Dachfläche umschließen einen Bruttorauminhalt 318.000 Kubikmetern. Darüber hinaus gibt es ein Restaurant mit 200 Sitzplätzen und eine Dreifach-Sporthalle.
Das Areal an der Raumerstraße wurde 1897 nach dem Physiologen und Physiker Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz (1821 – 1894) benannt. Auf dem heutigen Helmholtzplatz befanden sich ab 1872 eine Ziegelei. Mehrfach wurde der Platz in der Folgezeit umgestaltet. Zuletzt wurde der Platz von 1999 bis 2001 in drei Bauabschnitten für 2,2 Millionen Mark saniert und ein Abenteuerspielplatz angelegt.

Auf einer 5000 qm großen Fläche an der Marienburger Straße gibt es seit 1999 eine Einrichtung, die gerade bei Kindern sehr beliebt ist. Marie nennen die Knirpse liebevoll den betreuten Abenteuerspielplatz der mit Beteiligung der Anwohner geplant und durch viel Eigeninitiative und europäische Fördergelder errichtet worden ist. Solarstrombetriebene Leuchten und ein Kiosk ermöglichen eine Nutzung bis in die Abendstunden. Durch den Umbau einer benachbarten Schulfreifläche konnte die Aufenthaltsqulität noch erhöht werden.

Alt, grau und verfallen, so präsentiert sich das Stadtbad Oderbergerstraße seit vielen Jahren seinen Betrachtern. Die nach Entwürfen des Baustadtrates Ludwig Hoffmann von 1899 - 1902 erbaute öffentlliche Reinigungsanstalt war eines der ersten Bäder Berlins. Um die zentral liegende Schwimmhalle mit Kreuzgradwölbung, seitlichen Arkaden und einer Galerie gruppieren sich nach englischem Vorbild in den Seitenflügeln Wannen-und Brausebäder. Seit das denkmalgeschützte Gebäude kurz nach der Wende geschlossen wurde, ist eine Bürgerinitiative um den Erhalt und die Sanierung der Einrichtung bemüht. Seit einigen Jahren hat sich der Öko-Markt am Kollwitzplatz etabliert und ist nur einer von zahlreichen Anziehungspunkten, der Touristen in die wohl quirligste Gegend des Prenzlauer Bergs ziehen. Der Platz und die gleichnamige Straße wurden im Jahre 1947 nach der Graphikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867 – 1945), die hier 50 Jahre lang wohnte, benannt. Ihr Mann, Dr. Karl Kollwitz, war der Armenarzt von Prenzlauer Berg. Die heutige Kollwitzstraße hieß zuerst Weißenburger Straße. 1875 erfolgte die Erstbenennung des heutigen Kollwitzplatzes als Wörtherplatz. Während des 2. Weltkrieges wurde auch das Wohnhaus der Familie Kollwitz zerstört. An der Stelle, wo es stand, ist zur Erinnerung an Käthe Kollwitz eine von F. Diederich ausgeführte Kalksteinnachbildung ihrer 1932 bis 1937 geschaffenen Plastik „Schützende Mutter" aufgestellt worden. Ein Denkmal von Gustav Seitz (1906 – 1969) erinnert seit 1959 an die Künstlerin. Der „Kolle", wie er liebevoll genannt wird, umgeben von vielen Szenencafés- und Restaurants, bietet den Besuchern Möglichkeiten zu ausgedehnten Nachtgesprächen.


Klar könnt ihr mir schreiben und auch paar neckische Pics schicken, oder paar Neuigkeiten aus dem Kiez, oder wir verabreden uns hier und lungern irgendwo nett rum.....



  


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