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Selbstverfreilich
gibt es Berlin-Prenzlauer Berg!!!
Wer
den nicht kennt, hat die Welt verpennt!!!



Mein
Zuhause - meine Heimat - mein Kiez - meine Identität
Mein
Lebensmittelpunkt wurde 2001 zum Ortsteil degradiert - seufz

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|
Prenzlauer Berg |
Weißensee |
Pankow |
ZwangsPankow |
Fläche insgesamt : |
1.095 ha |
3.016 ha |
6.190 ha |
10.301 ha |
Gebäude- und Freifläche |
596 ha |
1.206 ha |
1.749 ha |
3.551 ha |
Betriebsfläche |
5 ha |
18 ha |
142 ha |
165 ha |
Erholungsfläche |
145 ha |
542 ha |
725 ha |
1.413 ha |
Verkehrsfläche |
314 ha |
408 ha |
653 ha |
1.375 ha |
Landwirtschaftsfläche |
13 ha |
694 ha |
1.201 ha |
1.908 ha |
Waldfläche |
------ |
17 ha |
1.209 ha |
1.225 ha |
Wasserfläche |
------ |
36 ha |
108 ha |
144 ha |
Flächen anderer Nutzung |
22 ha |
94 ha |
403 ha |
520 ha |
Wo ich persönlich ab und an mal zu finden bin:
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CoctailPizzeria Mosaik, Greifenhagener
Str. 26, 10439 Berlin
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Prenzlauer Allee 104, 10409 Berlin, Fon: 030 / 42161893
Mo-Fr 7.00 - 24.00, Sa 7.00 - 23.30
(Ich bin meist nach 22.00 Uhr dort.)
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Schönhauser Allee = u. a. aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Schönhauser Allee ist die größte Einkaufsstraße im
Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und eine bedeutende Verkehrsachse vom Schönhauser
Tor in den Norden von Berlin. Den Namen verdankt die Straße dem Schloß
Schönhausen im Pankower Stadtteil Niederschönhausen. Laut Lexikon
der Berliner Straßennamen trägt die Schönhauser Allee seit dem
27. Dezember 1841 ihren heutigen Namen. Von ungefähr 1490 bis zum 17. Jahrhundert
hieß die Straße demnach Pankowscher Landweg, anschließend,
bis ungefähr 1825/26, wurde sie Schönhauser Weg genannt. Vor ihrer
endgültigen Umbenennung in Schönhauser Allee hieß die Straße
rund 15 Jahre lang Chaussee vor dem Schönhauser Tor. Als weitere Namen
sind noch Schönhausensche Landstraße, Chaussee nach Pankow, Chaussee
nach Niederschönhausen, Pankower Chaussee überliefert.
Die Schönhauser Allee ist eine der sieben nach Norden und Osten führenden
radialen Ausfallstraßen, die vom historischen Zentrum der Stadt, also
im Wesentlichen vom Alexanderplatz, ausgehen. Diese sind, im Uhrzeigersinn:
Brunnenstraße, Schönhauser Allee, Prenzlauer Allee, Otto-Braun-Straße/Greifswalder
Straße, Landsberger Allee, Karl-Marx-Allee/Frankfurter Allee, Holzmarktstraße/Mühlenstraße/Stralauer
Allee.
Die Allee beginnt an der Kreuzung Torstraße/Rosa-Luxemburg-Straße,
dem früheren Schönhauser Tor der Berliner Zollmauer, an der Grenze
zwischen den Stadtteilen Mitte und Prenzlauer Berg als Verlängerung der
Alten Schönhauser Straße. Sie verläuft auf etwa 3 km Länge
durch den ganzen Stadtteil und geht an der Einmündung der Schonenschen
Straße, an der Grenze zum Ortsteil Pankow, in die Berliner Straße
über. Ihren Mittelpunkt hat sie ungefähr an der Kreuzung zur Eberswalder
Straße/Danziger Straße (Geografische Lage: Koordinaten: 52° 32' 28 N, 13° 24' 45 O52° 32' 28 N,
13° 24' 45 O).
Wichtige Querstraßen sind der Straßenzug Schwedter Straße/Metzer
Straße am Senefelderplatz, der Straßenzug Eberswalder Straße/Danziger
Straße, an derselben Kreuzung münden auch die Kastanienallee und
die Pappelallee ein, der Straßenzug Gleimstraße/Stargarder Straße,
der Straßenzug Schivelbeiner Straße/Wichertstraße, und der
Straßenzug Bornholmer Straße/Wisbyer Straße wenige Meter vor
dem nördlichen Ende der Schönhauser Allee.
Die Schönhauser Allee ist auch für das öffentliche Verkehrsnetz
eine wichtige Straße. Die Straße wird in ganzer Länge von der
U-Bahn-Linie U 2 durchfahren. In der Schönhauser Allee befinden sich
drei U-Bahnhöfe dieser Linie (Senefelderplatz, Eberswalder Straße
und Schönhauser Allee). Am Hochbahnhof Schönhauser Allee kreuzt die
Straße den S-Bahn-Ring, dies ist der wichtigste ÖPNV-Knoten des Stadtteils.
In der (lebendigeren) Nordhälfte der Straße fahren außerdem
Straßenbahnen der Linie M 1, sie hat in der Schönhauser Allee
vier Haltestellen. Im Zuge der Kastanienallee und Pappelallee kreuzt die Straßenbahnlinie
12 die Schönhauser Allee, an derselben Stelle außerdem die Linie
M 10 im Verlauf der Eberswalder und Danziger Straße. Am nördlichen
Ende der Straße, an der Bornholmer Straße, kreuzen außerdem
die Straßenbahnlinien M 13 und 50. Entlang der Schönhauser Allee
verläuft beidseitig ein Radweg. Auf dem Abschnitt von der Torstraße
bis zum Senefelderplatz verläuft der Radfernweg Berlin-Usedom.

Geschichte der Schönhauser Allee
Die Landstraße vom königlichen Berlin nach Pankow = Die heutige Schönhauser
Allee entstand im Mittelalter als Verbindungsweg zwischen der noch recht kleinen
Stadt Berlin und den Dörfern Pankow und Niederschönhausen. Das Gebiet
beiderseits des Wegs war bis ins 13. Jahrhundert hinein bewaldet und wurde dann
gerodet und landwirtschaftlich genutzt. Zu gewisser Bedeutung kam die Straße
ab 1691, als Kurfürst Friedrich III. der Familie Grumbkow das Gutshaus
Niederschönhausen abkaufte und zum Schloß umbauen ließ. Um
dem Fürsten die etwa 6 km lange Reise zu seinem Schloß angenehmer
zu machen, wurden vier Jahre später entlang der „Schönhausenschen
Landstraße“ Linden gepflanzt. 1708 entstand an der heutigen Ecke zur Torstraße
das „Königliche Vorwerk vor dem Schönhausenschen Landwehr“ mit einem
Gutshaus und damit die ersten Gebäude an der Straße. Die von Friedrich
II. nach der Thronbesteigung verstoßene Gattin Elisabeth Christine wurde
1740 von diesem nach Schloß Niederschönhausen abgeschoben. Da aber
ausländische Gesandte der Königin weiterhin ihre Aufwartung machen
mußten, wurde die Schönhausensche Landstraße sozusagen zum
ersten Mal in ihrem Dasein zur Protokollstrecke für Staatsbesucher und
Diplomaten. Im frühen 19. Jahrhundert begann erst langsam, dann immer stürmischer,
die Bebauung des Mühlenberges. Die fünf von Berlin nach Nordosten
führenden Straßen wurden 1822 durch einen Communicationsweg (heute:
Danziger Straße) miteinander verbunden. Ein Jahr später kaufte Wilhelm
Griebenow das vor dem Konkurs stehende königliche Vorwerk samt seiner Ländereien
zu günstigen Konditionen, mit der Absicht, das Land zu parzellieren und
mit großem Gewinn zu verkaufen. Dies gelang ihm bereits nach zwei Jahren,
als er den Platz an der „Einsamen Pappel“ zu einem äußerst hohen
Preis an den Preußischen Militärfiskus verkaufte, der dort einen
Exerzierplatz anlegte. Im selben Jahr kaufte die jüdische Gemeinde von
Berlin ein fünf Hektar großes Grundstück an der nun Chaussee
nach Pankow genannten Straße zur Anlage eines Friedhofs, dem Jüdischer
Friedhof Schönhauser Allee. Als erste Querstraßen zur Chaussee nach
Pankow ließ Griebenow die Kastanienallee und die Pappelallee anlegen.
1826 wurde das außerhalb der Stadtmauer, zwischen Rosenthaler und Landsberger
Tor liegende Gebiet ohne speziellen Bebauungsplan zur Besiedlung freigegeben.
Zwei Jahre später wurde die bislang aus Lehm bestehende Chaussee gepflastert.

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Der Pfefferberg
am Senefelderplatz
Simon Kremser, der seit 1825 eine Pferdeomnibuslinie zwischen dem Brandenburger
Tor und Charlottenburg betrieb, eröffnete 1835 den Linienverkehr zwischen
dem Schönhauser Tor und Pankow, der vor allem an Sonn- und Feiertagen gerne
genutzt wurde. 1837 entstand in der Kastanienallee eine Fuhrmannsschenke, die
auf einer Wiese lag und nach dieser (lat. pratum) Prater genannt wurde. Der
bayerische Bierbrauer Pfeffer eröffnete 1841 auf dem Hügel am Beginn
der Chaussee eine Brauerei mit Biergarten, die sich rasch großer Beliebtheit
erfreute und nach ihrem Begründer noch heute Pfefferberg genannt wird.
1853 kaufte der Unternehmer Jobst Schultheiß die vom Apotheker Heinrich
Prell gegründete Norddeutsche Lagerbierbrauerei in der Schönhauser
Allee 39, die seitdem „Zum Schultheißbräu“ hieß, und die 1860
um einen Biergarten erweitert wurde. Weitere Brauereien errichteten Bötzow
in der Saarbrücker Straße, Groterjan an der Ecke Schönhauser
Allee/Milastraße. Dazu kam noch die Königsstadt-Brauerei an der Ecke zur Saarbrücker
Straße. Alle diese Brauereien verfügten über Biergärten
für Ausflügler.

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Spekulanten und Mietskasernen: Die Besiedlung des Prenzlauer
Berges
Mit
dem „Bebauungsplan der Umgebungen Berlins“ des Kanalisationsfachmanns und Baurats
James Hobrecht begann 1862 die planmäßige Bebauung des bislang nur
entlang der seit 1841 so bezeichneten Schönhauser Allee besiedelten Windmühlenbergs.
Das erste Stadtviertel entstand im Bereich des Teutoburger Platzes zwischen
Choriner Straße und Schönhauser Allee. Im Verlauf fiel auch die immer
noch existierende und den Verkehr behindernde Zollmauer um Berlin mitsamt ihrer
Tore einschließlich des Schönhauser Tors. In den folgenden Jahren
entfaltete sich eine Grundstücksspekulation gewaltigen Ausmaßes,
die bis in die neunziger Jahre hinein zahlreiche Firmenzusammenbrüche und
Pleiten privater Anleger verursachte. Das Gebiet des heutigen Stadtteils wurde
damals mit meist fünfstöckigen Mietskasernen mit Quergebäuden
und zahllosen Hinterhöfen bebaut. Die Bevölkerung bestand vorwiegend
aus Arbeiterfamilien. Der 1871 eröffnete Nordring, zunächst in weitem
Bogen um Berlin herum angelegt, wurde innerhalb kurzer Zeit von der in rasantem
Tempo wachsenden Großstadt überwuchert. Zur Erschließung der
neuen Wohngebiete entlang der Schönhauser Allee eröffnete die Große
Berliner Pferde-Eisenbahn AG eine Pferdebahnlinie vom Schönhauser Tor nach
Pankow. 1879 eröffnete die Ringbahn einen Bahnhof an der Schönhauser
Allee, der außer den Anwohnern auch den Ausflüglern nach Pankow und
Niederschönhausen diente. Seit 1881 fuhren dann auch in der Kastanienallee
Pferdebahnen. Ein Probebetrieb mit dampfbetriebenen Straßenbahnen auf
der Schönhauser Allee verursacht enorme Ruß- und Lärmbelästigung.
Nach zahlreichen Protesten wütender Anwohner wurde der Versuch nach drei
Wochen abgebrochen. Die Schultheiß-Brauerei eröffnete 1891 an der
Ecke Franseckistraße (heute Sredzkistraße) ihren vom Architekten
Franz Schwechten entworfenen Neubau, der noch heute existiert. Zwei Jahre später
wurde mit großem Aufwand und in Anwesenheit des Kaiserpaares und zahlreicher
weiterer Amtsinhaber von Kirche, Staat und Armee die vom Geheimen Baurat August
Orth entworfene Gethsemanekirche in der Stargarder Straße, wenige Schritte
von der Schönhauser Allee entfernt, eingeweiht. Das Grundstück hierzu
wurde von Caroline Griebenow, der Witwe des bereits erwähnten Grundstücksspekulanten,
der Gemeinde geschenkt. 1894 entstand sozusagen gegenüber, das heißt
an der Ecke Schönhauser Allee / Gleimstraße, ein Pferdebahndepot
der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn AG. Es bestand aus einer Wagenabstellhalle,
Pferdeställen und Werkstätten. Außerdem eröffnete dieselbe
Gesellschaft eine Pferdebahnlinie, die, am Senefelderplatz von der Schönhauser
Allee abzweigend, durch die Weißenburger Straße (heute Kollwitzstraße)
zur Danziger Straße führte. 1899 verkehrte die erste elektrische
Straßenbahn vom Ringbahnhof Schönhauser Allee nach Rixdorf (Neukölln).
Eine weitere Kirche, die katholische Herz-Jesu-Kirche an der Ecke Schönhauser
Allee / Fehrbelliner Straße, die nach Plänen von Christoph Hehl erbaut
wurde, wurde 1898 geweiht. Zehn Jahre danach folgte mit der evangelischen Segenskirche
eine dritte Kirche gegenüber der Einmündung der Wörther Straße.
Der Prater in der Kastanienallee eröffnete 1905 einen Festsaal, der in
der Folge als Schauplatz für zahlreiche große Veranstaltungen diente,
darunter Kundgebungen der Arbeiterbewegungen mit Rednerinnen und Rednern wie
Clara Zetkin, Rosa Luxemburg und August Bebel. Daneben fanden dort auch im Freien
Sportveranstaltungen wie beispielsweise Boxkämpfe statt. 1912 kaufte die
Stadt Berlin dem Militärfiskus die östliche Hälfte des Exerzierplatzes
Einsame Pappel ab, um Sport- und Erholungsflächen anzulegen. Das vom Architekten
Fritz Wilms zum Kino-Varieté Colosseum umgebaute ehemalige Straßenbahndepot
in Nr. 123 / Ecke Gleimstraße wurde 1924 eröffnet und bot 1200 Besuchern
Platz. 1930 wurde das Kino durch die Ufa übernommen und von Erich Teschenmacher
dem Zeitgeschmack angepaßt. Der S-Bahn-Ring wurde 1929 auf elektrischen
Betrieb mit den erst 1997 aus dem Verkehr gezogenen Stadtbahnwagen umgestellt.
Ein Jahr später wurde die Hochbahnlinie in der Schönhauser Allee um
eine Station bis nach Pankow (Vinetastraße) verlängert. Der dortige
Bahnhof ist unterirdisch. Der gesamte Hochbahnabschnitt in der Schönhauser
Allee und der Berliner Straße mißt 1,7 km. Im gleichen Jahr eröffneten
Max und Charlotte Konnopke ihrem berühmten Wurststand unter dem Hochbahnhof
Danziger Straße, der noch heute existiert. 1932 wurde der Prater von den
Berliner Kinobetrieben GmbH übernommen und in ein Kino umgewandelt.
Die Hochbahn
in der Schönhauser Allee
Am
18. April 1906 schloß die Stadt Berlin einen Vertrag ab, dessen Folgen
das Bild der Schönhauser Allee bis heute prägen: die Hochbahngesellschaft
erhielt die Genehmigung zum Bau einer Strecke vom Potsdamer Platz zum Ringbahnhof
Schönhauser Allee. Da die Baukosten in der Innenstadt durch technische
Probleme bei Spree- und Häuserunterfahrungen weit über das geplante
Maß hinausgingen, entschloß sich die Hochbahngesellschaft, den nördlichen
Streckenabschnitt in Form einer preiswerteren Hochbahn zu errichten. Auch die
Querung der im Einschnitt verlaufenden Ringbahn an der Schönhauser Allee
wäre unterirdisch nur mit großem Aufwand möglich gewesen. Das
Projekt stieß anfangs auf viel Kritik. Proteste der Hausbesitzer (wegen
„Erschütterung“), der Geschäftsleute (wegen Geschäftsschädigung),
der Anwohner (wegen Lärms) und der potenziellen Fahrgäste (wegen des
geplanten Fahrpreises von dreißig Pfennigen) waren die vorherrschenden
Reaktionen. Abgesehen davon war bekannt, daß die Hochbahngesellschaft,
um Prozessen mit Anwohnern auszuweichen, dazu neigte, Grundstücke entlang
der Strecke aufzukaufen. Dies trieb die Bodenpreise in der Umgebung in die Höhe
und führte dazu, daß zahlreiche Hausbesitzer, ohne die Interessen
der Hausbewohner zu beachten, auf Grundstücksspekulation setzten. Die Bauarbeiten
für die Verlängerung vom Spittelmarkt in Richtung Norden begannen
1910. Nach drei Jahren Bauzeit wurde die Strecke bis zum Alexanderplatz am 1.
und zum Bahnhof Nordring am 27. Juli 1913 eröffnet. Die Hochbahnhöfe
Danziger Straße (heute Eberswalder Straße) und Nordring (heute Schönhauser
Allee) wurden von Johannes Bousset und Alfred Grenander entworfen. Die gesamte
Hochbahnanlage in der Schönhauser Allee wurde 1979 in die Bezirksdenkmalliste
aufgenommen. Der
Hochbahnviadukt auf der Mittelpromenade = Nördlich der interessanten Kreuzung
Eberswalder Straße verläuft die Schönhauser Allee relativ geradlinig
mit dem Hochbahnviadukt in der Straßenmitte. Abgesehen vom Jahn-Sportpark,
der mit einem Eck auf die Schönhauser Allee stößt und die Häuserfront
für etwa 100 Meter unterbricht, zeichnet sich die Straße hier durch
ein geschlossenes Straßenbild aus. Auf ihrer östlichen Seite führt
die Schönhauser hier an der Bremer Höhe und der Gneiststraße
vorbei. Letztere wird wegen ihrer durchgehend erhaltenen Altbausubstanz gerne
als Originalschauplatz für Spielfilmproduktionen gewählt. Ein großes
Ärgernis ist die Unmöglichkeit, als Fußgänger die Straße
zu überqueren. Leider blieb die Mittelpromenade von der Straßensanierung
der neunziger Jahre ausgenommen und ist weiterhin von Gittern umgeben, die die
Fußgänger teilweise zu großen Umwegen zwingen. Auch der Weg
unter dem Viadukt, entlang dem man früher bei Regen von der Wisbyer Straße
bis zur Kastanienallee laufen konnte, ohne naß zu werden („Magistratsschirm“),
ist unpassierbar, da die Unterbrechungen der Mittelpromenade durch Querstraßen
vergittert sind. Im Bereich des S- und U-Bahnhofs Schönhauser Allee liegen
die neuen kommerziellen Hauptattraktionen der Straße wie das Kinozentrum
Colosseum mit zehn Kinosälen an der Ecke Gleimstraße oder das Einkaufszentrum
Schönhauser-Allee-Arcaden.
Die nationalsozialistische Diktatur und der Zweite Weltkrieg
Am
25. Januar 1933, fünf Tage vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten,
zog ein antifaschistischer Protestzug mit rund 100.000 Teilnehmern vom Helmholtzplatz
über die Schönhauser Allee zum Karl-Liebknecht-Haus, dem Sitz der
KPD. Bereits im Februar 1933 errichtete die SA auf dem Wasserwerksgelände
zwischen Belforter und Tresckowstraße (heute Knaackstraße) ein „wildes“
Konzentrationslager. Hunderte von Nazigegnern, vor allem aus den Arbeiterparteien,
wurden hier gefoltert und viele von ihnen starben an den Mißhandlungen.
Trotz des Terrors gegen die anderen Parteien kam die NSDAP in Prenzlauer Berg
bei den Reichstagswahlen 1933, den letzten freien Wahlen, nur auf 30 Prozent
der Stimmen; SPD und KPD lagen jeweils fast gleichauf. Beim ersten Luftangriff
auf den Stadtteil wurden im September 1940 in der Kastanienallee und in der
Oderberger Straße mehrere Menschen getötet. Die planmäßigen
Angriffe auf Berlin begannen 1943. Allein am 22. und 23. November 1943 verloren
in Prenzlauer Berg rund 32.000 Menschen ihr Zuhause. Ein mit Bomben bestücktes
Flugzeug stürzte auf die Häuserzeile am westlichen Eck des Senefelderplatzes
und zerstörte den gesamten Straßenblock zwischen Kollwitz-, Metzer,
Straßburger und Belforter Straße. Im August 1944 wurden „alle öffentlichen
Veranstaltungen nicht kriegsmäßigen Charakters“ verboten und „Vergnügungsstätten“
wie der Prater oder das „Colosseum“ geschlossen. Durch einen Denunzianten kam
die SS 1944 auf die Spur einer Gruppe von Kriegsgegnern, die eine Zisterne auf
dem Jüdischer Friedhof Schönhauser Allee als Versteck nutzten. Sie
wurden durch die SS aufgespürt und an den umstehenden Bäumen aufgehängt.
In erbitterten Straßenkämpfen, die sich über viele Tage hinzogen,
eroberte die Rote Armee Ende April 1945 von Norden her kommend den Stadtteil.
In der Nacht zum 2. Mai versuchten übrig gebliebene Wehrmachtstruppen mit
Panzern einen Durchbruch über die Schönhauser Allee nach Norden, was
im Bereich des S-Bahnhofs zu heftigen Gefechten mit der Roten Armee führte.
Am selben Tag unterzeichnete der Kampfkommandant von Berlin, Helmuth Weidling,
die Kapitulation der Stadt.
Der Wiederaufbau
1946
wurde der „Prater“ anstelle der zerstörten Volksbühne zum Theater
für die arbeitende Bevölkerung. Drei Jahre später übernahm
die DEFA den Prater als erstes unternehmenseigenes Kino, unter anderem für
Uraufführungen. Dieses Privileg verlor der Prater 1957 an das wiedereröffnete
„Colosseum“. Im November 1947 überließ der Bezirk dem Amt für
Aufbau der Stadt Berlin einen Teil des ehemaligen Exerzierplatzes zur Endlagerung
von Trümmerschutt. Daneben entstand anläßlich der Weltjugendfestspiele
1951 ein Stadion und mehrere Sportplätze, die kurz darauf den Namen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
erhielten. 1950 wurde die Danziger Straße und der gleichnamige Hochbahnhof
nach dem bulgarischen Kommunistenführer Georgi Dimitrow in Dimitroffstraße
umbenannt. Als „schönstes und größtes seiner Art in Berlin und
der Republik“ wurde 1957 an der Ecke Milastraße das Selbstbedienungs-Kaufhaus
„Fix“ eingeweiht. Überhaupt genoß die Schönhauser Allee seit
den fünfziger Jahren gewisse Privilegien, da sie den in Pankow residierenden
SED-Oberen als Anfahrtsstrecke zu ihren in der Innenstadt gelegenen Arbeitsstätten
diente. Um das Auge der selbsternannten Führer der Arbeiterklasse nicht
allzu sehr zu beleidigen, wurde die Schönhauser Allee 1957 zum ersten innerstädtischen
Sanierungsgebiet mit Häusermodernisierungen und Schließung von kriegsbedingten
Baulücken. Als nach der Umsiedlung der Funktionäre nach Wandlitz die
Greifswalder Straße diese Funktion übernahm, blieb die Schönhauser
Allee weiterhin „Protokollstrecke“, da das Schloß Schönhausen als
Gästehaus der DDR-Regierung diente und so immer wieder hochrangige Staatsbesucher
entlang der „Schönhauser“ zu bewundern waren. Ein Umbau des S- und U-Bahnhofs
Schönhauser Allee erleichterte ab 1962 erheblich das Umsteigen zwischen
den beiden Bahnsystemen. Das ehemalige „Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“
an der Ecke Sredzkistraße wurde im selben Jahr als „Kreiskulturhaus Erich
Franz“ wiedereröffnet. Nachdem der Prater 1967 zum Kreiskulturhaus wurde,
eröffnete 1970 die FDJ hier den Franz-Club mit attraktiven Musik- und Tanzveranstaltungen,
die bald in der ganzen Republik berühmt wurden. Um 1973 wurde im Gebiet
um den Hochbahnhof eine „komplexe Rekonstruktion“ mit Blockentkernung durchgeführt.
1981 erarbeitete eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus Architekten und
bildenden Künstlern einen Entwurf zur Umgestaltung der Schönhauser
Allee. Als erste Maßnahme wurden das Aufstellen von Bäumen in Kübeln
und die Schaffung von Sitzgelegenheiten sowie die Überdachung wichtiger
Bereiche durch farbige Vordächer oder Arkaden vorgeschlagen. Die Pläne
stießen bei der politischen Führung auf Ablehnung. Im Sommer 1985
wurde der Viadukt der Hochbahn in der Schönhauser Allee umfassend rekonstruiert.
Die Schönhauser Allee im Grenzgebiet
1961
machte die nur wenige hundert Meter entfernt verlaufende Mauer einen Teil der
Schönhauser Allee zum grenznahen Gebiet und einige von ihr abzweigenden
Straßen wie beispielsweise die Eberswalder Straße zu Sackgassen.
Zwei Studenten der TU, die im Besitz von Plänen der Kanalisation in der
Gleimstraße waren, gelang es, durch diese fünf Ostberliner Mitstudenten
in den Westen fliehen zu lassen. 1963 wurde ein 100 m breiter Streifen östlich
der Mauer zum Grenzgebiet erklärt, das nur von Anwohnern betreten werden
durfte. Besucher oder im Gebiet Beschäftigte benötigten nun zur „Einreise“
Passierscheine. So war u. a. auch ab der Malmöer Straße Schluß
für DDR-Bürger und alle abzweigenden Straßen grenznahes Gebiet,
inkl. der Kleingartenanlage Bornholmer Straße.
Der Herbst
1989
Genau
wie während seiner gesamten Geschichte war der Bezirk Prenzlauer Berg auch
während der DDR-Zeit ein ausgesprochen schwer regierbares Gebiet. Hier
konzentrierten sich die Aktivitäten von regimekritischen Künstlern,
Kirchengruppen und der Friedensbewegung. Bekannt wurden unter anderem die Auseinandersetzungen
um die Umweltbibliothek der Zionsgemeinde Anfang der achtziger Jahre. Bei den
von der DDR-Führung inszenierten „Wahlen“ hatte der „Wahlvorschlag“, die
Einheitsliste der „Nationalen Front“, im Prenzlauer Berg die republikweit meisten
Nein-Stimmen hinzunehmen; bei den manipulierten Kommunalwahlen vom Mai 1989
waren es (nach offiziellen Angaben) immerhin für DDR-Verhältnisse
sensationelle 1,9 Prozent. Während der Revolution im Herbst 1989 wurde
die wenige Schritte von der Schönhauser Allee entfernte Gethsemanekirche
in der Stargarder Straße mit Fürbittgottesdiensten, Mahnwachen und
friedlichen Demonstrationen zu einem der wichtigsten Zentren des Widerstands
innerhalb Berlins. Am 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der Gründung der DDR,
schlugen Sicherheitskräfte, bestehend aus Einheiten der VP-Bereitschaft
und Mitarbeitern der Staatssicherheit, einen aus der Innenstadt kommenden Protestzug
in der Schönhauser Allee gewaltsam nieder und verhafteten zahllose Demonstranten.
Am 9. November öffnete die DDR-Führung die Mauer am nahe gelegenen
Grenzübergang Bornholmer Straße. Am 11. November wurde auch in der
Eberswalder Straße ein provisorischer Grenzübergang eingerichtet.
Die Schönhauser
Allee seit der Wiedervereinigung
Ringbahn
und Hochbahnhof Schönhauser Allee. Kurioserweise verlaufen die S-Bahn-Gleise
unterhalb der Straßenebene, während die U-Bahn auf der Hochbahnstrecke
verkehrt. Die seit 1972 fast leer stehenden Gebäude Schönhauser Allee
20/21 wurden im August 1989 stillschweigend nach und nach von Lehrlingen, jungen
Arbeitern und Studenten besetzt, um den Abriß dieser Häuser zu verhindern.
Öffentlich gemacht wurde diese Besetzung dann im Dezember 1989, als man
vom benachbarten Polizeirevier keine größeren Konsequenzen mehr zu
befürchten hatte. Dies war die erste von zahlreichen Hausbesetzungen in
Ostberlin. Bereits wenige Tage später folgten die Häuser Kastanienallee
85/86 und Schönhauser Allee 5. Im Februar besetzten junge Leute die ehemalige
Likörfabrik Westphal am Kollwitzplatz und eröffneten nach einer Woche
ein Café, das in der Folge zu einem der berühmtesten Treffpunkte
der Alternativszene in Berlin wurde. Im März gründete sich der „Kulturbrauerei
e.V.“ zwecks Einrichtung eines multikulturellen Zentrums mit Kunstwerkstätten
und Räumen für Initiativen und Vereine in der ehemaligen Schultheiß-Brauerei
in der Schönhauser Allee und der Knaackstraße. Im Mai 1992 wurde
das Kesselhaus als Konzert- und Theaterbühne eröffnet. Auch in der
ehemaligen Brauerei Pfeffer am Senefelderplatz etablierte sich eine soziokulturelle
Initiative, das Pfefferwerk. War die Schönhauser Allee während der
DDR-Zeit eine beliebte und lebendige Einkaufsstraße, so geriet sie nach
der Wiedervereinigung in Schwierigkeiten. Nur wenige der alteingesessenen Geschäfte
überlebten die enormen Mietsteigerungen, die Rückübertragungen
an Alteigentümer, die (zumindest vorübergehende) Abwanderung von Stammkunden
nach West-Berlin (besonders in den Wedding) und den Kundenschwund durch die
zahlreichen Baustellen. So zählte man 1993 im nördlichen Abschnitt
der Straße (zwischen Dimitroff- und Bornholmer Straße) 30 leer stehende
Geschäfte. Auf Initiative Westberliner Politiker wurden zum ersten Jahrestag
der Wiedervereinigung das Ostberliner U-Bahn-Netz von kommunistischen Namen
„gesäubert“. Da sich der Bezirk Prenzlauer Berg weigerte, die Dimitroffstraße
(und damit den Hochbahnhof) in Danziger Straße rückzubenennen, wurde
der Bahnhof kurzerhand nach der gegenüberliegenden, wesentlich unbedeutenderen,
aber politisch unverfänglichen Eberswalder Straße benannt, deren
Namen er bis heute trägt. Im folgenden Jahr wurden die beiden Hälften
der ehemaligen Linie A durch die Wiederinbetriebnahme der Schöneberger-Hochbahn
wiedervereinigt und der durchgehende Verkehr auf der jetzigen Linie U 2
von Charlottenburg-Ruhleben bis Pankow aufgenommen. Der Biergarten des ein Jahr
zuvor geschlossenen Praters wurde 1992 wiedereröffnet, das Gebäude
erst 1994 als zweite Spielstätte der Volksbühne. 1993 wurden im Westen
der Schönhauser Allee zwei Großprojekte in Angriff genommen, nämlich
die als Austragungsort der Olympischen Spiele 2000 vorgesehene Max-Schmeling-Halle
(eingeweiht 1996) sowie der Mauerpark auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen
Prenzlauer Berg und Wedding. Das Kino „Colosseum“ wurde 1992 dem Filmproduzenten
Artur Brauner verkauft, der hier 1996 mit dem Bau eines Multiplexkinos („CinemaxX“)
begann. Der Neubau integrierte für erhaltenswert befundene Bauteile des
alten Kinos sowie des ehemaligen Pferdebahndepots und wurde im Winter 1997/98
eröffnet. Direkt gegenüber, über dem S-Bahnhof Schönhauser
Allee wurde im Mai 1997 mit dem Bau der Schönhauser-Allee-Arcaden begonnen,
eines neuen Einkaufszentrums der Trigon-Gruppe und der Bayerischen Vereinsbank.
Aufgrund überhöhter Mietforderungen der Eigentümerin der Kulturbrauerei,
der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) mußte im Juli 1997 der 27
Jahre alte und nach wie vor sehr populäre Franz-Club an der Ecke Sredzkistraße
schließen. Im Jahr 2004 wurde er unter dem Namen frannz wiedereröffnet.
Auf dem Gelände der Brauerei baute die TLG, in Widerspruch zu mit dem „Colosseum“-Investor
Brauner abgeschlossenen Verträgen, ein weiteres Großkino, aus dessen
Profit die übrigen Einrichtungen der Kulturbrauerei subventioniert werden
sollten. Dies wird von der Betreibergesellschaft des Cinemaxx im Collosseum
zum Anlaß genommen, den Betrieb des Traditionskinos an der Ecke Gleimstraße
zum Jahresende 2005 einzustellen und den Mietervertrag mit Artur Brauner zu
kündigen, der dies nicht hinnehmen mag und gerichtliche Schritte ankündigt.
Mittlerweile gehört das Kini zur UCI-Gruppe.
An der Einmündung der Kastanienallee liegt nicht nur etwa die Mitte des
Straßenzugs Schönhauser Allee, sondern die Kreuzung teilt die Straße
auch in zwei reichlich unterschiedliche Hälften. Die direkte Verbindung
des Schönhauser Tores zu seinen benachbarten Toren, dem Prenzlauer Tor
im Osten und dem Rosenthaler Tor im Westen verlief im 18./19. Jahrhundert entlang
der Berliner Zollmauer über die heutige Torstraße. Der südliche
Abschnitt der Schönhauser Allee ist ruhiger als der nördliche Teil.
Bis in die jüngste Zeit standen viele Läden leer, auch in neuen Gebäuden.
Heute hat sich hier vor allem bis zur Schwedter Straße hin eine Geschäftsmischung
aus alternativer Szene und gehobenem Bedarf etabliert, in der das Einkaufen
offensichtlich mit einem Besuch in einem Straßencafé verbunden
wird. Nach wie vor gibt es im südlichen Straßenabschnitt reine Wohnhäuser
oder solche nur mit Arztpraxen oder Anwaltskanzleien. Von den vielen Kriegslücken
sind inzwischen etliche Grundstücke wieder neubebaut. Hier finden sich
größere öffentliche und kulturelle Einrichtungen und die Grünflächen
des jüdischen Friedhofs und des Senefelderplatzes. Besonderheiten weist
vor allem der südlichste Abschnitt auf, d.h. zwischen dem Schönhauser
Tor und der Schwedter Straße. Die Straße erklimmt hier mit mehreren
Kurven die Hangkante des Barnim-Plateaus und steigt also (für Berliner
Verhältnisse) recht stark an. Kurz vor der Einmündung der Fehrbelliner
Straße liegt die (katholische) Herz-Jesu-Kirche.
Senefelderplatz
Der
sich anschließende Senefelderplatz hat die Form eines nach Süden
gerichteten spitzen Dreiecks, mit Grünfläche und dem aus Carrara-Mamor
bestehendem Denkmal des Erfinders der Lithografie Alois Senefelder, geschaffen
vom Berliner Bildhauer Rudolf Pohle. Dieses Dreieck, nach Norden begrenzt durch
die Metzer Straße, nach Osten durch die Kollwitzstraße (früher
Weißenburger Straße), nach Westen durch die Schönhauser Allee,
wurde etwa 1880 mit Miethäusern umbaut und erhielt zunächst den Namen
Thusneldaplatz. Später wurde der Platz nach den Plänen von Hermann
Mächtig umgestaltet, und 1896, vier Jahre nach der Enthüllung des
Denkmals, in Senefelderplatz umbenannt. Die Veränderungen des Platzes ergaben
sich in der Folge durch den Bau der U-Bahn, die Kriegszerstörungen im Zweiten
Weltkrieg und den zeitbedingten Verfall. 1994/95 veranlaßte der Senat
von Berlin umfassende Verschönerungsarbeiten am Platz. Dies betraf vor
allem die Plastik des Denkmals und die historisch öffentliche Bedürfnisanstalt
(in der Form einer Rotunde). Die bis dahin nur provisorische Absperrung der
direkten Einfahrt von der Schönhauser Allee in die Kollwitzstraße
wurde dauerhaft ausgebaut und als Teil der Platzgestaltung einbezogen. Die hier
gelegenen Cafés erfreuen sich seit diesem Umbau auch tagsüber eines
regen Gästezustroms. Die Szenerie belebt sich abends zusätzlich durch
die Gäste des an der Westseite des Platzes gelegenen Kulturzentrums Pfefferberg
und der umliegenden Kneipen. Die Grünanlage des Senefelderplatzes selbst
wird kaum genutzt, da der starke Autoverkehr auf der Schönhauser Allee
die Aufenthaltsqualität hier vermindert. Die durch Kriegszerstörungen
nördlich des Platzes entstandene Frei- bzw. Grünfläche wird seit
Ende 2005 wieder mit Wohnhäusern und einem Hotel bebaut. Es folgt der ruhigste
Abschnitt der Allee mit der ehemaligen Polizeistation, dem jüdischen Friedhof
und dem gegenüberliegenden Komplex aus Grundschule, Sonderschule und Kindertheater.
Gegenüber der Einmündung der Wörther Straße liegt die (evangelische)
Segenskirche. Darauf folgen auf beiden Straßenseiten reine Wohngebäude
in der Zeilenbauweise der fünfziger Jahre.
Ecke Sredzkistraße
Zusammen mit dem
Senefelderplatz ist die Kreuzung mit der Choriner und der Sredzkistraße
der einzige Punkt auf der Schönhauser Allee, wo der Charakter der angrenzenden
Viertel und der Ruf des Prenzlauer Bergs als Ort der Alternativkultur und des
Nachtlebens spürbar wird. Aus der Mittelpromenade der Straße taucht
hier die Untergrundbahn auf und schwingt sich sogleich auf ihr berühmtes
Hochbahnviadukt. Wo die Hochbahn ihr höchstes Niveau erreicht, also kurz
vor der Einmündung der Kastanienallee, beginnt die ganz andere nördliche
Hälfte der Schönhauser Allee.
Der Kollwitzplatz
Ein Stadtplatz im Berliner Bezirk Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg. Er wurde
am 7. Oktober 1947 nach der deutschen Grafikerin und Bildhauerin Käthe
Kollwitz benannt, die hier einen Großteil ihres Lebens im Haus Kollwitzstraße
58 (damals Weißenburger Straße 25) verbrachte. Bis dahin hieß
er Wörther Platz, ein Name, den er bei der Bauplanung des Gebietes 1875
erhielt. Indirekt wird damit auch an den Ehemann Dr. Karl Kollwitz erinnert,
welcher hier bis 1940 als Arzt tätig war, und damit unabhängig von
seiner Frau die Umgebung des Platzes prägte. Die dreieckige Anlage wird
von der Kollwitzstraße, der Knaackstraße und der Wörtherstraße
(mit der Kreuzung Husemannstraße) begrenzt. Insgesamt ist der Platz ungefähr
6.000 m² groß. Das Gelände um den Platz wurde vom „Deutsch-Holländischen
Actien-Bauverein“ gekauft, um es in der Gründerzeit bis 1875 systematisch
als Wohngebiet zu erschließen. Der Platz erhielt - kurz nach dem Deutsch-Französischen
Krieg - mit seinem damaligen Namen „Wörtherplatz“ wie die umliegenden Straßen
auch Namen, die von Orten v.a. im Elsaß und Lothringen abgeleitet wurden
und an gewonnene Schlachten erinnern sollten. Von 1885 bis 1887 gestaltete man
die Anlage als typischen gründerzeitlichen Schmuckplatz, vermutlich nach
Entwürfen des damaligen Stadtgartendirektors Hermann Mächtig. 1949
wurde der Kollwitzplatz nach Entwürfen des Gartenarchitekten Reinhold Lingner
umgestaltet. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Viertel mit Ausnahme dreier Eckgrundstücke
des Platzes sowie der südlichen Kollwitzstraße weitgehend von Schäden
verschont. Dies führte dazu, daß bis zum Ende der siebziger Jahre
nur wenige Häuser saniert und modernisiert wurden. In Vorbereitung der
750 Jahr Feier Berlins 1987 wurden einige der anliegenden Straßen im Rahmen
eines Sanierungsplans historisch nachempfunden rekonstruiert. Mitte der 1990er
Jahre wurden drei der vier leeren Eckgrundstücke wieder neu bebaut. Zur
Erinnerung an Käthe Kollwitz, welche hier von 1891 bis 1943 lebte, wurde
auf Vorschlag des Bildhauers Gustav Seitz im Jahr 1950 eine Skulptur der Künstlerin
gegenüber dem Grundstück Ihres Wohnhauses aufgestellt. Es handelte
sich dabei um die nach dem Zweiten Weltkrieg angefertigte Replik der Skulptur
„Mutter mit zwei Kindern“. Nachdem diese 1960 neben ein neuerrichtetes Wohnhaus
versetzt wurde, fand 1996 abermals eine Verlegung statt, da schließlich
auch das durch Bombentreffer freigelegte Eckgrundstück wieder mit einem
Wohnhaus bebaut wurde. Zum Jubiläum des 120. Geburtstages von Käthe
Kollwitz wurde die neu aufgestellte Skulptur am Gebäude des ehemaligen
Bezirksamtes Prenzlauer Berg in der Fröbelstraße 17 wieder eingeweiht.
1956 erhielt Gustav Seitz selbst vom Magistrat Ostberlins den Auftrag zu einem
Kollwitz-Denkmal. Nach der Vorlage eines Selbstporträts der Malerin entwarf
er eine Bronzeplastik, welche man 1961 in der Mitte des Platzes aufstellte.
Diese Plastik ist ein besonders von Kindern beliebtes Kunstwerk, vom Schoß
der bronzenen Käthe Kollwitz aus haben inzwischen Generationen von Kindern
einen Blick auf den Kollwitzplatz genossen. Um am Grundstück des ehemaligen
Kollwitzhauses selbst an die Künstlerin zu erinnern, wurde 1997 vom Kulturamt
Prenzlauer Berg ein Wettbewerb zur Schaffung eines neuen „Denkzeichens“ ausgeschrieben.
Als Ergebnis stellte die Künstlerin Pat Binder in einem Leuchtkasten vor
dem neugebauten Haus Kollwitzstraße/Ecke Knaackstraße in einer „Foto/Graphik
Galerie Käthe Kollwitz“ zeitgenössische Graphik und Fotografie aus,
die „dem humanistischen Geist des Schaffens von Käthe Kollwitz verpflichtet“
sein sollte.[1] Von 1997 bis 2006
wurden auf diese Weise 29 künstlerische Arbeiten straßenöffentlich
ausgestellt, dieses Projekt galt als wichtige Neuerung im Bereich des künstlerischen
Gedenkens. Ende 2006 wurde dieses befristete Projekt beendet, die Grafiken befinden
sich heute in der Sammlung des Prenzlauer Berg Museums. Anfang 2007 wurde Pat
Binders Idee des Leuchtkastens vom Käthe-Kollwitz-Museum Berlin mit einem
neuerlichen an diesem Ort aufgestellten Lichtkasten aufgegriffen, der eine frühe
Originalgrafik von Käthe Kollwitz zeigt, auf das frühere Kollwitz-Wohnhaus
und zugleich auf das Museum in Charlottenburg verweist. Im Nordwesten des Platzes
befindet sich an der Knaackstraße das Veranstaltungszentrum Kulturbrauerei
in dem von Franz Schwechten geschaffenen Gebäudeensemble der ehemaligen
Schultheiß-Brauerei. Im Südosten des Platze steht die Synagoge Rykestraße.
Von dort aus ging der Weg der Trauerzüge zum Jüdischen Friedhof Prenzlauer
Berg über den Kollwitzplatz hinweg zum Eingang des Judengangs, einem Weg
an der Rückseite der Wohnhäuser, welcher nur für diesen Zweck
bereits 1827 angelegt wurde. Seit dem Jahr 2000 findet auf dem Kollwitzplatz
sonnabends ein Wochenmarkt (9 bis 16 Uhr) und inzwischen auch donnerstags ein
Ökomarkt statt. Auf dem Wochenmarkt werden unter anderem hochwertige Lebensmittel
aus handwerklicher Fertigung angeboten. Trotz des hohen Preisniveaus zählt
der „Kollwitzmarkt“ zu den beliebtesten Märkten in Berlin und ist zu einer
Touristenattraktion geworden. Schon Mitte der 1990er Jahre hatten Anwohner versucht,
einen Wochenmarkt auf dem Platz zu initiieren, was damals vom Bezirksamt mit
dem Argument verhindert wurde, daß der Platz keine geeignete Fläche
für einen Markt aufweise. Eine räumliche Lösung für die
Märkte wurde später in einer zeitlich begrenzten Sperrung des am Kollwitzplatz
gelegenen Abschnittes der Wörther Straße gefunden.
Die Berliner-Kindl-Schultheiß-Brauerei
Diese GmbH ist entstanden durch eine Fusion der Brauereien Schultheiß
und Patzenhofer 1920 mit dem anfänglichen Namen Schultheiß-Patzenhofer
Brauerei AG. Die in Berlin ansässige Brauerei produziert Biere der Marken
Berliner Pilsner, Berliner Kindl und Schultheiß. Die Brauerei gehört
zur Brau & Brunnen AG, welche seit der Übernahme durch die Oetker-Gruppe
im Jahr 2004 Teil der Radeberger Gruppe ist. Die Kulturbrauerei ist ein von
der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) kommerziell betriebenes Kulturzentrum
im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, in dem sich Kinos, Theater, eine Diskothek
und Veranstaltungsräume befinden. In den seit 1974 denkmalgeschützten
Gebäuden der Kulturbrauerei befand sich ab 1842 eine Brauerei, ab 1853
das Stammhaus der Schultheiß-Brauerei. Das Gebäudeensemble mit allen
für eine Brauerei wichtigen Nebenbetrieben wie dem Fuhrpark wurde von Franz
Schwechten nach dem Vorbild einer mittelalterlichen Burganlage mit verschiedenen
Höfen erbaut. 1967 wurde der Brauereibetrieb eingestellt. Noch heute sind
die Bezeichnungen der einzelnen Fabrikationsteile an den Gebäuden erhalten.
Bis in die ersten Nach-Wendejahre befand sich in Teilen ein Sportkasino und
ein Möbelhaus, ab 1970 bis 1997 ebenso der Franz-Klub. Der Gebäudekomplex
wurde von September 1998 bis Januar 2001 saniert. Danach zog in den Bereich
schnell wieder kulturelles Leben ein. So wurde die im Herzen von Prenzlauer
Berg gelegene ehemalige Brauerei schnell eine der beliebtesten Veranstaltungsorte
Berlins. Ein Verkauf durch die TLG scheiterte jedoch wiederholt. Heute finden
in der Kulturbrauerei verschiedenste Veranstaltungen, Konzerte und Festivals
statt (u.a. Bandwettbewerbe, Theaterfestivals,...) und sie ist zugleich Proberaum
für verschiedene Künstler und Ensembles. In der Kulturbrauerei befinden
sich das Kino in der KulturBrauerei, das Theater RambaZamba, das Russische Kammertheater,
die Neue Berliner Initiative, (NBI), die literaturWERKstatt, das Büro der 17 Hippies,
der Frannz Klub, das Kesselhaus, der Soda Club, und weitere Klubs, das Sound
& Drumland = Homepage der Kulturbrauerei = http://www.kulturbrauerei-berlin.de & Homepage vom Kesselhaus = http://www.kesselhaus-berlin.de & Neue Berliner Initiative = http://www.neueberlinerinitiative.de

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Kreuzung Danziger / Eberswalder Straße
Etwa auf Höhe der Hausnummern 40 (östliche Seite) und
146 (westliche Seite) wird die Schönhauser Allee zu einer belebten Einkaufsstraße.
Vermutlich ist dies nicht zuletzt ein Verdienst der in spitzem Winkel von links
einmündenden Kastanienallee, einer der lebendigsten Straßen Berlins,
die außer dem wenige Schritte von der Kreuzung entfernten Berliner Prater
(mit Theater, Biergarten, Freilichtbühne, großer Gaststätte
und zahlreichen Veranstaltungen) starken Fußgängerverkehr sowie zwei
Straßenbahnlinien mit einbringt. Eine dieser Tramlinien (12) fährt
geradeaus in die Pappelallee, die andere (M1) folgt, zu Füßen des
Hochbahnviadukts, der Schönhauser Allee. Dieser „Parallelverkehr“ gab wiederholt
Anlaß zu Plänen, die Straßenbahn hier stillzulegen. Doch ist
offensichtlich, daß die Schönhauser Allee nur dort lebt, wo auch
die Straßenbahn fährt, da diese andere Verkehrsbeziehungen abdeckt
als U- und S-Bahn. Zur Erschließung der Einkaufsstraße erscheint
die Straßenbahn jedenfalls geeigneter als die weit auseinander liegenden
und oft nur auf abenteuerlichen Wegen erreichbaren Hochbahnstationen. Eine weitere
Straßenbahnlinie kreuzt die Schönhauser Allee im Verlauf der Danziger
und Eberswalder Straße, die einen Viertelkreis um die Berliner Innenstadt
beschreibende Linie M10. Bis zum 28. Mai 2006 endete die Straßenbahn plötzlich
nach etwa 200 Metern in der Eberswalder Straße, weil genau hier bis 1989
die „Staatsgrenze“ verlief. Seitdem fährt die M10 fünf Stationen weiter
bis zur S-Bahnstation Nordbahnhof. Die wiederaufgebaute Verlängerung der
Linie in der sich anschließenden Bernauer Straße verläuft genau
entlang der ehemaligen Berliner Mauer. Die Eberswalder und die Danziger Straße
sind ausgesprochen breit und enthalten auch Geschäfte, wirken aber weniger
attraktiv als die Kastanienallee. Letztere ist die Hauptstraße ihres Kiezes,
während die Danziger Straße durch ihre übermäßige
Breite hier eher zwei Wohngebiete, den Kollwitz- und den Helmholtzkiez, voneinander
trennt. Die Kreuzung all dieser Straßen, die keinen eigenen Namen trägt,
ist nicht nur einer der am besten erschlossenen (dank des Hochbahnhofs und Straßenbahnstrecken
in fünf Richtungen), sondern auch einer der markantesten Punkte der Stadt.
Gegenüber der Einmündung der Kastanienallee befindet sich unter dem
Hochbahnviadukt der berühmte Imbißstand der Familie Konnopke, mittlerweile
in vierter Generation betrieben, mit der angeblich besten Currywurst Berlins
und kleinem, umzäunten „Garten“, beiderseits umtost vom Straßenverkehr.
Der
Berliner Prater
Prater (lat. „pratum“) bedeutet übersetzt Wiese und bezeichnet zugleich
den ältesten Biergarten Berlins. Er wurde ursprünglich nur als Bierausschank
im Jahre 1837 gegründet. Durch die Familie Kalbo, welche das Etablissement
1852 erwarb und ausbaute, entwickelte der Prater sich zu einer populären
Freizeit- und Vergnügungsgaststätte. Der Stadtteil Prenzlauer Berg,
welcher heute zu dem Bezirk Pankow der Stadt Berlin gehört, verdankt seine
Geschichte den ersten Mühlen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Ackerland
zwischen Pankow und Berlin verstärkt besiedelt und bald gab es über
dreißig Windmühlen, sodaß der Stadtkern zu wachsen anfing.
Neben den Mühlen entstanden auch andere Gebäude. Straßen, Schulen,
Kirchen und viele kleine Geschäfte wurden errichtet und mehr Leben kam
auf. Nicht außer Acht zu lassen ist hierbei die Einrichtungen von Lokalitäten
wie Kneipen oder Cafés für die Arbeiter und Gesellen, die Handlungsgehilfen
und kleinen Handwerker die sich in Prenzlauer Berg angesiedelt haben. Im Jahre
1837 hat ein gewisser Porath an der Kastanienallee 7 mit dem Bierausschank in
einer Bretterbude begonnen. Zu dieser Zeit war die von Griebenow angelegte Allee
mit Kastanienbäumen auf einem lehmigen Feldweg erschlossen, welche zu beiden
Seiten mit Gras und Unkraut bewachsen war. Somit lag der Bierausschank mitten
im Grünen, worauf auch der später entstandene Name „Prater“ zurückzuführen
ist. Der Familienvorstand, Johann Friedrich Adolph Kalbo, erwarb 1852 den schon
nach mehreren Umbauten vergrößerten Bierausschank und die eigentliche
Geschichte des Berliner Praters begann. Ein wichtiger Faktor für den „Berliner
Prater“ lag in der Entwicklung Berlins von einer Residenzstadt zu einer Industrie-
und Arbeitermetropole. Dieser Umstand verhalf dem Prater zu einer sicheren Existenz
und zur Popularität. Die Zeit in der viele Widersprüche in wirtschaftlichen,
sozialen und bevölkerungspolitischen Entwicklung lagen, führte zu
einer völligen Umstrukturierung in allen Bereichen. Auch im Alltagsleben
der Menschen, denn Berlin entwickelte sich zu einer Großstadtmetropole.
Frauen nahmen einen neuen Platz in der Öffentlichkeit ein, was hauptsächlich
mit der Veränderung der Arbeitsverhältnisse zu tun hatte. So kam es,
daß auch Frauen sich in Ausflugslokalen zeigten. Zuerst nur an Sonntagen,
später auch an all den anderen Tagen der Woche. J.F.A. Kalbo beantragt
im Jahr 1867 eine Konzession zur Aufführung von Lustbarkeiten bei dem Königlichen
Preußischen Polizeipräsidiums und nannte in seinem Anschreiben sein
Unternehmen „Café chantant“. Darunter verstand man ein „Singendes Café“,
welches eine Mischung aus Café und Kneipe darstellte. Jedoch wurde zu
dem Bearbeitungsanschreiben von Kalbo schon eine Notiz gemacht, daß dieses
Lokal im Volksmund und bei der Polizei unter dem Namen „Berliner Prater“ bekannt
war. Man geht davon aus, daß der Name sich am „Wiener Prater“ anlehnt,
wobei die Ähnlichkeit am ehesten in den Freizeitbedürfnissen ihrer
Besucher lag. Erst 1869 wurde der Antrag genehmigt und J.F.A. Kalbo wurde zum
Schauspielunternehmer ernannt. Nun war der „Prater“ nicht mehr irgendein Biergarten
von vielen, sondern lud zu unterhaltsamen Stunden mit einer Sommergartenbühne
ein. Zusätzlich wurde das Haus Stück für Stück vergrößert,
sodaß auch in der Wintersaison dem Publikum ein Programm geboten werden
konnte. Im gleichen Jahr der Konzessionsgenehmigung, wurde das Brauereiunternehmen
„Brauerei Pfefferberg“ juristisch zum Eigentümer des „Berliner Prater“.
Betreiber blieb jedoch weiterhin die Familie Kalbo. Durch den Verkauf des „Praters“
konnte das Unternehmen das Geld in den weiteren Ausbau des Saals investieren.
Dies war von hoher Wichtigkeit, denn auch im Winter wollten die Menschen unterhalten
werden. Schließlich war in den vergangenen Jahren die Zahl an Cafés
und Kneipen beträchtlich gestiegen und man mußte sich als Unternehmer
fest an den Bedürfnissen des Besuchers orientieren, Abwechslung bieten
und immer wieder neue Ideen haben. Somit wurde der Prater gleichzeitig Kneipe,
Ausflugslokal, Varieté, Volkstheater, Ballsaal, Garten und Versammlungsort.
Das Publikum war recht vielfältig und bunt gemischt, doch machte hauptsächlich
die „untere Schicht“ die Besucher aus. Der „Berliner Prater“ unterschied sich
stark von dem vornehm-pompösen Theater aus der Innenstadt und die Stimmung
war immer ausgelassen. Den Höhepunkt erreicht der „Berliner Prater“ um
die Jahrhundertwende. Von Pfingsten bis zum 15. September wurden täglich
„Spezialitäten-Vorstellungen“ und kleinere Theatervorstellungen, Singspiele,
Possen, Operetten, Pantomime und Marionettenspiel geboten. Die auftretenden
Künstler waren bürgerliche Leute, die in der Nähe des „Berliner
Prater“ lebten. Stücke wie „Das Glöckchen des Eremiten“, „Goldene
Herzen“ und „Kleine Frauen weinen“ waren beim Publikum zur Jahrhundertwende
sehr beliebt und wurden oft aufgeführt. Besonders beliebt waren Stücke
aus Schuberts „Rosamunde“. Da in den Stücken keine Vorträge gegen
guten Sitten und Anstand verstoßen dürfen, war es die Aufgabe des
Schauspielunternehmers die Wortbeiträge der Künstler zu überprüfen
und bei der Preußischen Theaterpolizei anzumelden und genehmigen zu lassen.
Ebenfalls großer Beliebtheit erfreute sich das Varieté, in dem
unterschiedliche Programme aufgeführt wurde. Es traten beispielsweise die
„Musikalische Transformations-Pantomimen“ und akrobatische Kraft-Balance-Akte
auf. Künstler aus dieser Gruppe waren zum Beispiel Fred Seylon, La belle
Georgette, die russische Artisten der „Barsikow-Gruppe“ und der „Lustige Bildhauer“
Terras. Auch politische Versammlungen fanden im „Berliner Prater“ statt, diese
mußten jedoch im Gebäude abgehalten werden, da politische Versammlungen
unter freien Himmel zu dieser Zeit verboten waren. Die erste politische Versammlung
war das Stiftungsfest des „Allgemeinen deutschen Arbeitervereins“ und fand am
29. Juli 1871 statt. Es folgten mehrere politische Veranstaltungen. Der 6. Berliner
Reichstagswahlkreis veranstaltete eine sozialdemokratische Matinee am 26. Dezember
1904. Auch eine Volksversammlung im Februar 1905 zur Revolution in Russland
wurde im Prater abgehalten. Eine Besonderheit des „Berliner Prater“ war die
Möglichkeit selbst gemachte Brote mitzubringen und mitgebrachten Kaffee
vor Ort aufbrühen zu lassen. Des Weiteren gab es eine Vielzahl von alkoholischen
Getränken. So erstreckte sich das Angebot von einem einfachen Glas Weißbier,
zu Rot- und Weißwein bis hin zu teuren Erlanger-Bier und Champagner. Um
Werbung für den Prater zu machen fand man damals in der Innenstadt viele
Programmzettel an Häuserwänden, Litfaßsäulen und Schaufenstern.
Da das Programm sehr ansprechend und die Preise des Unternehmens wesentlich
geringer waren als die von Cafés und Kneipen in der Innenstadt, suchten
viele den „Berliner Prater“ auf. Eine neue Idee des Unternehmers kam auf: Aufführung
von Filmen. So fanden hier die ersten „kinematorgraphischen Vorstellungen“ am
05. und am 06. März 1903 statt. Es wurden „Die Passionsgeschichte“, „Aladin
und die Wunderlampe in 45 Bildern“, „Kaiser Wilhelm II.“ und „Ausbruch des Vulkans
Mont Pelé au Martinique“ gezeigt. Da ihr Mann verstorben war, übernahm
Martha Kalbo wenig später das Unternehmen und beantragte eine Konzession
zu mehraktigen Schauspielen, welche sie schließlich auch erhielt. Es gastierten
„Theatralischen Vereinigungen Berliner Volksbühnen“ mit dem Stück
„Maria Magdalena“ und auch das „Rose-Theater“. Doch Martha Kolbos Ziel war es
ein eigenes Theater zu besitzen. Somit begann sie mit einem Umbau des „Berliner
Praters“ und feierte 1906 die Neueröffnung mit Schillers „Kabale und Liebe“.
Jedoch verfehlte das neue Bild des „Berliner Prater“ den Geschmack seines Publikums
und das Stammpublikum verlangte mehr Varieté, Geselligkeit und Unterhaltung.
Da Martha Kalbo eine zu gute Geschäftsfrau war, entschied sie sich wieder
das alte Bild des „Berliner Prater“ anzunehmen. Durch den ersten Weltkrieg verzeichnete
der „Berliner Prater“ einen starken Einschnitt im Geschäft. Die Menschen
suchten nun Einrichtungen auf, die individuell und auf spezielle Bedürfnisse
abgestimmt sind und bevorzugten nun immer mehr den Film. Somit wurden die Einnahmen
der Martha Kalbo immer geringer und bald konnte sie die Gagen der Künstler
nicht mehr bezahlen. Im Jahre 1923 gab Martha Kolbo ihre Theaterkonzession zurück.
Nachdem die erste Krise überwunden war, lief der Vergnügungsbetrieb
weiter. So war zum Beispiel Lotte Werkmeister, eine damals beliebte Künstlerin,
ein gern gesehener Gast und trat im „Berliner Prater“ als auch im „Rose-Theater“
auf. Bald darauf wurde ein neues Verwaltungssystem eingeführt, worin ein
Generalpächter für das Etablissement zuständig war und Martha
Kalbo so nur noch den Posten einer Schankkonzessionärin vertrat. Im Jahre
1932 erwarb die Berliner-Kino-Betrieb GmbH als Generalpächter den „Berliner
Prater“ und die kalbosche Tradition neigte sich ihrem Ende zu. Der Provinztheaterdirektor
Vack übernahm nun die Planung der Veranstaltungen im Prater. Um schnell
an Geld zu kommen, zeigte der neue Pächter viele Ausstattungs- und Monumentalfilmvorstellungen,
die oft von vielen Stars besucht wurden. So kam es, daß Hans Albers und
Rudolf Platte nun oft zu Gast im „Berliner Prater“ waren und 1935 das große
Orchester von Paul Lincke dirigierten. Durch die Verkündung des „totalen
Krieges“ schloß der „Berliner Prater“, wie auch viele andere Theater,
Varietés und Kabaretts, schließlich seine Pforten. Da der Prater
die verheerenden Bombenangriffe des zweiten Weltkrieges gut überstanden
hat, konnte er im Sommer 1945 erneut seinen Betrieb als Freizeit- und Vergnügungsgaststätte
aufnehmen. So standen nach langer Zeit wieder Tänzerinnen und Chansonetten
auf dem Programmzettel. 1946 zog die Berliner Volksbühne in den „Berliner
Prater“ ein, da deren Schauspielstätte am heutigen Rosa-Luxemburg-Platz
vollkommen zerstört war. Neben dem Stück „Nachtasyl“ von M. Gorkis,
wurden auch Berliner Possen von Glasbrenner und Amgely auf die Bühne gebracht.
Bald hatte der „Berliner Prater“ sein ursprüngliches Flair zurückgewonnen.
Ab den sechziger Jahren gab es hier nun auch Schausteller mit Buden und Karussells.
Musiknachmittage, Tanzveranstaltungen und Kinderfeste prägten zusätzlich
das Bild des bekannten Ausflugslokals. Im Jahre 1967 wurde der „Berliner Prater“
schließlich zum Kreiskulturhaus des Stadtbezirks ernannt. Im Jahre 1973
wurde anläßlich der Weltfestspiele für junge Berliner Künstler
mit der „Galerie am Prater“ ein neuer Ort der Kunst geschaffen. Über die
Jahre stieg die Anzahl der Veranstaltungen im Prater kontinuierlich. Allein
im Jahr 1984 zählte man 3000 Veranstaltungen. Die Stadtverordnetenversammlung
und somit auch die Kreiskulturhäuser lösten sich mit der Wende auf.
Zwar wurde der „Berliner Prater“ zunächst von einer Brauerei bewirtschaftet,
doch 1991 wurde das Gelände vom Bezirksamt endgültig geschlossen.
Das Objekt wurde dem Senat für die nächsten 30 Jahre zur kostenlosen
kulturellen Nutzung überlassen. Im Jahre 1992 flossen 3,2 Millionen DM
aus dem Aufbau-Ost-Programm in den Biergarten, damit das Objekt rekonstruiert
werden konnte. Jedoch traten Komplikationen auf: Das Budget war zu sehr ausgereizt,
obwohl die Bauphase noch nicht begonnen hatte und die Gefahrenstellen konnten
zunächst nicht alle beseitigt werden. Doch 1996 feierte der „Berliner Prater“
seine Wiedereröffnung. Seitdem zieht er, mit seinen 600 bis 800 Sitzplätzen
des Biergartens und dem bunten Programm der Volksbühne, Berliner und Touristen
gleichermaßen an. Das denkmalgeschützte Restaurant wurde ebenfalls
völlig saniert und ist jetzt erneut ein viel besuchter Ort. Seit 1992 hat
sich die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz eine zweite Spielstätte
im traditionsreichen Alt-Prater, dem ehemaligem Kino, angeschafft. In diesem
Kino wurden den Zuschauern in den 1950er Jahren die ersten Farbfilme der DEFA
gezeigt, u.a. die beiden Ernst-Thälmann-Filme. Heute ist die „Volksbühne
im Prater“ die zweite Spielstätte der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
In den letzten Jahren hat sich der „Berliner Prater“ unter der Regie von René
Pollesch zu einen innovativen Theaterort entwickelt, welcher rund 100 Veranstaltungen
pro Jahr bietet. Die „Galerie im Prater“ ist eine der ältesten kommunalen
Galerien in Berlin. Ab 1973 hatte sie ihren Standort in der Kastanienallee 100
und nahm Ende April 2005 ihren Ausstellungsbetrieb im ehemaligen Prater-Café
wieder auf. Pro Jahr werden in der Galerie ca. 10 Ausstellungen gezeigt. Der
Bastard-Club ist eine privat betriebene Diskothek die sich genau neben dem Haupteingang
des Praters befindet. Mittlerweile hat sich der Club einen Namen in der Szene
des Prenzlauer Bergs gemacht
und ist zum beliebten Treffpunkt für Studenten avanciert. Website des Praters in Berlin = http://www.pratergarten.de und die Website der Volksbühne
Berlin = http://www.volksbuehne-berlin.de
„Konnopke“ 
Konnopke`s Imbiß - Berlins bekannteste Imbißbude - liegt in Prenzlauer
Berg in lebhafter Umgebung an dem Verkehrsknotenpunkt, wo sich die Schönhauser
Allee, Kastanien- & Pappelallee, sowie die Danziger Straße und die
Eberswalder Straße treffen, unter dem Viadukt der U2 in der Schönhauser
Allee unmittelbar südlich des U-Bahnhofs Eberswalder Straße. Der
Imbiß Konnopke ist nicht nur bei Einheimischen beliebt, sondern wegen
seiner Bekanntheit und der zentralen Lage im Prenzlauer Berg auch bei Touristen.
Ein weiterer Imbiß befindet sich in Berlin-Weißensee (Großbezirk
Pankow) in der Mahlerstraße 3. Am 4. Oktober 1930 gründete Max Konnopke
mit seiner Frau Charlotte das Unternehmen als Bauchladen. Nach dem Zweiten Weltkrieg
erwarben sie 1947 einen Wurstwagen. Erst 1960 wurde an der jetzigen Stelle eine
Imbißbude errichtet. Seit dieser Zeit wird das bekannteste Konnopke-Produkt,
die Currywurst mit Ketchup nach geheimem Familienrezept, verkauft. 1976 übernahm
die Tochter Waltraud Ziervogel das Geschäft. Sie ließ 1983 die ehemalige
Holzbude durch den heutigen Imbißkiosk aus Metall ersetzen. Über
Berlin hinaus bekannt wurde der Imbißstand Ende Februar 2001, als der
damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, dessen Vorliebe für Currywurst
in der Presse kolportiert wird, hier die „berühmte“ Konnopke-Currywurst
probierte [1]. In dem Familienunternehmen
arbeiten heute 14 Mitarbeiter. Dem Schnellimbiß der Stadt wurde 1983 von
der Ost-Berliner Band „Silly“ mit dem Song „Heiße Würstchen“ (aus
dem Album „Mont Klamott“) ein musikalisches Denkmal gesetzt. Neben der Currywurst
ohne Darm wird auch klassische Berliner Boulette, Schaschlik, Schnitzel sowie
die traditionelle Soljanka angeboten. Seit einem Anbau wurden zusätzlich
Kaffee, belegte Brötchen und Getränke in das Sortiment aufgenommen.
Koordinaten:
52° 32'
26" N, 13° 24' 44" O & Konnopkes Website = http://konnopke-imbiss.de
Der Mauerpark
Eine Parkanlage in Berlin. Sein Name geht auf die 1961 errichtete Berliner Mauer
zurück, die hier die Grenze zwischen den Ortsteilen Prenzlauer Berg und
Gesundbrunnen bildete. Das langgestreckte Freigelände verläuft entlang
des für den Kraftverkehr gesperrten Abschnitts der Schwedter Straße
zwischen Eberswalder/Bernauer Straße und Ringbahn. Im 19. Jahrhundert
gehörte das Gelände zum Alten Nordbahnhof. Nach dem Mauerbau bildete
es ab 1961 das Grenzgebiet zwischen West- und Ost-Berlin: der Teil westlich
der Schwedter Straße gehörte zum französischen Sektor Berlins,
der Teil östlich davon zum sowjetischen Sektor. Auf dem Gelände des
Mauerparks lag im 19. und 20. Jahrhundert einer der zahlreichen Berliner Kopfbahnhöfe
- der alte Nordbahnhof. Auf dem historischen Stadtplan kann man erkennen, wie
die Bahnlinien von Norden kommend geradlinig über die Ringbahn und Gleimstraße
hinaus bis zur Eberswalder Straße vorstießen. Hier endete die Preußische
Nordbahn, die seit 1878 Stralsund mit Berlin verband. Der erste Streckenabschnitt,
und damit auch der Bahnhof nahe der Berliner Innenstadt, eröffnete bereits
am 10. Juli 1877. Das Empfangsgebäude befand sich an der Eberswalder
Straße, gegenüber der Einmündung der Schwedter und Oderberger
Straße, am heutigen Südeingang des Mauerparks. Der Gleimtunnel ist
noch heute als Eisenbahnbauwerk erkennbar. Der Personenverkehr der Nordbahn
wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts in den größeren und zentraler
gelegenen Stettiner Bahnhof verlegt, der 1950 in Nordbahnhof umbenannt wurde.
Auf dem alten Bahnhof der Nordbahn, der nun den Namen Güterbahnhof Eberswalder
Straße erhielt, wurden noch bis in die 1960er Jahre Güter umgeschlagen.
Das Bahnhofsgelände lag genau an der Grenze zwischen den 1920 eingerichteten
Verwaltungsbezirken Wedding und Prenzlauer Berg. Während der Bezirk Wedding
nach 1945 dem französischen Sektor zugeordnet wurde, kam Prenzlauer Berg
zum sowjetischen Sektor. Die Schließung der innerstädtischen Grenze
am 13. August 1961 (Bau der Berliner Mauer) trennte das Bahnhofsgelände,
das gerade eben noch auf Weddinger Gebiet lag, von der an ihm entlang führenden
Schwedter Straße, der eigentlichen Sektorengrenze, und der Böschung
zum höhergelegenen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Südlich des ehemaligen
Empfangsgebäudes verlief die Grenze über die (nun gesperrte) Kreuzung
Eberswalder/Oderberger/Schwedter/Bernauer Straße hinweg, um nach Westen
abzuknicken und sich auf der südlichen Straßenseite der Bernauer
Straße fortzusetzen. An der genannten Straßenkreuzung stand auf
West-Berliner Gebiet eine der bekannten Aussichtsplattformen, die einen Blick
über die Mauer nach Ost-Berlin ermöglichten. Aufgrund des Höhenunterschieds
zwischen Sportpark und ehemaligem Bahnhofsgelände bestand für die
DDR-Grenztruppen über 20 Jahre lang eine schwierige Situation: der Grenzstreifen
befand sich sozusagen in einer schiefen Ebene an der steilen Böschung unterhalb
des Jahnstadions, während das ebene Bahnhofsgelände bereits zu West-Berlin
gehörte. Durch einen Gebietsaustausch 1988 erwarb Ost-Berlin die östliche
Hälfte des Bahnhofsgeländes, die Sektorengrenze wurde auf rund einem
Kilometer Länge um 50 Meter Richtung Westen verschoben. Nach der Grenzöffnung
und der Wiedervereinigung Berlins 1989/90 wurde der Mauerstreifen an der Schwedter
Straße schnell als öffentliche Grünfläche genutzt. Im Sommer
1990 standen noch Wachtürme der Grenztruppen auf der Böschung, während
daneben bereits die Anwohner auf der Wiese lagerten. Das zu Wendezeiten entstandene
Projekt eines „Mauerparks“, also eines grünen Bandes auf dem ehemaligen
Grenzstreifen quer durch das wiedervereinigte Berlin, gewann schnell zahlreiche
Anhänger in der Bevölkerung. Nachdem die Allianz-Umweltstiftung einen
Betrag von 4,5 Millionen DM zur Gestaltung des neuen Parks zugesagt hatte, beschloß
das Land Berlin am 23. Juni 1992 das im damaligen Bezirk Prenzlauer Berg
gelegene 7,1 Hektar große Teilstück des ehemaligen Güterbahnhofgeländes
als Park umzubauen. Mit der Planung wurde der Hamburger Landschaftsarchitekt
Prof. Gustav Lange beauftragt. Die Bauarbeiten für diesen dem Land Berlin
gehörenden Parkteil wurden 1994 abgeschlossen. Der im damaligen Bezirk
Wedding liegende Geländestreifen wurde nicht in die Umgestaltung mit einbezogen.
Dieses Gelände gehört der Immobiliengesellschaft Vivico und wird von
Mietern als Baustofflager und seit 2004 auch als Trödelmarkt genutzt. Zum
Mauerpark gehören somit die östliche Hälfte des ehemaligen Gleisfelds
sowie der steile Hang unterhalb des Stadions. Im Jahr 2005 wurde ein etwa zwei
Hektar großes Teilstück nördlich der Gleimstraße, gelegen
um den Kinderbauernhof „Moritzhof“ am Ende der Kopenhagener Straße herum,
dem Mauerpark angeschlossen. Der Mauerpark wurde schnell zur beliebtesten Parkanlage
des an Grünflächen sehr armen Prenzlauer Bergs. Vor allem im Sommer
ist der Park ein stark genutzter Treffpunkt vor allem junger Menschen und ein
beliebter Ort für Boulespieler, Freizeitkicker, Basketballer, Jongleure
und Freizeitmusiker. Die erhaltene ehemalige Hinterlandmauer am Jahnstadion
war eine beliebte Übungsfläche für Graffitikünstler. Im
Gegensatz zu den meisten anderen Stadtparks ist der Mauerpark im Sommer auch
nachts gut besucht. Seit Ende der 1990er Jahre kam es am Vorabend des 1. Mai
im und am Mauerpark wiederholt zur Eskalation von Gewalt in der Walpurgisnacht.
Am Falkplatz, nördlich an das Jahnstadion und östlich an den Mauerpark
angrenzend, entstand im Rahmen der Berliner Bewerbung um die Olympischen Spiele
2000 eine Großsporthalle, die Max-Schmeling-Halle, Austragungsort zahlreicher
Veranstaltungen sowie der Heimspiele des Basketball-Bundesligisten ALBA Berlin.
Der während der Teilung Berlins verschlossene denkmalgeschützte Gleimtunnel,
der die Gleimstraße unter ehemaligen Eisenbahnbrücken der Nordbahn
hindurchführt, wurde wiedereröffnet und stellt heute eine von vier
Verbindungen zwischen Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg dar. Er teilt den Mauerpark
in eine Nord- und eine Südfläche. Da die Überquerung der bestehenden
der Deutschen Bahn gehörenden Eisenbahnbrücken durch die Parkbesucher
vom Bezirksamt Pankow durch Absperrungen unterbunden wurde, geht der Weg zwischen
den beiden Flächen über Rampen und Treppen. Kritiker unter den Anwohnern
und Nutzern sehen dies als unnötigen Umweg. In einer Erklärung vom
März 2007 lehnte der Bürgermeister von Pankow, Matthias Köhne,
eine andere Lösung ab. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nennt
eine Eigentumsübernahme und die Klärung finanzieller Folgen als Voraussetzungen
für die Umsetzung eines Weges über den Gleimtunnel. Matthias Stelz
und die Freunde des Mauerparks e.V. haben Planungen für eine über
den Gleimtunnel führende Brücke, den sogenannten „Gleimsteg“, vorgelegt.
Dieser soll in leichter Stahl-Holzbauweise ausgeführt werden und kann sowohl
auf der vorhandenen Betondecke, als auch auf der ursprünglichen Eisenträgerkonstruktion
des Gleimtunnels aufsetzen. Nach Angaben der Initiatoren ist die Finanzierung
des Vorhabens gesichert. Auch dieses Vorhaben jedoch kann nur bei Duldung durch
den Eigentümer oder nach einer Eigentumsübernahme realisiert werden.
Die Finanzmittel der Allianz-Umweltstiftung waren an die Bedingung geknüpft,
daß bis zum Jahr 2010 ein mindestens zehn Hektar großer Park entsteht.
Andernfalls muß das Land Berlin das Geld zurückzahlen. Grundsätzlich
käme für eine Erweiterung nur die Vivico gehörende sechs Hektar
große Fläche in Frage. Diese müßte das Land Berlin von
Vivico kaufen. Da auf Grund der finanziellen Situation des Landes dieses nicht
zu einem Grundstückskauf bereit war, einigten sich beide Parteien auf einen
Kompromiß: Das Land würde eine zwei Hektar große Fläche
kostenfrei von Vivico erhalten, auf den anderen vier Hektar erhielte Vivico
Baurecht. Dafür sollte im Jahr 2004 der bis dahin gültige Flächennutzungsplan
aus dem Jahr 1994, der die gesamte Fläche als Park auswies, entsprechend
geändert werden. Dies stieß auf erheblichen Protest vieler Anwohner,
die die Umsetzung der ursprünglichen Pläne forderten. Um diesen Konflikt
zu lösen, wurde im April 2005 ein Moderationsverfahren eröffnet, das
inzwischen abgebrochen wurde. Durch den Mauerpark verlaufen zwei Radwege: der
Berliner Mauerweg und der Radfernweg Berlin-Usedom. Letzterer verläuft
entlang der Schwedter Straße, führt dabei durch den Mauerpark und
dann auf den Schwedter Steg, von dem man eine gute Aussicht auf das Nordkreuz
der Berliner Eisenbahn hat. Die vom Berliner Senat vorgesehene Asphaltierung
der bisher gepflasterten Schwedter Straße im Bereich des Mauerparks stieß
auf den Widerstand einiger Anwohner, die die Auffassung vertreten, daß
damit der Charakter des Parks gestört würde und die Geschichte der
Straße als Postenstraße weniger sichtbar wäre. Der ADFC Berlin
argumentiert dagegen, daß die Asphaltierung eine wichtige Voraussetzung
zum Funktionieren des Radfernwegs als touristische Attraktion sei. Im Mai 2005
wurden im Vorfeld einer Abstimmung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV)
Pankow innerhalb von drei Tagen 1.000 Unterschriften für eine Asphaltierung
gesammelt. Die BVV entschied sich trotzdem mit den Stimmen von PDS und CDU für
den Erhalt des Pflasters. Die endgültige Entscheidung über die Ausführung
liegt nunmehr bei der Stadtentwicklungssenatorin.
Grenzübergang
Bornholmer Straße
Der Grenzübergang Bornholmer Straße befand sich an der Berliner Mauer
von 1961 bis 1990 und verband die Stadtteile Prenzlauer Berg und Wedding im
Norden Berlins über die Böse-Brücke (Bogenbrücke 1912–16).
Seinen Namen hat er von seiner Lage an der Bornholmer Straße, die – 1903
nach der dänischen Ostseeinsel Bornholm benannt – durch die Bezirke Pankow,
Ortsteil Prenzlauer Berg und Mitte, Ortsteil Gesundbrunnen verläuft. Die
Bornholmer Straße ist Teil des äußeren Straßenringes
aus dem Berliner Bebauungsplan von 1862. Nach der live übertragenen Erklärung
Günter Schabowskis auf einer Pressekonferenz am 9. November 1989, daß
die DDR-Bürger die Reisefreiheit erhalten würden, war der Grenzübergang
Bornholmer Straße der erste Grenzübergang in Berlin, an dem um 23.30
Uhr die Passkontrollen eingestellt wurden und über den Tausende DDR-Bürger
die Gelegenheit nutzten, nach West-Berlin zu fahren. Die nicht informierten
DDR-Grenztruppen ließen die Ausreise zunächst nicht zu, gaben aber
bald dem großen Druck der Menschen nach. In unmittelbarer Nähe befindet
sich auch der Bahnhof Bornholmer Straße der Berliner S-Bahn, der damals
ein so genannter Geisterbahnhof war. Auf dem ehemaligen Gelände des Grenzübergangs
stand zeitweilig ein Autohandel, zur Zeit liegt die Fläche brach. Auf dem
ehemaligen Mauerstreifen unter der Bösebrücke befindet sich heute
ein asphaltierter Fahrradweg mit einer kleinen Allee von Japanischen Zierkirschen.
Diese sind ein Geschenk der japanischen Regierung als Ausdruck der großen
Anteilnahme an den Ereignissen der deutschen Wiedervereinigung. Die Zierkirschen
sollen Frieden und Ruhe in die Herzen der Berliner bringen, wünschten sich
die Japaner. An jedem 9. November versammeln sich an der Bösebrücke
in den Abendstunden Berliner Bürger sowie die beiden Bürgermeister
der Stadtbezirke Berlin-Mitte und Pankow, um bei einem Glas Sekt an die Ereignisse
von 1989 zu erinnern. Am ersten Jahrestag des Mauerfalls wurde östlich
der Brücke auf dem Gelände der ehemaligen Grenzübergangsstelle
ein Gedenkstein errichtet. Dieser ist aus einem Mauersegment gefertigt. Seine
Inschrift lautet: An der Brücke Bornholmer Straße öffnete sich
in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 erstmals seit dem August 1961 die
Mauer. Die Berliner kamen wieder zusammen. Willy Brandt: "Berlin wird leben
und die Mauer wird fallen." Im westlichen Sprengwerk der Bösebrücke
befindet sich eine Gedenktafel mit der Inschrift: Bösebrücke 1961-1989
DDR-Grenzübergang / war am 9. November 1989 der erste Grenzübergang
der innerdeutschen Grenze, an dem die DDR-Grenzschranken fielen.
Gethsemanekirche
Die evangelische Gethsemanekirche ist die bekannteste Kirche im Berliner Bezirk
Pankow. Sie wurde 1891-93 nach Plänen von August Orth erbaut und verdankt
ihre Bedeutung nicht zuletzt ihrer Rolle während der friedlichen Revolution
in der DDR im Herbst 1989. Sie ist heute eine von drei Kirchen der Evangelischen
Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord. Die Gethsemanekirche steht an der Ecke
Stargarder Straße/Greifenhagener Straße im Norden des Ortsteils
Prenzlauer Berg, rund 100 Meter östlich der Schönhauser Allee in der
Nähe des gleichnamigen Ring- und U-Bahnhofs. Die Kirche ist nach Osten
ausgerichtet, der Westturm bildet die Schaufassade zur genannten Straßenkreuzung
hin. Die Gethsemanestraße umschreibt den Chor und die Nordseite der Kirche
und bildet mit den anderen beiden Straßen einen Platz, in dessen Mitte
die Kirche steht. Die Fassaden der den Platz begrenzenden Wohnhäuser gehören
zu den prächtigsten in Prenzlauer Berg, einem als Arbeiterviertel entstandenen
Bezirk, der im Vergleich zu den westlichen Gründerzeitbezirken Berlins,
etwa Charlottenburg oder Schöneberg, weniger repräsentativ gestaltete
Wohnhäuser aufweist. Die Kirche bildet eine markante städtebauliche
Dominante, die Stargarder Straße besitzt in Höhe der Kirche einen
leichten Knick, sodaß der Turm im ganzen Verlauf der Straße am Ende
der Sichtachse zu sehen ist. Die Wohnviertel der Umgebung, die Quartiere Helmholtzplatz
und Falkplatz, erlebten seit 1990 einen weitgehenden Austausch der Bevölkerung,
diese besteht heute aus weit überdurchschnittlich vielen jungen Erwachsenen
und jungen Familien. Das rasante Wachstum Berlins Ende des 19. Jahrhunderts
erzeugte großen Bedarf nach immer neuen öffentlichen Einrichtungen
für die neu anzusiedelnde Bevölkerung. Im wenig wohlhabenden Norden
Berlins, von einfachen, dicht gebauten Wohnhäusern („Mietskasernen“) geprägt,
bildeten die Gotteshäuser neuer Kirchengemeinden neben den zahlreichen
entstehenden Schulen die einzigen städtebaulichen Dominanten. Die Gethsemanekirche
erhielt, wie auch andere evangelische Kirchen, einen repräsentativen Standort
auf einem Quartiersplatz, während viele Kirchen, erst recht die katholischen
Kirchen mit gewöhnlichen Wohnhausgrundstücken vorliebnehmen mußten.
Zu den größten Grundeigentümern im Norden Berlins gehörte
damals Wilhelm Griebenow, der bereits 1823 das große Teile des heutigen
Ortsteils umfassende Königliche Vorwerk vor dem Schönhauser Tor erworben
und durch Parzellierung und Verkauf des Geländes ein beachtliches Vermögen
erwirtschaftet hatte. Seine Witwe Caroline schenkte der Gemeinde das Grundstück
an der Stargarder Straße und ermöglichte damit den Bau der Gethsemanekirche.
Am 20. März 1891 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Nicht einmal
zwei Jahre später, am 26. Februar 1893, konnte die Kirche eingeweiht werden.
Die neue Kirchengemeinde war eine Tochtergründung der Zionsgemeinde, deren
Kirche 1866-73 ebenfalls von August Orth erbaut worden war. Den Namen Gethsemane
bestimmte der zur Weihe anwesende Kaiser Wilhelm II. Wie die Zionskirche ist
auch Gethsemane eine interessante Mischung aus Zentral- und Längsbau. Von
außen den Eindruck einer longitudinalen Hallenkirche mit klar erscheinendem
Querschiff erweckend, ist im Innern die Vierung als großes Oktogon mit
Sterngewölbe ausgeführt, das große Teile des Innenraums einnimmt
und eine zentralisierende Wirkung erzeugt. Das Querschiff ist im Innern kaum
erkennbar, auch die Seitenschiffe verschwinden unter den üppigen, mit Ausnahme
des Chors um den ganzen Innenraum herumgezogenen Emporen. Auch stilistisch ist
der Bau nicht eindeutig zuzuordnen. Neben romanisierenden Elementen wie Rundbogenfenstern
oder der Fensterrose der Westfassade dominieren gotisierende Baudetails das
Gebäude, etwa die Kreuzrippengewölbe, die Bündelpfeiler oder
die Maßwerkfenster. Die Proportionen des Innenraums haben jedoch nichts
mit einer mittelalterlichen Kirche gemeinsam, die wild komponierten Emporen
(im Westen doppelgeschoßig) erinnern eher an barocke Ausgelassenheit.
Der Bau schließt im Osten mit einer Apsis, umgeben von einem Chorumgang,
der die Sakristei und Gemeinderäume enthält. Der Außenbau wirkt
strenger als der Innenraum. Es dominiert der hohe Westturm, ein viergeschoßiger
Bau auf quadratischem Grundriß, gekrönt von einer steilen achteckigen
Turmspitze. Im Erdgeschoß befindet sich hinter dem monumentalen Portal
eine gewölbte Eingangshalle. Die Außenwände der Kirche sind
durch kräftige Strebepfeiler gegliedert, die an den Gebäudeecken von
Fialtürmchen gekrönt sind. Der Geistkämpfer von Ernst Barlach
- Im südlichen Querschiff steht die 1923 von Wilhelm Groß geschaffene
expressionistische Holzplastik Betender Christus. Sie erinnert an die Begebenheit,
die der Kirche den Namen gab: Stunden vor seiner Gefangennahme, im Garten Gethsemane
in Jerusalem, betete Jesus zu Gott und flehte, vom vorbestimmten Schicksal verschont
zu werden: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mit vorüber;
doch nicht wie ich will, sondern wie du willst (Mt 26, 36-46). Den Moment der
Schwäche des Menschen Jesus, der um sein Leben bittet, bringt die Plastik
berührend zum Ausdruck. Sie ist ein Mahnmal für die Gefallenen des
Ersten Weltkriegs und unterscheidet sich deutlich von den damals häufigeren,
den sogenannten „Heldentod“ verherrlichenden Arbeiten der Zwischenkriegszeit.
Vor dem Westportal steht seit 1993 der Segnende Christus aus der ehemaligen
Versöhnungskirche, die mitten im Mauerstreifen an der Bernauer Straße
stand und im Januar 1985 von den DDR-Grenztruppen gesprengt wurde. Vor der Südwand
der Kirche steht die 4,60 m hohe Bronzeplastik Der Geistkämpfer, ein
Abguß des 1928 vom expressionistischen Bildhauer Ernst Barlach geschaffenen
Werks, das im Auftrag der Stadt Kiel für die dortige (und im Krieg zerstörte)
Heilig-Geist-Kirche entworfen wurde. Das vom Ost-Berliner Magistrat 1990 angekaufte
Exemplar war als Mahnmal gegen die faschistische Bücherverbrennung auf
dem Bebelplatz in Berlin-Mitte vorgesehen, für diesen Standort aber zu
klein. Seit dem 8. November 1994 steht es an der Gethsemanekirche, zu Ehren
der Demokratiebewegung in der DDR. Im Garten, zur Stargarder Straße hin,
befindet sich außerdem das Relief Widerstand von Karl Biedermann. Es wurde
in den 1980er Jahren zu Ehren des Widerstands gegen den Faschismus geschaffen
und sollte auf der Brücke der Schönhauser Allee über die Ringbahn
stehen, wurde jedoch abgelehnt, weil es keine Symbole des Kampfes gegen den
Faschismus enthielt. Seit dem 3. Oktober 1990 steht es an der Gethsemanekirche
und erinnert an die Ereignisse des Herbstes 1989. Während der 80er Jahre
war die Gethsemanegemeinde, ebenso wie andere Berliner Gemeinden, ein Sammelpunkt
für Oppositionelle und die DDR-Friedensbewegung. Die Gemeinde veranstaltete
Fürbittgottesdienste, Friedensgebete und öffentliche Diskussionen
zum Kirchentag 1987, nach den Verhaftungen auf der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration
am 17. Januar 1988, auf der Transparente mit dem Luxemburg-Zitat Freiheit ist
immer die Freiheit des Andersdenkenden gezeigt wurden, nach den gefälschten
Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 und nch dem Massaker an der chinesischen Demokratiebewegung
am 4. Juni 1989. Ab 2. Oktober 1989 war die Kirche Tag und Nacht geöffnet,
die Mahnwachen (das Motto Wachet und betet war wiederum der Gethsemane-Geschichte
des Matthäusevangeliums entnommen) und Diskussionsveranstaltungen wurden
von Tausenden besucht, ein Meer brennender Kerzen bedeckte den Vorplatz und
wurde zum Symbol für den gewaltfreien Protest. Am 7. Oktober, dem Nationalfeiertag
und 40. Jahrestag der Staatsgründung der DDR, gingen Einheiten der Volkspolizei
und der Staatssicherheit in der Schönhauser Allee mit Gewalt gegen Demonstranten
vor, von denen sich viele in die Gethsemanekirche flüchten konnten. Trotzdem
wurden über 500 Menschen verhaftet und teilweise mehrere Wochen gefangengehalten.
Am 9. Oktober forderte Bischof Gottfried Forck in der Gethsemanekirche die DDR-Führung
auf, deutlich und glaubhaft Schritte einzuleiten, damit [...] eine demokratische
und rechtsstaatliche Perspektive für die DDR gefunden wird. Nach dem Rücktritt
der alten DDR-Führung war die Kirche ein Treffpunkt und Diskussionsforum
der Bürgerbewegung. Zur Eröffnung der ersten und einzigen frei gewählten
Volkskammer im März 1990 kam diese hier zu einem Gottesdienst zusammen.
Das politische-friedensbewegte Engagement der Gemeinde blieb auch nach der Wiedervereinigung
erhalten, seit dem Zweiten Golfkrieg 1991 finden wieder regelmäßige
Friedensgebete statt. Aufmerksamkeit, die wenigstens annähernd mit den
Ereignissen von 1989 vergleichbar war, konnte die Kirche jedoch nur noch einmal
erlangen, mit einem kirchenpolitischen Ereignis: Während des Ökumenischen
Kirchentags 2003 fand hier die erste im Vorfeld öffentlich angekündigte
gemeinsame Abendmahlsfeier evangelischer und katholischer Christen statt. Papst
Johannes Paul II. hatte die gemeinsame Eucharistiefeier zuvor ausdrücklich
verboten. Die Beteiligung an der Feier war dennoch riesig, sodaß sich
der Besucherstrom bis auf die Stargarder Straße staute. Der beteiligte
katholische Priester Gotthold Hasenhüttl wurde vom zuständigen Bischof
Reinhard Marx wegen seines Verstoßes gegen die Kirchendisziplin anschließend
suspendiert.Die Webseite
der Gethsemanekirche
= http://www.gethsemanekirche.de.
Zionskirche
Die evangelische Zionskirche in Berlin wurde 1873 im damaligen Norden der Stadt
als Kirche einer Tochtergemeinde der St. Elisabeth-Gemeinde eingeweiht. Der
Architekt des vom späteren deutschen Kaiser Wilhelm I. als Votivkirche
errichteten Baus war August Orth. Bedeutung erlangte die Kirche als Wirkungsstätte
von Dietrich Bonhoeffer, der hier Pastor war. Die Zionskirche steht in der Mitte
des Zionskirchplatzes im Norden des Berliner Ortsteiles Mitte in der Rosenthaler
Vorstadt. Ihr Turm steht in der Sichtachse verschiedener Straßen, der
Zionskirchstraße, der Griebenowstraße und der Swinemünder Straße.
Aus Dankbarkeit, einem Attentat in Baden-Baden entgangen zu sein, stiftete König
Wilhelm I. 10.000 Reichsthaler für den Bau der Kirche. Sie wurde am 2.
März 1873 feierlich eröffnet. August Orth errichtete die Kirche im
Stile der Neoromanik, nach dem Beispiel der Rheinischen Romanik. Der Chor der
Kirche ist nicht geostet, sondern weist nach Norden. Mit nur 25 Jahren übernahm
Dietrich Bonhoeffer 1931 den Dienst in der Gemeinde als Stadtsynodalvikar. Die
Arbeit in diesem sozialen Problembezirk prägte den aus gutem Haus stammenden
Professorensohn nachhaltig. Nach 1933 schloß er sich der Bekennenden Kirche
und dem Widerstand an und wurde 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet. Seit
1986 bot die Zionskirchgemeinde Raum für oppositionelle Gruppen wie den
„Friedens- und Umweltkreis der Zionsgemeinde“. Proteste gegen eine Hausdurchsuchung
und Festnahmen in der dort angesiedelten Umweltbibliothek am 25. November 1987
machten den kirchlichen Widerstand gegen das DDR-Regime auch im Westen bekannt.
Am 17. Oktober 1987 wurden die Besucher eines inoffiziellen Konzertes der Westberliner
Band Element of Crime von etwa 30 Skinheads der rechten Szene der DDR überfallen
und teilweise schwer verletzt. Das ganze geschah quasi unter den Augen der Volkspolizei,
die die Kirche beobachtete. Nach zunächst nur zögerlichem juristischem
Vorgehen und milden Strafen gab es selbst in der offiziellen DDR-Presse Proteste.
In einer Berufungsverhandlung wurden daraufhin Strafen zwischen 18 Monaten und
4 Jahren verhängt. Während in der Öffentlichkeit die Verantwortung
für die gewalttätige Aktion Westberliner Rechtsradikalen zugeschoben
wurde, war die Aktion gleichzeitig Auslöser für ein internes Nachdenken
bei der politischen Führungsriege über rechtsradikale Jugendliche
in der DDR. Beim Ministerium für Staatssicherheit wurde eine Studie in
Auftrag gegeben, die sich mit der Problematik beschäftigte, aber deren
Ergebnisse unter Verschluß blieben. Die Webseite der Zionskirche = http://www.zionskirche-berlin.de
Die „Schönhauser Allee Arcaden“
Im
Frühjahr 1999 eröffnete am, genauer: direkt über dem S-Bahnhof
Schönhauser Allee ein großes Einkaufszentrum. Nach mehreren Aufstockungen
während der Planungsphase entstanden 25.000 m² Verkaufsfläche[2] bei einem
Investitionsvolumen von 240 Millionen DM. Auf dem Gelände der Schönhauser
Allee Arcaden befand sich vor dem Umbau ein großer Marktplatz mit vielen
Einzelhändlern, wie man heute häufig am Kollwitzplatz oder am Mauerpark
antrifft. Die Deutsche Post unterhält hier seit der Eröffnung eine
Filiale. Vier in der Nähe liegende Postämter (u.a. das ehemalige Postamt
Schönhauser Allee zwischen Mila- und Gaudystraße) wurden in diesem
Zusammenhang geschlossen. Drei weitere Großmieter sind ein Supermarkt,
ein Lebensmitteldiscounter und ein Elektronikgroßmarkt. Um diese verteilen
sich etwa 90 Einzelhandelsgeschäfte sowie Dienstleistungen und Gastronomie.
Seit einigen Jahren wird ein Teil der Büroräume über der Einkaufspassage
als Fitnessstudio genutzt. Wege und Flächen im Einkaufszentrum sind für
Ausstellungen, „kulturelle Events“ und Verkaufsveranstaltungen nutzbar. Die
Investoren der „Arcaden“ waren mit ihrer Idee nicht die Ersten. In der näheren
und weiteren Umgebung bestehen: Königsstadt-Terrassen: 14.000 m²,
Büros, Supermarkt, Läden und das Bötzowcenter: 23.000 m²,
SB-Warenhaus, Supermarkt, Fachmärkte, Büros, Wohnungen (geplant, bisher
nicht gebaut) und das Gesundbrunnen-Center: 25.000 m², ca. 100 Einzelhandelsgeschäfte,
SB-Warenhaus, Supermarkt und das EKZ Greifswalder Straße: 22.000 m²:
Supermärkte, Restaurants, Dienstleistungen und das Ringcenter Frankfurter
Allee: 70.000 m² Hotel, Büros, Supermärkte, Einzelhandel. Betreiber
der Schönhauser Allee Arcaden ist die mfi Management für Immobilien
AG, die auch als Betreiber für das Einkaufszentrum am Würzburg Hauptbahnhof
vorgesehen ist.
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Die Schönhauser Allee in Literatur, Musik und Film
* Berlin
Ecke Schönhauser ist ein DEFA-Film von 1957 (Regie: Gerhard Klein). Hauptdarsteller
ist eine Gruppe Jugendliche, die ihre Freizeit vor allem unter dem Hochbahnviadukt
der Schönhauser Allee verbringt, genau dort, wo sich heute der Fußgängerüberweg
zur Pappelallee befindet. Eine Vorgängerin auf der dortigen Verkehrsinsel
stehenden Normaluhr geht im Verlauf zu Bruch; außerdem kommt es zu einer
sehenswerten Massenschlägerei in der Prater-Gaststätte.
* Wenn in der Schönhauser die Lichter glüh´n ist ein Schlager
der 1950er Jahre von Julia Axen und Heinz Schulze.
* Frühling in der Schönhauser war 1971 ein großer Erfolg der
Sängerin Barbara Thalheim. Das Lied wurde 2004 von der Band Nylon neu aufgelegt.
* Sehnsucht nach der Schönhauser, ebenfalls von Barbara Thalheim, erschien
1985.
* Schönhauser Allee heißt ein Erzählungsband des in der Straße
lebenden russischen Schriftstellers Wladimir Kaminer, in dem es hauptsächlich
um diese Straße und ihre Bewohner geht (Goldmann, München 2001, ISBN
3442541689)
2005 -
Sommer vorm Balkon
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Gehört
nicht wirklich zum Prenzlauer Berg, liegt aber genau an der Bezirksgrenze und
spielte für mich in vielerlei Hinsicht eine große Rolle.
Märchenbrunnen
Bereits in den 1890er Jahren existierten
erste Pläne zur Errichtung eines Märchenbrunnens im Volkspark Friedrichshain.
1901 lieferte der Stadtbaurat Ludwig Hoffmann das Konzept der heute am westlichen
Eingang des Volksparks befindlichen Brunnenanlage. Finanzielle Schwierigkeiten
sowie Probleme bei der einheitlichen künstlerischen Gestaltung - zahlreiche
Bildhauer wirkten an der Konstruktion mit - verzögerten den Bau der Anlage.
1913 wurde die im neubarocken Stil entworfene Brunnenanlage schließlich
fertiggestellt und der Öffentlichkeit übergeben. Durch eine neunfache
Arkatur mit seitlichen, von Doppelpilastern gefaßten Bögen wird der
Brunnenplatz, der ein kostspieliges Beispiel wilhelminischer Kunstpflege ist,
im Halbkreis gegen den Park abgegrenzt. In den Bogenöffnungen befinden
sich große Steinschalen mit Fontänen, seine Balustraden sind mit
14 Skulpturen besetzt, die von Josef Rauch stammen und die eine Reihe jagdbarer
Tiere darstellen. Am Rand der großen, vierstufigen Brunnenanlage befinden
sich die von Ignaz Taschner 1912/13 entworfenen Grimmschen Märchenfiguren.
Unter den Steinskulpturen sind unter anderem Hänsel und Gretel, der Gestiefelte
Kater, Hans im Glück, Aschenbrödel, Rotkäppchen, Schneewittchen
mit den 7 Zwergen, Dornröschen verewigt. Die von Georg Wrbas konzipierten
und an den Seitengängen aufgestellten "Gruselgestalten" (Frau
Holle, Menschenfresser und Riesentochter) fehlen heute.
http://www.berlin.de/ba-pankow/derbezirk/portraet.html = Pankower Bezirksporträt
Willkommen in Pankow - Das heutige Pankow setzt sich aus den
historisch gewachsenen Bezirken Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee
zusammen, die durch eine Gebietsreform im Jahre 2001 zum einwohnerreichsten
Berliner Bezirk fusionierten. Mit 350.000 Menschen liegt er im Vergleich der
deutschen Städte zwischen Wuppertal und Bielefeld. In den neuen Bundesländern
haben nur Leipzig und Dresden mehr Einwohner. Getrost kann man Pankow, das von
der sogenannten City-Ost am Alexanderplatz bis an die Landesgrenze zum Barnim
reicht, als einen Bezirk der Superlative bezeichnen. Idyllische und ausgedehnte
Grünanlagen findet man hier ebenso wie Szenekieze, attraktive Wohnquartiere,
beliebte Kulturzentren und florierende Gewerbestandorte. Touristisches Potenzial
gibt es neben den Wahrzeichen der früheren Bezirke, dem Schloss Schönhausen
in Pankow, dem Wasserturm in Prenzlauer Berg und dem See mit Fontäne in
Weißensee in vielerlei Hinsicht. In den zwei großartigen Arenen
Max-Schmeling-Halle und Velodrom geben sich internationale Rock- und Popstars
sowie Sportler die sprichwörtliche Klinke in die Hand und an der Landsberger
Allee steht die modernste Schwimmhalle Europas. Als historisch besonders markant
seien hier der mit 115.000 Grabstätten größte Jüdische
Friedhof Europas an der Herbert-Baum-Straße und die deutschlandweit größte
Synagoge an der Rykestraße genannt. Das älteste innerstädtische
Naturschutzgebiet "Am Faulen See" liegt an der Grenze zu Lichtenberg.
Um 1920 galt die Region im südlichen Prenzlauer Berg als einer der größten
Brauereistandorte in Europa und am Osthang des Wasserturmberges, wo man übrigens
auch noch Fuchs und Hase antrifft, wurden kürzlich Reben eines Weingutes
gepflanzt. Die Berliner Mauer öffnete sich im November 1989 erstmalig am
Grenzübergang Bornholmer Straße. Das umfangreichste deutsche Wohnungsbauprojekt
wurde in den 90er Jahren am nördlichen Stadtrand verwirklicht, mehr als
5.000 Wohnungen entstanden in Karow-Nord. Einkaufen kann man in modernen Centern,
gemütlichen Szeneläden oder auf zahlreichen Märkten, etwa dem
stadtbekannten Ökomarkt am Kollwitzplatz oder dem ältesten Berliner
Wochenmark auf dem Pankower Anger. Berlins ältester Biergarten im Prater
an der Kastanienallee befindet sich ebenso im Bezirk wie das modernste Klinikum
der Stadt in Berlin-Buch. Sternguckern ist das Zeiß-Großplanetarium
an der Prenzlauer Allee zu empfehlen, seit 1981 empfängt das silberne "Kugelhaus"
seine Besucher.
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Bilder und Infos aus Prenzlauer
Berg
http://www.berlin-prenzlberg.de/ & http://www.prenzlberg.de/
http://www.prenzlauerberg.de/sits/Prenzlauerberg/Info.htm
http://www.in-prenzlauer-berg.de/start.html
http://www.prenzlauerberg-online.de/
http://www.berlin-starting-point.de/Berlin_Stadtfuhrungen/Berlin_Stadtrundgange/berlin_stadtfuhrungen_prenzlau.html
Nochmal zur Geschichte von Prenzlauer
Berg
Vor rund 100 Jahren war der
Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg der Inbegriff für menschenunwürdige
Lebensverhältnisse. In den achtziger Jahren entwickelte sich das Viertel
zum Zentrum der Künstler und Unangepassten. Die sind nach der Wende von
zugezogenen Szene-Wessis und erlebnishungrigen Touristen verdrängt worden.
Berlin - Mit der Eleganz von Paris oder Rom kann es Berlin nicht aufnehmen.
Das scheitert schon an der Topographie: Es gibt keine Berge, die Ausblicke gestatten
und die Fläche strukturieren. Auch der Prenzlauer Berg ist kein solcher,
sondern allenfalls die Karikatur einer Hochebene. Wer mit dem Fahrrad vom Hackeschen
Markt zur Kastanienallee fährt, muss auf 200 Metern ein bisschen in die
Pedale treten, und damit hat es sich. Doch trotz dieses Namensschwindels gehört
der Stadtteil im Nordosten seit der Wende zu den Höhepunkten einer jeden
Berlin-Rundfahrt.
Immer wieder quälen sich schwere Reisebusse durch die schmalen Straßen
zwischen Schönhauser und Prenzlauer Allee und machen Halt am Kollwitzplatz.
An den Häusern kann das Interesse kaum liegen: wilhelminische Massenware,
eher bescheiden schon zur Erbauungszeit, in der DDR oft ihres bisschen Stucks
beraubt. Immerhin vermittelt der Stadtteil den in Berlin seltenen Eindruck urbaner
Geschlossenheit. Da Bomben im Zweiten Weltkrieg den westlichen Prenzlauer Berg
aussparten, ist die Altbausubstanz fast komplett erhalten.
Doch was die Besucher anlockt, ist das Leben, das sich in diesen Mauern abspielt,
der "Mythos Prenzlberg". Eine junge Szene hat von dem alten Arbeiterviertel
Besitz ergriffen. Passanten mit Mitte 30 gehören schon zu den Gesichtsältesten.
Es dominiert jener lässig-ironische Schick, der Berlin den Ruf als Trendsetter
eingetragen hat und die Mühe, die dafür vor dem Spiegel aufzuwenden
ist, geflissentlich verleugnet.
Zentrum der Bewegung ist die Kastanienallee, wo sich Lokale und Lounges, schräge
Kleiderläden und Friseursalons aneinander reihen. Einen Rest von Insider-Status
versucht sich das "103" an der Ecke zur Zionskirchstraße zu
bewahren, indem es weder Namen noch Gattung nach außen zu erkennen gibt.
Die Gattung wäre auch schwer zu bestimmen. Wie viele neue Lokale vereint
das "103" in sich Restaurant, Lounge und Bar. Gefunden wird es trotz
seines Inkognitos - massenhaft.
Ähnlich groß wie in der Kastanienallee ist die Vergnügungsdichte
in der Stargarder Straße hinter der Gethsemanekirche und im so genannten
LSD-Viertel rund um den Helmholtzplatz. LSD steht allerdings heute nicht mehr
für Drogenmissbrauch, sondern nur noch für die Anfangsbuchstaben von
Lychener-, Schliemann- und Dunckerstraße. Erst nachts erwacht das Leben
in den Tanzsälen der Kulturbrauerei, wo Lärmentfaltung keinen Protest
aus der Nachbarschaft fürchten muss.
Eine Spur etablierter geht es am Kollwitzplatz zu. Die eher hohen Wohnkosten
dort kann sich nur leisten, wer gelernt hat, die Ernte der eigenen Kreativität
einzufahren. Die elsässische Küche im Restaurant "Guglhof"
ließ sich schon Bill Clinton bei einem Berlinbesuch schmecken. Wenige
Häuser weiter wohnt als einer der letzten Ureinwohner des Viertels der
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Seine Kollegen Joschka Fischer und
Jürgen Trittin lassen sich von Zeit zu Zeit auf dem Wochenmarkt am Kollwitzplatz
blicken.
Diese Karriere war dem Stadtteil nicht an der Wiege gesungen. Um 1875 stand
dort außer einer Mühle und einer Ziegelei kaum ein Haus. In wenigen
Jahren wurde dann Wohnraum für jene Massen geschaffen, die der brummenden
Reichshauptstadt aus der Provinz zustrebten. Fein war die Gegend nicht: Prenzlauer
Berg wurde zum Inbegriff für menschenunwürdige Lebensverhältnisse,
für den Wildwuchs der Mietskasernen. In den zwanziger Jahren lebten dort
30.000 Einwohner pro Quadratkilometer - Weltrekord. Heute freuen sich die Bewohner
über feudale Platzverhältnisse, die anderswo unbezahlbar wären.
Die Bebauung des Territoriums von Prenzlauer Berg begann erst im 18. Jahrhundert,
historische Siedlungskerne waren nicht vorhanden. Aufgrund der Lage auf den
Ausläufern des Barnim entstanden vor dem Schönhauser Tor ca. 30 Windmühlen,
in unmittelbarer Nähe zur Stadt Berlin. Außerdem siedelten sich seit
ca.1840 mehrere Brauereien an, die das aus den Tiefbrunnen geförderte Wasser
mit ausgezeichneter Qualität und die Möglichkeit unterirdischer Kühlräume
aufgrund der Bodenbeschaffenheit nutzten.
Das außerhalb der Akzisemauer Berlins gelegene Gebiet war bis Anfang des
19. Jahrhunderts weitgehend unbebaut und Teil der Berliner Feldmark. Die städtebauliche
Struktur des Gebietes wurde wesentlich von den ihren Ursprüngen nach mittelalterlichen,
nach Norden und Nordosten führenden Verkehrswegen, der Schönhauser
Allee, der Prenzlauer Allee und der Greifswalder Straße geprägt.
Ebenfalls älter als die Bebauung ist die die Radialstraßen miteinander
verbindende Ringstraße, die heutige Danziger Straße, die seit 1822
als Kommunikationsweg innerhalb der Berliner Feldmark existierte. Mit der Separation
der Berliner Hufen in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts begann die allmähliche
Parzellierung und Veräußerung des Bodens. Infolge des industriellen
Wachstums und der damit verbundenen Bautätigkeit dehnte sich die Stadt
Berlin weit über ihre damalige Stadtgrenze, die 1734/37 errichtete Akzisemauer,
aus.
Um der Ausdehnung Raum und Boden zur Verfügung zu stellen und dabei den
Stadtentwicklungstendenzen Rechnung zu tragen, wurde James Hobrecht, Regierungsbaurat
und Kanalisationsfachmann, 1852 vom Berliner Polizeipräsidenten beauftragt,
einen Bebauungsplan zu erarbeiten. Der Plan beinhaltete ein Straßenraster
mit Baublöcken und Plätzen, das ringartig um die Altstadt gelegt wurde.
In der Folgezeit wurden nach diesem Plan und auf der Basis der Berliner Baupolizeiverordnung
von 1853 die einzelnen Grundstücke mit Vorderhäusern und mehreren
Hinterhäusern nahezu vollständig bebaut. Das gesamte Hobrecht’sche
Plangebiet stellt heute noch die größte zusammenhängende Gründerzeitbebauung
Berlins dar.
Die Bebauung erfolgte im Wesentlichen von Süden nach Norden. Die älteste
Bausubstanz befindet sich in den an den Bezirk Mitte angrenzenden Teilen, in
die auch noch die alten Brauereistandorte integriert sind.
In den Quartieren nördlich der Danziger Straße, in denen sich aufgrund
der Anlage der Ringbahn (1871) Versorgungswerke von gesamtstädtischer Bedeutung
wie das Gaswerk (1872/74) und der Zentralviehhof (1878/81) ansiedelten, wurde
die Wohnbebauung bis zum 1.Weltkrieg an die Grenze des damaligen Stadtgebietes
herangeführt, ohne jedoch die Flächen vollständig zu bebauen.
So konnten in den Randbereichen des Bezirkes umfangreiche Wohnanlagen der zwanziger
Jahre des 20.Jahrhunderts entstehen, wie die von Bruno Taut an der Erich-Weinert-Straße.
Da der Bezirk nach dem 2. Weltkrieg flächenmäßig nur begrenzte
Kriegsschäden zu verzeichnen hatte, zeigt sich heute noch ein fast geschlossenes
Stadtbild aus dem Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Bauliche
Veränderungen wurden in den 70er und 80er Jahren mit der Errichtung eines
Wohngebietes in Plattenbauweise auf dem Gelände einer Kleingartenanlage
an der Greifswalder Straße und dem Abriss des Gaswerkes vorgenommen. Hier
entstand das Wohngebiet am Thälmannpark mit großzügigen öffentlichen
Grünflächen, Kultureinrichtungen und dem Zeiss-Planetarium.
Die Gründerzeitviertel von Prenzlauer Berg sind heute das größte
Sanierungsgebiet der Stadt.
Der Bezirk Prenzlauer Berg wurde 1920 im Rahmen der Schaffung der Einheitsgemeinde
Groß-Berlin als eigenständiger Bezirk mit eigener Verwaltung und
kommunaler Vertretungskörperschaft gebildet. Im Zuge der Berliner Verwaltungsreform
wurde am 1.1.2001 der Großbezirk Pankow, zu dem auch der ehemalige Bezirk
Prenzlauer Berg gehört, gebildet.
"Dicker Herrmann" nennen ihn die Prenzlauer Berger liebevoll. Um ihn
herum existieren Kneipen, Bistros, Restaurants, Weinstuben, Pizzerias, Döner-
und Fallafelstände in großer Zahl und einträchtig nebeneinander.
Der Wasserturm an der Knaackstraße ist das Wahrzeichen des lebendigen
Szenebezirks. Von 1875 - 1877 wurde er nach Plänen des langjährigen
Direktors der Wasserwerke Henry Gill erbaut. In ihm befindet sich der Hochwasserbehälter,
darunter wurden Beamtenwohnungen eingerichtet. 1952 wurde der Betrieb eingestellt.
Die Wasserspeicher eignen sich wegen ihrer besonderen Akustik für Ton-
und Klanginstallationen, so dass dort viele erfolgreiche Kunstprojekte stattfinden.
Kürzlich wurde er innen und außen umfassend saniert. Die Zimmer der
zwölf Wohnungen haben die Form eines Tortenstückes. Die Chancen, an
eine derartig extravagante Unterkunft heranzukommen, ist allerdings sehr gering.

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Prenzlauer
Berg im Überblick
Der Berliner Apotheker Heinrich Prell gründete 1842 in der Neuen Jakobstraße
26 eine kleine Brauerei mit Bierstube. Nach seinem Tod erwarb Jobst Schultheiss
die Brauerei samt Lagerkeller in der Schönhauser Allee 36 -39. Er gab dem
Bier seinen später weltberühmt werdenden Namen und eröffnete
in der Schönhauser Alle einen weiteren Ausschank mit Garten. Nach über
100 Jahren traditionsreichen Bierbrauens – von Mitte des 19.Jahrhunderts bis
1967 – wurde an diesem Standort 1991 die Kulturbrauerei im Zuge der Wende ins
Leben gerufen und avancierte im Laufe der letzten Jahren zu einer der größten
alternativen Kultureinrichtungen der Hauptstadt. 1995 erwarb die TGL Treuhand
Liegenschaftsgesellschaft mbH die Immobilie und entwickelte seit Herbst 1998
das 25 000 qm große Areal mit seinen unter Denkmalschutz stehenden Bauten
zu einem neuen Standort für Kultur und Kunst, Gewerbe und Dienstleistungen.
Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen und Gespräche finden hier
ebenso statt wie Ausstellungen, Instrumentalkurse, Parties, Discotheken und
Veranstaltungen für Kinder statt. Betrieben wird die Einrichtung von einer
gemeinnützigen GmbH.
Das Zeiss-Großplanetarium wurde von 1985 bis 1987 auf dem Gelände
des ehemaligen Gaswerkes gebaut. Die Innenkuppel wirkt überdimensional,
ist aber nur 14,5 Meter hoch. Der Sternenhimmel wird mit Hilfe des sogenannten
„Cosmoramas" an das künstliche Firmament gezaubert. Ob Winterhimmel
über Berlin oder das Sternengeflimmer der südlichen Hemisphäre,
allerlei technische Raffinesse verbindet sich zu einer tollen Show. Zeitreisen
werden möglich und die vieltausendjährige Geschichte des Alls wird
auf spannende 60 Minuten komprimiert.
Die Böse-Brücke entstand von 1912 - 1916 für eine Million Reichsmark
und verbindet Prenzlauer Berg mit Wedding. Benannt ist das Bauwerk seit 1948
nach dem 1944 in Brandenburg hingerichteten Kommunisten Wilhelm Böse. Als
die DDR am 13. August 1961 den Westteil Berlins abriegelte wurde eine Passierstelle
eingerichtet. Am 9. November 1989 öffnete sich um 20.30 hier erstmals der
"Eiserne Vorhang" in der DDR, so dass Tausende Ostberliner gen Wedding
strömten - Bilder, die um die Welt gingen.
Auf dem östlichen Teil des 1825 eröffneten und 1912 an die Stadt verkauften
ehemaligen Exerzierplatzes wurde 1913 ein Sportplatz angelegt. 1952 erhielt
er anläßlich des 100 Geburtstages von Friedrich-Ludwig-Jahn (1778-1852)
den Namen des „Turnvaters" Jahn. Der engagierte deutsche Erzieher und Initiator
einer breiten Turnbewegung hatte 1811 für die Einrichtung des ersten Berliner
Sportplatzes in der Hasenheide gesorgt. Das Stadion wurde zu den III. Weltfestspielen
der Jugend und Studenten nach einem Umbau wiedereröffnet. In der Folgezeit
fanden hier wichtige Fußballspiele statt und es war in die Streckenführung
der internationalen Friedensfahrt der Radsportler einbezogen. Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
bildet heute einen festen Treffpunkt für Sport- und Freizeitveranstaltungen.
Eine interessante Plastik hat hier ihren Platz. Mann kann sie schon aus der
Ferne, hinter der Freifläche auf einem Sockel entdecken. Die Bronzefigur
„Fußballspieler" zeigt einen jungen Sportler, der im Begriff ist,
einen Schuss abzugeben und stammt von einem italienischen Bildhauer.
Das Denkmal erinnert an den 1944 von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager
Buchenwald ermorderten KPD-Führer Ernst Thälmann. Die 13 m hohe und
50 Tonnen schwere Bronceplastik des sowjetischen Bildhauers Lew Kerbel wurde
1986 zur Eröffnung des Thälmann-Parks mit 1332 neuen Wohnungen aufgestellt.
Nach 1990 hat es viele Diskussionen um die Zukunft des Denkmals gegeben. Abrisspläne
wurden indes aber wieder verworfen und so liefern sich Schmierfinken und eine
Bürgerinitiative Duelle um das Erscheinungsbild der Plastik.
An der Ecke Stargarder Straße / Greifenhagener Straße befindet sich
die Gethsemanekirche, deren Turm weit sichtbar empor ragt. Sie war für
die Ereignisse im Herbst 1989 so etwas wie ein Bollwerk der Opposition gegen
den an sein Ende gekommenen DDR-Staat. Die Kirche war Tag und Nacht geöffnet,
das Portal von leuchtenden Kerzen erhellt. Als derartige Hochburg der Opposition
standen natürlich sämtliche Aktivitäten unter strenger Beobachtung
der Staatssicherheit. Anders als auf der Straße fiel hier die Tarnung
jedoch schwer, da sie umstrittene Passagen natürlich nicht beklatschen
konnten, andererseits aber oft vor dem Schlussgebet die Veranstaltung verließen.
Der Bau wurde auf einem Grundstück, das die Gutsbesitzerwitwe Caroline
von Griebenow der Kirche als Geschenk überließ, 1891 bis 1893 durch
den Geheimen Baurat August Orth (1828-1901) als Klinkerbau in neugotischem Stil
errichtet und 1893 eingeweiht. Sie ist die älteste protestantische Kirche
im Ortsteil Prenzlauer Berg.
Mit dem Bau der Max-Schmeling-Halle wurde am 21.Juni 1993 begonnen, in Betrieb
ist sie seit dem September 1996. Für 200 Mio DM entstand auf dem 17000
qm großen Grundstück an der Gaudystraße eine Lokation für
Sport- und Musikveranstaltung mit bis zu 10000 Zuschauerplätzen. Ein Stahldach
mit 6500 qm und 10000 qm begrünte Dachfläche umschließen einen
Bruttorauminhalt 318.000 Kubikmetern. Darüber hinaus gibt es ein Restaurant
mit 200 Sitzplätzen und eine Dreifach-Sporthalle.
Das Areal an der Raumerstraße wurde 1897 nach dem Physiologen und Physiker
Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz (1821 – 1894) benannt. Auf dem heutigen
Helmholtzplatz befanden sich ab 1872 eine Ziegelei. Mehrfach wurde der Platz
in der Folgezeit umgestaltet. Zuletzt wurde der Platz von 1999 bis 2001 in drei
Bauabschnitten für 2,2 Millionen Mark saniert und ein Abenteuerspielplatz
angelegt.
Auf einer 5000 qm großen Fläche an der Marienburger Straße
gibt es seit 1999 eine Einrichtung, die gerade bei Kindern sehr beliebt ist.
Marie nennen die Knirpse liebevoll den betreuten Abenteuerspielplatz der mit
Beteiligung der Anwohner geplant und durch viel Eigeninitiative und europäische
Fördergelder errichtet worden ist. Solarstrombetriebene Leuchten und ein
Kiosk ermöglichen eine Nutzung bis in die Abendstunden. Durch den Umbau
einer benachbarten Schulfreifläche konnte die Aufenthaltsqulität noch
erhöht werden.
Alt, grau und verfallen, so präsentiert sich das Stadtbad Oderbergerstraße
seit vielen Jahren seinen Betrachtern. Die nach Entwürfen des Baustadtrates
Ludwig Hoffmann von 1899 - 1902 erbaute öffentlliche Reinigungsanstalt
war eines der ersten Bäder Berlins. Um die zentral liegende Schwimmhalle
mit Kreuzgradwölbung, seitlichen Arkaden und einer Galerie gruppieren sich
nach englischem Vorbild in den Seitenflügeln Wannen-und Brausebäder.
Seit das denkmalgeschützte Gebäude kurz nach der Wende geschlossen
wurde, ist eine Bürgerinitiative um den Erhalt und die Sanierung der Einrichtung
bemüht. Seit einigen Jahren hat sich der Öko-Markt am Kollwitzplatz
etabliert und ist nur einer von zahlreichen Anziehungspunkten, der Touristen
in die wohl quirligste Gegend des Prenzlauer Bergs ziehen. Der Platz und die
gleichnamige Straße wurden im Jahre 1947 nach der Graphikerin und Bildhauerin
Käthe Kollwitz (1867 – 1945), die hier 50 Jahre lang wohnte, benannt. Ihr
Mann, Dr. Karl Kollwitz, war der Armenarzt von Prenzlauer Berg. Die heutige
Kollwitzstraße hieß zuerst Weißenburger Straße. 1875
erfolgte die Erstbenennung des heutigen Kollwitzplatzes als Wörtherplatz.
Während des 2. Weltkrieges wurde auch das Wohnhaus der Familie Kollwitz
zerstört. An der Stelle, wo es stand, ist zur Erinnerung an Käthe
Kollwitz eine von F. Diederich ausgeführte Kalksteinnachbildung ihrer 1932
bis 1937 geschaffenen Plastik „Schützende Mutter" aufgestellt worden.
Ein Denkmal von Gustav Seitz (1906 – 1969) erinnert seit 1959 an die Künstlerin.
Der „Kolle", wie er liebevoll genannt wird, umgeben von vielen Szenencafés-
und Restaurants, bietet den Besuchern Möglichkeiten zu ausgedehnten Nachtgesprächen.
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Klar könnt ihr mir schreiben
und auch paar neckische Pics schicken, oder paar Neuigkeiten aus dem Kiez, oder
wir verabreden uns hier und lungern irgendwo nett rum.....
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