Sicherlich hat man im Laufe der Zeit manchen Männermythos gekippt;
Schwule in der Armee, schwule Cowboys, schwule Top-Manager, schwule Politiker, schwule Hochzeiten...
Aber wo bleibt der erste erfolgreiche offizielle schwule Fußballer? Diese Sensation möchte ich noch erleben.


Hier entsteht die Liste meiner schwulen Spielfilm-Wunsch-Liste - die ist aber noch in Arbeit. Es geht mir hier auf meiner privaten Seite wirklich vorrangig um die Spielfilme, wo Gays die Protagonisten der Story sind; keine Serienepisoden mit in Mode gekommenen Vorzeigeschwulen - keine Filme mit geouteten Schauspielern, die Heteros mimen etc. etc. Nicht alle Filme möchte ich auch haben - aber wenigstens einmal sehen. Klar können wir zwischendurch schon mal drüber reden.

19??wann? - Red Ribbon Blues - Ein neues Medikament soll das Leben der HIV-Infizierten um zirka zehn Jahre verlängern. Aber es ist so teuer, daß es sich kaum einer leisten kann. Troy, Harold und Darcy können die Ungerechtigkeit nicht länger ertragen: Sie brechen in Apotheken ein und verschenken das geklaute Medikament an Kranke - bis die Polizei einen heißen Tip bekommt.
19??wann? - It’s my party - Er ist jung, erfolgreich, lebenslustig und gutaussehend - und er hat AIDS. Zunächst hatte der Architekt Nick Stark (Eric Roberts) geglaubt, den Kampf gegen sein Schicksal gewinnen zu können. Doch dann erfährt er, daß die Krankheit sein Leben innerhalb kürzester Zeit beenden wird. Sein Lebensgefährte Brandon (Gregory Harrison) kommt mit der Wahrheit nicht zurecht und verläßt ihn. Nick beschließt, sich auch bei seinem letzten schweren Gang treu zu bleiben. Er bittet alle wichtigen Personen seines Lebens zu einer großen Abschiedsparty.
19??wann? - Three - Die drei jungen Männer Kris, John und Gary sind die wahren Lieblinge des Fotografen Howard Roffman. Dieser Film begleitet sie quer durch ihren Alltag und zeigt alle möglichen Stationen ihres privaten Tagesablaufes. Ob nun beim gemeinsamen Duschen oder einem Spaziergang - immer ist die Kamera dabei. Die Drei führen eine harmonische Dreier-Beziehung. In Interviews mit jedem Einzelnen und auch in der Gruppe sprechen sie freimütig über ihre Dreier-Kiste, ihr Sex-Leben und ihre Ängste. Der Zuschauer wird Zeuge einer vollzogenen Lebensform, die Mann sonst nur aus erotischen Geschichten kennt. Aber auch die Erotik selbst kommt nicht zu kurz. Es bieten sich Einblicke in die Arbeit Roffmanns; ein "Making of... Three" sozusagen. Interessant, wie wichtig das Spiel mit dem Licht und der Farbe für die Ausstrahlung der Bilder ist.
19??wann? - Das Trio - Zobel (Götz George), sein Lover Karl (C. Redl) und Zobels Tochter Lizzie (Jeanette Hain) halten sich mit Betrügereien über Wasser. Als Karl stirbt, bringt sein Nachfolger Rudolf (Felix Eitner) mächtig Unruhe ins Team, denn Vater und Tochter haben ein Auge auf ihn geworfen und er läßt beide ran.
19??wann? - Hamam - Das türkische Bad - Ein Italiener erbt einen Hamam in Istanbul. Eigentlich fährt er nur dorthin, um ihn zu verkaufen. Doch er lernt die türkische Lebensweise und -freude zu schätzen und bleibt. Zudem beginnt er auch der Liebe unter Männern zu fröhnen, denn er findet in Mehmet einen Menschen, der ihm geben kann, was seine Frau in Rom nicht konnte. Das Gefühlschaos ist perfekt, als die werte Gattin anreist, um mit ihm Schluß zu machen; denn sie hat schon seit 2 Jahren ein Verhältnis mit seinem besten Freund. Der Hauptdarsteller ist übrigens der Sohn von Vittorio Gassman.
19??wann? - Die Konsequenz - Das Urteil: 2 ½ Jahre wegen „Verführung Minderjähriger“. Martin Kurath (Jürgen Prochnow) sitzt im Schweizer Knast. Sein Verbrechen: er hat einen Jungen geliebt. Er bezweifelt, ob man ihm den Prozeß auch gemacht hätte, wenn seine Beziehung nicht homosexuell gewesen wäre. Im deprimierenden Haftalltag kommt es zu einer Abwechslung, als der liberale Direktor (Erwin Kohlund) einem Experiment zustimmt. Der Schauspieler Kurath darf das von einem Mithäftling verfaßte Theaterstück „Hoffnungslos“ inszenieren. Für eine Hauptrolle holt man von draußen den bildhübschen Sohn eines Aufsehers (Walo Lüönd), den 16-jährigen Thomas Manzoni (Ernst Hannawald). Während der Proben spürt Thomas, daß er den männlichen, intelligenten Martin mag. Mit einer Flasche Whiskey schleicht er sich eines Abends unentdeckt in seine Zelle. Die beiden ungleichen Schwulen werden ein Paar. Nach ihrer gemeinsamen Nacht beschließen sie, unter allen Umständen zusammen zu bleiben. Doch Thomas’ Eltern halten dagegen. Unfähig, das Anderssein ihres Sohnes zu begreifen, mobilisieren sie sogar die Justiz. Noch im Besitz des Sorgerechts erzwingen sie seine Einweisung in eine Erziehungsanstalt. Für den sensiblen Thomas eine Hölle aus Schikane, Demütigung, Verachtung und Gewalt. Als Schwuler ist er Spielball seiner abgefeimten, teilweise kriminellen Mitzöglinge. Man zwingt ihn sogar zum Geschlechtsakt mit der geistesgestörten Babette (Elisabeth Fricker). Ein dickleibiger Erzieher brennt glühende Zigarrenstummel auf seinem nackten Oberkörper aus. Martin, mittlerweile aus seiner Haft entlassen, schafft es, mit gefälschten Papieren als Lehrer in das Heim zu gelangen. Er verhilft seinem mißhandelten Geliebten zur Flucht. Doch die glücklichen Tage in der eigenen, kleinen Wohnung auf dem Land sind gezählt. Thomas muß in die Anstalt zurück. Als er mit 20 ohne Bevormundung sein Leben endlich selbst bestimmen könnte, ist er ein gebrochener junger Mann. Martin, der ihn voller Sehnsucht vom Bahnhof abholen will, trifft ein körperliches und seelisches Wrack. Thomas unternimmt einen Selbstmordversuch. Als Endstation bleibt allein die psychiatrische Klinik.
19??wann? - Trick  - ist nicht der Name eines der Neffen Donald Ducks und bedeutet nicht etwa das, was es im Deutschen bedeutet - nein, es ist ein amerikanischer Slang-Ausdruck für etwas, was wir "eine schnelle Nummer" nennen. Und genau den wollten der süße Gabriel (Christian Campbel, (Bruder von "Scream"-Queen Neve) und Sahneschnittchen Mark (Johan Paul Pitoc, im Bild) eigentlich haben, als sie sich in der U-Bahn kennenlernen. Naja, was heißt "kennenlernen"... Lange Rede kurzer Sinn: Es kommt zu der klassischen "Zu Dir oder zu mir?"-Situation. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer <Hatschi!>. Gabriels mit Heterosexualität gestrafter Mitbewohner hat die Wohnung diese Nacht per Losentscheid für sich und seine Freundin (die übrigens umwerfend dämlich ist), und Mark wohnt "bei einer älteren Dame, die keinen Herren-Besuch wünscht". Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Dilemma geraten die beiden hübschen Junx von einer Peinlichkeit zur nächsten Groteske. Immer wenn sie gerade zur "Sache" kommen wollen, werden sie gestört. Da die "Liebe auf den ersten Fick" vom Schicksal nicht gewollt zu sein scheint, kommen sich die Beiden im Laufe der Zeit näher, als sie es ursprünglich beabsichtigt hatten, und der Zuschauer auf seine Kosten. Glänzend spielt "Beverly-Hills-90210"-Star Tori Spelling die Rolle der völlig durchgeknallten Katherine, Gabriels bester Freundin. Mit dabei ist übrigens auch eine echte Drag-Queen, die mit Frisur und Styling auch noch Tori persifliert. Der Film ist nicht nur 'was für's Auge, nein auch die Dialoge haben echte "Schenkel-Klopfer". It's not a Sony - it's a Trick! P.S.: Die Hauptdarsteller sind zwar bekennende Heteros, aber der Regisseur Jim Fall ist von unserer Fakultät. Sein umjubeltes Erstlingswerk wurde im Rahmen der diesjährigen Berlinale in der Panorama-Sektion gezeigt und avancierte in kürzester Zeit zum Publikumsliebling. Der Film wurde mit dem Leserpreis der Zeitschrift "Siegessäule" prämiert.
19??wann? - The Opposite Of Sex - Was der Author und Regisseur Don Roos hier angerichtet hat, ist ein Hammer-Menue vom Feinsten. Man nehme: 1 frühreife, baby-facige, vollbusige Schlampe (Christina Ricci, die Tochter aus der Addams Family); 1 schwulen Lehrer-Softie (Martin Donovan aus Hollow Reed); 1 "schwul, dann bisexuell und doch wieder schwulen" und ziemlich einfältigen Knackarsch (Ivan Sergei); 1 Bilderbuch-Ausgabe einer jungen "alten Jungfer" (Lisa Kudrow); und verrühre die Zutaten mit gleichen Anteilen Sarkasmus, Wortwitz und überraschenden Entwicklungen. Man lasse die Masse 30 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Dann gebe man nacheinander hinzu: 1 Schwangerschaft; 1 mehrfach gepiercte Tucke (Johnny Galecki aus Roseanne); 1 Ei <grins, Ihr werdet's schon sehen, warum...>; 1 gewaschenen Skandal; reichlich weitere Verwicklungen, 1 Toten, und eine Messerspitze Homo-Erotik. Gut durchmengen und die Ingredienzien einwirken lassen. Nach Zugabe der polizeilichen Verfolgung kurz aufkochen, mit einer Prise Kanada nachwürzen und die Geburt unterheben. Serviert wird das Gericht auf heißen Sprüchen mit einem trockenen Weißheiten-Wein.
19??wann? - No Skin Off My Ass - Der kanadische Regisseur Bruce LaBruce, von dem auch Hustler White stammt, spielt einen Friseur und Punk, der sich einen jugendlichen Skinhead (Klaus von Brucker) im Park aufreißt. Er bringt ihn zu sich nach Hause und bietet ihm ein Bad an. Die Unnahbarkeit des Skins, der ja aus der politisch entgegengesetzten Galaxie kommt, einerseits und die greifbare Nähe des Jungen in der Badewanne andererseits, treibt den Mann schier zum Wahnsinn. Als der Skin dann auch noch vor seinen Augen an sich herumfummelt, hält es auch den Friseur nicht mehr. Sie landen im Bett und der Skin wird im Zimmer gefangengehalten, um quasi als Lustsklave zu dienen. Ihm gelingt zwar die Flucht zu seiner lesbischen Schwester <hey, wie war das mit der Vererbbarkeit der sexuellen Orientierung?>, aber es zieht ihn doch wieder zurück.
19??wann? - Bent - Starker Toback, dieser Film. Mehrfach preisgekrönt (z.B. International Critics Award in Cannes '97), in atmosphärisch dichten und ergreifenden Bildern und Tönen erzählt er die letzten Lebensjahre von Max, einem deutschen Schwulen in der Nazizeit. Zu Beginn des Filmes finden wir uns in dem schwulen Nachtclub von Greta - grandios: Mick Jagger in dieser Fummel-Rolle mit Gesangseinlage - wieder, inmitten ausgelassener Stimmung, die schon fast in eine Orgie übergeht. Mit dabei: der Tänzer Rudi - Max' Freund - und ein junger SA-Offizier, der als Dessert mit zu Max und Rudi in die Wohnung genommen wird. Es ist die Nacht der Röhm-Putsches, die Nacht der langen Messer. Und so trampeln die Stiefel der SS ins Leben der drei Schwulen; der Offizier wird sofort getötet und die beiden anderen können fliehen. Über ein Jahr hinweg fristen sie ein Leben im Untergrund. Onkel Freddie versorgt sie mit dem nötigsten. Der Wunsch nach Ausreise aus Nazi-Deutschland ist nicht erfüllbar. Schließlich fallen sie in die Hände der Schärgen und werden in einem Ttransportwaggon ins Konzentrationslager gebracht. Unterwegs verleugnet Max seinen Freund Rudi, damit er nicht als Homosexueller enttarnt wird. Die Schwulen tragen als Kennzeichen einen rosa Winkel; sie stellen die niedrigste Kaste in einem KZ. Max will überleben, um jeden Preis. Er "verbiegt" sich - daher wohl auch der Filmtitel - und wird so zum Juden. Noch während des Transportes wird sein Freund gefoltert und ermordet. Im KZ freundet er sich mit Horst an, den er schon im Waggon kennengelernt hat. Er arrangiert, daß sie die Tage zusammen verbringen können; beim Steine schleppen. Steine von einem Haufen auf den anderen ud wieder zurück zu tragen ist ihre monatelange, täglich Beschäftigung. Die soll sie zermürben und in den Wahnsinn treiben. Doch die beiden kämpfen dagegen an. U.a. auch mit einer "unberührten" Sex-Szene. Telefon-Sex ohne Telefon, sozusagen. Ihre Nische wird zerstört, als ein Wachoffizier den "Perversen" unter Waffengewalt auffordert, in den Elektrozaun zu gehen und als er sich weigert, ihn erschießen läßt. Die Sinnlosigkeit des Todes seines neuen Freundes läßt auch Max verzweifeln und seine Anpassung vergessen und er entschließt sich zu einem letzten Signal.
19??wann? - Leather Jacket Love Story - Der Achtzehnjährige hat noch Träume. Er träumt von einer Karriere nach dem Studium und einer festen, monogamen Beziehung. Der fesche Bartträger hinter ihm ist zwar sein Hoffnungsträger, träumt aber wohl mehr und auschließlich nicht nur von unseres Protagonisten knackigem Hintern. Die Mißverständnisse und Schwierigkeiten bleiben nicht aus; dennoch bietet der Film viel für's Gemüt. Alleine, wenn sich Milchbubi an den Lederkerl adaptiert, fast unmerklich für ihn, aber seine Freunde und Bekannten sind entsetzt. Und wer ist jetzt der Aktive in der Beziehung? Die "Fronten" verwischen sich.
19??wann? - Liebe in jeder Beziehung - "Object of my Affection" (= Objekt meiner Zuneigung) oder im deutschen Verleih: "Liebe in jeder Beziehung". Die direkte Übersetzung klang wohl zu sehr nach Pedro Almodóvar. Trotzdem wäre sie passender gewesen. Worum geht's? Schwuler Mann wird von Long-Time-Lover verlassen und zieht bei einer Frau (Nina, eine schwangere Sozialarbeiterin (Jennifer Aniston)) ein. Die hat zwar einen Liebhaber, der nun nicht gerade die Ausgeburt eines attraktiven Sympathieträgers ist, gibt sich aber damit zufrieden (vorerst) und wird auch von ihm schwanger. Doch die meiste Zeit verbringt sie mit ihrem neuen, besten Freund; sie haben sooooo viel gemeinsam und Spaß zusammen. Da dämmert's ihr: Der schwule George (Paul Rudd) ist einfach der bessere Mann. Er soll mit ihr das Kind großziehen. Ein paar Hin- und Herwendungen später ist dieser sogar dazu bereit. Die beiden führen sich auf, wie ein Heti-Pärchen. Doch dann tritt der jugendliche Paul in George's Leben. Und ratz-fatz-peng gerät das aus den Fugen. Zu dumm, daß Paul einen väterlichen Freund hat. Und so leiden erstmal einige Leute fürchterlich im Mittelteil... Vergaß ich zu erwähnen, daß der Kindsvater inzwischen mit der Kollegin Georges liiert ist/war? Daß Georges kleiner Bruder mehr Frauenverschleiß hat, als weiland der olle Casanova?
19??wann? - Ganz oder gar nicht - Erfrischend un-amerikanisch, ja geradezu typisch englisch ist dieser Film um ein paar arbeitslose Stahlwerker aus Sheffield, die versuchen, aus dem Teufelskreis herauszukommen. Keine Arbeit, kein Geld, kein Spaß kein Lebenssinn. Jeder einzelne der liebevoll gezeichneten Charaktere hat seine eigene, meist traurige Geschichte; aber dennoch besitzen sie eine Gemeinsamkeit: Sie wollen es schaffen! Und zwar als "Nachfolger der Chippendales", als echte Männer, die strippen bis die letzte Hülle fällt unter dem Namen "Hot Metal". Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg und ein kurzweiliger Film. Zwar kommt es im ersten Drittel zu einigen derben Äußerungen (wie z.B. "Schwuchteln" in Bezug auf die Chippendales...), aber im späteren Verlauf versöhnt der Film durch eine anrührende, zarte, aufkeimende Liebesbeziehung zwischen zweien der Männer. Und gestrippt wird auch! Wer nackte Hintern sehen will, muß sich bis zum Schlußbild gedulden; aber der Film macht das Warten kurzweilig und lohnend!
19??wann? - Pierre & Gilles - Love Stories - Wer kennt sie nicht, die zuckersüßen Bilder der beiden französischen Künstler? Aber wie entsteht so ein Kunstwerk? Wer ist Pierre, wer Gilles? Das Geheimnis ihrer geradezu überirdisch wirkender Kunst ist zum einen die Kombination von klassischer Photographie mit ambitionierter Retusche und Malerei. Zum anderen die perfekte Harmonie zwischen den beiden Künstlern. Zwar ist Pierre für die Entstehung des Fotos als Vorlage hauptverantwortlich, doch entsteht es im Team mit Gilles und Maskenbildnern, Ausstattern und Bühnenbildnern. Gilles wiederum bringt mit geschicktem Pinselstrich den letzten Schliff des Überirdischen an. Der Zuschauer wird Zeuge der Entstehung eines Werkes und gewinnt so interessante Einblicke hinter die Kulissen einer der erfolgreichsten Kunstproduktionen Europas. Eingebunden in diese Handlungsstrang sind kurze Hommagen verschiedener Prominenter, die schon mit P. & G. gearbeitet haben: NinaHagen, Marc Almond, Rupert Everett, Jean Paul Gaultier, Cathérine Deneuve usw. Auch andere Freunde und Kenner des homosexuellen Künstlerpaares kommen zu Wort. Sie erzählen über die besondere Atmosphäre, die bei ihnen herrscht. Interviews mit P. & G. persönlich geben Auskunft auch über ihre private Beziehung zueinander. Der Zuschauer begleitet sie beim Bummel über Pariser Flohmärkte, auf denen sie ihre "kitschigen" Requisiten erwerben. "Kitsch" nannten sie die Form ihrer Kunst übrigens zu Anfang selbst und empfinden es so nicht als Beleidigung.
19??wann? - Sebastian - ist ein Schwede, ein junger Schwede. Seine Eltern nerven ihn mit viel zu vielen Fragen, und sein bisheriges Leben gerät aus den Fugen. Denn er verliebt sich in seinen besten Freund Ulf. Doch erwidert dieser Sebastians Gefühle? Sie balgen und sie baden zusammen. Ist es Freundschaft oder Liebe? Mit einem Kuß versucht er es herauszubekommen.
19??wann? -
Boogie Nights  - Marky Mark Wahlberg als Porno-Star. Schwule, feuchte Träume werden wahr! Aber nur im Film und eben nicht im richtigen Leben; und außerdem als Heti. Wenigstens da; immerhin. Das ehemalige Calvin-Klein-Unterhosen-Model zeigt sich von seiner "besten Seite": nackt. Er mimt den Pornostar Eddie Adams (17Jahre; 33 cm) an der Seite von Burt Reynolds (Golden Globe für ihn!) und Philip Seymour Hoffman. Allerdings, liebe Schwestern, sind die 33 Zentimeter nicht echt. Marks markiger Marky erfüllte nicht die Anforderung und mußte durch eine Prothese gedoubelt werden... Wer hätt's gedacht?! In Nebenhandlungen kommen auch Schwule vor; z. B. der Ton-Ingenieur, der sich in Dirk verknallt und ihn im Suff auch einmal küßt. Dann noch die obligatorischen Schwulen-Ticker, die sich an Dirk vergreifen, fälschlicherweise. Auffallende Parallelen zum tatsächlichen Leben des (hauptsächlich Hetero-) Porno-Darstellers John Holmes sind in diesem Film zu bemerken.
19??wann? -   Besser geht's nicht - Jack Nicholson in einem Film mit schwuler Thematik? Keine Angst, er ist nicht der "tragisch Veranlagte", sondern nur der "leicht paranoide" Nachbar des selben und dazu noch ein rechtes Ekelpaket und Hundehasser. Simon - so heißt unsere Schwester - ist ein ziemlicher Pechvogel und Hundebesitzer dazu. Und eben über diesen Hund, der übrigens göttliche Szenen hat, kommen die beiden Pole zueinander. Der Film wurde mit mehreren "Golden Globes" ausgezeichnet und hat auch bei den Oscars für die Hauptrollen abgesahnt.
19??wann? - = Anders als Andere
19??wann? - = Oscar Wilde
19??wann? - = Die Manns - ein Jahrhundertroman
19??wann? - = Sommersturm



1956 - Der spanische Gärtner (The spanish gardner) - Drama - Großbritannien - 92 min - mit Dirk Bogarde, Maureen Swanson, Jon Whiteley, Michael Hordern, Cyril Cusack, Lyndon Brook, Josephine Griffin, Bernard Lee, Rosalie Crutchley, Ina de La Haye, Geoffrey Keen, Harold Scott - Der britische Konsul Brande (Michael Hordern) wird an die Costa Brava versetzt. Seinen scheuen Sohn Nicolas (Jon Whiteley) nimmt er mit nach Spanien. Brande umsorgt seinen Jungen übertrieben stark. Er hat Angst, ihn wie seine junge Frau zu verlieren. Die Konsulatsresidenz ist malerisch am Meer gelegen. Zwei Dienstboten, darunter Garcia (Cyril Cusack), der Chauffeur, leben im Haus. Um den verwilderten Garten in einen englischen Park verwandeln zu lassen, stellt der Konsul den Gärtner Josè (Dirk Bogarde) ein. Josè freundet sich sehr rasch mit dem kleinen Nicholas an. Er macht ihn mit der Gartenarbeit vertraut. Der Junge lebt auf, ist glücklich, er hat einen Freund. Brande reagiert auf die Verbindung der beiden mit Mißtrauen und Sorge. Garcia lehnt Josè ebenfalls ab. So wird Nicholas jede Beziehung zum Gärtner untersagt. Als der Vater nach Madrid reisen muß, unterbricht der Junge das Verbot. Garcia hat ihn völlig betrunken bedroht, und er mußte zu Josè fliehen. Der Konsul glaubt seinem Sohn diese Geschichte nicht. Garcia gelingt es, Josè einen Diebstahl anzuhängen, indem er ihm eine gestohlene Taschenuhr unterschiebt. Damit lenkt er von seinen eigenen Veruntreuungen ab. Josè wird verhaftet, es kommt zum Prozeß. Als Brande von der Gerichtsverhandlung zurückkehrt, ist seine Villa geplündert. Garcia und seine Komplizen sind weg. Aber auch der kleine Nicholas ist verschwunden. Er hat sich auf die Suche nach seinem Freund Josè begeben, in der Annahme, er sei vor dem Prozeß geflohen. Trotz Dunkelheit und peitschendem Regen ist Nicholas aufgebrochen, um Josè in der alten Wassermühle endlich wieder zufinden. Josè ist verletzt, er hat sich den Arm gebrochen. Der Junge ist verzweifelt und bestürzt, daß ihm sein Vater so viel Unrecht aufbürden konnte. Doch Josè bittet seinen Freund, dem Vater nicht böse zu sein. Konsul Brande hört das Gespräch der beiden mit an. Ein Umdenkungsprozeß setzt ein...
1968 - The sergeant - Drama - USA - 104 min - mit Rod Steiger, Ludmilla Michael, John Phillip Law, Frank Latimore, Phillip Roye, Elliott Sullivan - 1952: Sergeant Callan leitet ein amerikanisches Militärcamp in Frankreich. Er beordert den Offiziersanwärter Tom Swanson in seine Schreibstube. Swanson erkennt bald Callans latente Homosexualität und weist ihn zurück.
1969 - Die Verdammten (La caduta degli dei / The Damned) - * 1. Film von Viscontis „Deutsche Trilogie“ (noch „Tod in Venedig“ & „Ludwig II“). - Deutschland 1933/34: Die Industriellen-Familie von Essenbeck feiert ein rauschendes Geburtstagsfest für das greise Familienoberhaupt Baron Joachim (Reinhard Koldehoff). Hinter der Fassade der Freude spinnen sich Intrigen. Der Machtkampf um das Erbe ist voll entbrannt. Baron Joachim fällt dem Treiben als erstes zum Opfer. Auch Konstantin, der voll mit der SA sympathisiert und deren ruppige Methoden auf die Familie überträgt, kann sich nicht halten. Baronin Sophie (Ingrid Thulin) und ihr Liebhaber Generaldirektor Bruckmann (Dirk Bogarde) werden in den Selbstmord getrieben. Sohn Martin (Helmut Berger), der nie ganz für voll genommen wurde, ist nun alleiniger Herrscher. Martin wurde wegen seiner sexuellen Perversion als Schwächling betrachtet. Er vergewaltigte seine Mutter auf dem Weg zur Macht, führte ein Doppelleben. Mit Elisabeth, einer Hure, trifft er sich heimlich in einem Hotel. Sein Auftritt als Transvestit bei Großvaters Geburtstag, wo er als „Lola-Lola“ in einer erotischen Marlene-Dietrich-Parodie seine Familie schockte, konnte noch abgebrochen werden, sein Auftritt nun als Herrscher in SA-Uniform ist sakrosankt. In Bad Wiessee, in einer Hotelpension, feiert derweil Ernst Röhm, Chef der SA, mit einer Unzahl seiner Gefährten ein rauschendes Fest. Eine homosexuelle Massenorgie, die mit einem Handstreich endet. Hitler persönlich läßt die nackten Kerle niedermetzeln oder verhaften. Am Ende wird keiner überleben - schon gar nicht Röhm.
1970 - Der Tod in Venedig (Morte a venezia) - Italien - Melodram - 125 min - nach der gleichnamigen Novelle von Thomas Mann - 2. Film von Viscontis „Deutsche Trilogie“ (noch „Die Verdammten“ & „Ludwig II“) - mit Dirk Bogarde, Silvana Mangano, Marisa Berenson, Mark Burns, Romolo Valli, Nora Ricci, Carole Andre, Bjoern Andresen - Der alternde deutsche Komponist und Dirigent Gustav von Aschenbach (Dirk Bogarde) erholt sich in einem venezianischen Luxushotel von einer künstlerischen und persönlichen Krise. Hier verfällt er der Schönheit des Jungen Tadzio (Björn Andresen), der für ihn den Inbegriff jugendlicher Unschuld darstellt. Da er sich von dem Anblick des Jungen nicht losreißen kann, bleibt er trotz aller Warnungen in der von der Cholera heimgesuchten Stadt und stirbt.
1977 - Ein besonderer Tag (Una Giornata Particolare / Une Journée Particulière / A Special Day) - Melodram - Italien / Kanada - Produzent: Carlo Ponti - mit SophiaLoren, Marcello Mastroianni, John Vernon, Françoise Berd, Patrizia Basso, Nicole Magny, Tiziano de Persio - Rom am 08. Januar 1938: Während der Wirren um eine Parade Mussolinis zu Ehren eines Besuchs des "Führers" treffen abseits vom Getümmel in einem leeren Wohnkomplex der homosexuelle Ex-Rundfunksprecher Gabriele (Marcello Mastroianni) und die Hausfrau Antonietta (SophiaLoren) aufeinander. Für eine kurze Zeit empfinden die beiden gemeinsam eine Ahnung von Freiheit und ein zärtliches Gefühl der Verbundenheit, das ihnen zumindest für einen Moment Halt gibt. Doch schon bald neigt sich der "besondere Tag" seinem Ende entgegen und auf den Homosexuellen wartet bereits die Polizei. - * Dies ist ein sehr gut gespieltes und sensibel inszeniertes Werk über die Ängste und Wünsche einfacher Menschen unter einem totalitärem Regime. Ettore Scola legte mit diesem mehrfach preisgekrönten Film eines seiner besten Werke vor, in den Hauptrollen überzeugen die Filmdauerpartner Mastroianni/Loren.
1979 - Can't stop the music - USA - 109 min - Musicspecial - mit Village People (Alexander Briley, David Scar Hodo, Glenn Hughes, Randy Jones, Felipe Rose, Ray Simpson) und Valerie Perrine, Bruce Jenner, Steven Guttenberg, Paul Sand - Jack, ein Komponist, führt mit seinen Freunden in Greenwich Village ein unbeschwertes Leben. Mit Hilfe von sechs talentierten jungen Männern hofft er nach oben zu kommen. Diese Gruppe ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Sie können zwar alle sehr gut tanzen und singen, doch vorerst ist niemand an Jacks Musik und seiner Männertruppe interessiert. Als der Anwalt Ron White auf der Bühne erscheint, führt der Weg, nach anfänglichen Schwierigkeiten, steil nach oben. Ron gibt seinen gutbezahlten Job auf und kümmert sich um die Burschen. Wenige Monate später sind Hodo, der frühere Bauarbeiter, Hughes, der Ledermann, Briley, der GI, Rose, der Indianer und die anderen Kerle als Village People die gefeierten neuen Disco-Superstars der internationalen Popszene. Y. M. C. A. wurde der Kultsong der 70'er Jahre. Bevor die nichtschwule Welt begreift, daß sie nach der schwulsten Hymne des Jahrzehnts tanzt, folgen "In the Navy" und "Do you wanna spend the night" und die Village-People sind aus keiner Edeldisko mehr wegzudenken.
1981 - Verwirrung der Gefühle - Deutschland / Frankreich - Auf Wunsch seines Vaters verläßt der Student Roland Berlin (Pierre Malet), um seine Studien in einer Kleinstadt fortzusetzen, wo er nicht abgelenkt wird. Von seinem neuen Professor (Michel Piccoli) ist Roland zunächst enttäuscht. Er wirkt farblos, abwesend. Auch das Werk des Professors erscheint ihm äußerst mager. Im persönlichen Gespräch jedoch gewinnt der seltsam launische Mann. Man trifft sich häufig am späten Nachmittag und diskutiert. Roland hat zum ersten Mal in seinem Leben jemand gefunden, mit dem er sprechen kann. Beim Schwimmen lernt Roland eine junge Frau, Anna (Gila Von Weitershausen), kennen, die sich erst an der Haustüre als Frau des Professors erkennen gibt. Die beiden scheinen ein recht freies Leben zu führen. Jeder geht seine eigenen Wege. Der Professor ist immer wieder mal für zwei oder drei Tage verschwunden. Roland arbeitet gemeinsam mit dem Professor an dem Buch über das „Globe Theatre“. Sie sind jeden Tag zusammen. Zu oft vielleicht. Denn das ambivalente Verhalten des Lehrers, dessen Stimmungen stark wechseln, irritiert und schockiert den jungen Mann. In diesen Augenblicken der Mutlosigkeit ist Anna Rolands einzige Zuflucht. Als der Professor erneut verschwunden ist, verführt sie ihn und schläft mit ihm. Nach dieser Nacht, die er als Verrat der Freundschaft empfindet, kann Roland dem Professor nicht mehr ins Gesicht sehen. Er sagt ihm, daß er die Universität verlassen werde. Das beunruhigt den Professor, denn er ist sich sicher, daß Roland über seine homosexuellen Neigungen informiert ist. Als er den wahren Sachverhalt erfährt, ist er erleichtert. Sie werden sich nicht wiedersehen. Eine Umarmung ist alles, was ihnen bleibt. Dennoch: Roland spürt, daß kein Mensch ihm mehr bedeutet hat als dieser verzweifelte Mann. - * Das Fernsehspiel von Etienne Pèrier nach der gleichnamigen Novelle von Stefan Zweig (selbst „warmbürgerlich“ geboren, sagt er) ist ein kleines Meisterwerk.
1982 - Zwei irre Typen auf heißer Spur (Partners) - USA - 98 min - mit Ryan O'Neal, John Hurt, Kenneth McMillan, Robyn Douglass, Jay Robinson, Denise Galik, Joseph R. Sicarl - Los Angeles: In einer Homosexuellen-Kolonie geschehen immer wieder Morde. Vor allem Coverboys von Schwulenmagazinen sind darunter. Detective Sergant Benson (Ryan O'Neal), ein heterosexuelles Mannsbild, und sein Kollege Fred Kerwin (John Hurt), eine schwule Tucke, werden beauftragt, die Mordserie aufzuklären. Sie mieten sich zusammen eine Wohnung im Milieu. Bald schon zeigt das berufliche Zusammenleben auch Konsequenzen im Privaten. Es kommt zu heillosen Verwicklungen und komischen Situationen. Nachts wird am Strand ein Schwuler aufgegriffen und nackt durch die Polizeistation gejagt. Kerwin muß aber auch mit ansehen, wie er beim Essen mit seinem Freund von einer attraktiven Frau ausgetrickst wird.
1982 - Der Bauer von Babylon - Deutschland - 83 min - Filmreportage - mit Rainer Werner Faßbinder, Jeanne Moreau, Franco Nero, Brad Davis, Laurent Malet, Burkhard Driest, Dieter Schidor, Sprecher: Klaus Löwitsch - Diese Filmreportage ist über Faßbinders letzten und wohl auch wichtigsten Film: Querelle. Mittelpunkt ist Faßbinder selbst. Seine Direktiven, Gesten, Schreie, sein Gemurmel, seine Launen, seine Hochs und Tiefs werden eingefangen. Die Athmosphäre aus "Querelle" wird noch klarer und beengender fest gemacht. Dokumentarisch besonderen Wert hat ein zwölfminütiges Interview von Dieter Schidor mit Faßbinder, das nur wenige Stunden vor seinem Tod aufgenommen wurde. Durch einen Gerichtsbeschluß, erwirkt von Faßbinders Mutter, kurzfristig herausgeschnitten, ist es nunmehr wieder als Vermächtnis in der Vermächtnisreportage über den Vermächtnisfilm enthalten. Gerade diese Sequenz zeigt, wie kaputt Faßbinder bei den Dreharbeiten zu seinem letzten Film bereits war.
1984 - Crash - man sucht Mann - Deutschland - 96 min - mit Rüdiger Tuchel, Siewert Johannsen, Jürgen Born, Barbara Saltmann, Tom Deininger, Lind London, Erwin Schastok, Gabriele Fischer, Al Hansen, Peter Jahns, Ernst Kuchling - Cat (Rüdiger Tuchel), Anfang 40, langmähnig, tough und jugendlich, ist Drehbuchautor. Die großen Lieben und Leiden, so glaubt er, habe er hinter sich. Er ist froh, schwul zu sein. Denn so ist das Leben ja soo einfach! Zumal in Berlin. Er durchforstet Saunen und Kneipen, liebt Schnelltreffs, bekommt immer die richtigen Jungs zur geilen Zeit. Auch an Havelstrand und Halensee schlägt er sich mit braungebrannten Coverboys zum Schnellfick in die Büsche. Beziehungen mit Nachkontakt lehnt Cat ab; er glaubt nur an Erfüllung in purem Sex. Als Cat eines Tages am Drehort seines neuen Films aufkreuzt, trifft er dort unvermutet auf einen soeben neu engagierten Nebendarsteller: Angel (Siewert Johannsen), ein Jüngling wie aus dem Bilderbuch - soft, knackig, unverschämt erotisch, eben genau Cats Kragenweite. Doch der Kleine will von Cats Anmache nichts wissen. Cat leidet. Er hat sich trotz "guter Vorsätze" verknallt. Sex wird zur Nebensache. Er will Angel. Kein Wunder: Cat läßt die Zügel schleifen. Seine Arbeit am neuen Film verdrängt er. Er lebt in unerfüllten Phantasien. Das Chaos in der Filmcrew wird immer größer, denn auch andere gescheiteret Beziehungskisten vom Regisseur bis zum Ausstatter, vom Hauptdarsteller bis zu den verhätschelten Starletts überlagern ihre Arbeit. Die ausgeflippten Filmleute tappen zwischen Liebesschwüren und Machenschaften von einem erotischen wie unerotischen Fettnäpfchen ins andere. - Eine ungewöhnlich gute schwule Komödie ohne jegliche FilmFinanzSubvention im Stile eines Woody Allen.
1984/86 - Der Rosenkönig - Deutschland - mit Mostefa Djadjam, Antonio Orlando, Maria Montezuma - Eine Rosenfarm in Portugal. Dort lebt Anna (Magdalena Montezuma) mit ihrem Sohn arabischer Herkunft Albert (Mostefa Djayam). Sein Interesse gilt der Rosenveredelung. Die Suche nach der idealen Rose bedeutet für ihn mehr als das gärtnerische Bemühen um ein herausragendes Produkt; er versucht, ein Traumbild zu erreichen. Eines Tages überrascht Albert einen jungen Italiener (Antonio Orlando), als dieser in einer Kirche den Opferstock ausraubt: Arnold wird von Albert gefangengenommen und in die alte Scheune der Rosenfarm eingesperrt. Zwischen Arnold und Albert entwickelt sich eine Liebesbeziehung, in der für Albert die Suche nach der idealen Rose immer mehr mit dem Bild des Geliebten verschmilzt. Arnold, dem wilden Rosenstock gleich, ist kein Gefangener. Er löst seine Fesseln, tierisch-froh wälzt er sich auf dem Stallstroh. Licht bricht durch die Luken. Köstliches Wasser rinnt über die alten Kacheln. „Dir zum Dank und Dir zum Gruß“ jubelt er in einer Opernarie. Arnold, der sich die Fesseln wieder anlegt, beschert das Leiden, Lust und Todessehnsucht. Das dramatische Finale ist unaufhaltsam. Wie in Trance schlitzt Albert seinem geliebten Arnold die Adern auf. Und mit dem Okuliermesser setzt er edle Zuchttriebe in das wilde Fleisch des Rosenkönigs. Die Farbe des Blutes ist die der Rose, ist die des allesverzehrenden Feuers. Die beiden Freunde sterben den Liebestod. Die Knospe der Dornenblume schließt sich. Das Ritual von Liebe, Schmerz und Tod ist zu Ende. - Halb Oper, halb Märchen. Geradezu schockierend wirkt Schroeters überschreitung der Grenze, die Kitsch von Kunst trennt.
1985 - Buddies - USA - 81 min - mit Geoff Edholm, David Schachter, Billy Lux, David Rose - David Bennet (David Schachter) ist 25-jähriger Schriftsetzer in New York. Er arbeitet gerade an einer Broschüre über die Immunkrankheit Aids. Das regt den eigentlich unpolitischen David an, sich in einem Schwulenzentrum zu melden, um einem Aids-Kranken zu helfen - eine Patenschaft zu übernehmen. Im Krankenhaus trifft er den 32-jährigen sterbenden Kalifornier Robert Willow (Geoff Edholm). Robert benimmt sich jedoch nicht so, wie David sich einen Aids-Patienten vorgestellt hatte. Robert ist zynisch, klopft flotte Sprüche und giert nach geilem Wortgeplänkel. Roberts Attacken machen David neugierig. Er stöbert mit Hilfe alter Fotos, Dias, Videos in dessen Vergangenheit: Robert war ein lebenslustiger, sinnenfroher Zeitgenosse, der sich zwischen Liebhabern und gay-politischem Aktivismus einen eigenen Standplatz erobert hatte. Zwischen Robert und David bahnt sich eine zärtliche Liebe an. Der ehemals kämpferische Gay aus Frisco und der tagträumende Schwule aus New York werden im Abschiednehmen ein Paar.
1985 - Früher Frost (An early frost) - USA - 95 min - mit Aidan Quinn, Gena Rowlands, Benn Gazzara, D. W. Moffet, Sylvia Sydney, John Glover, Sydney Walsh, Lee Wilkot, Terry O' Quinn - Katherine und Nick Pierson feiern in Boston ihren 30. Hochzeitstag. Die Familie ist vollzählig versammelt. Nur Sohn Michael fehlt noch. Der junge Mann hat gerade in Chicago eine erfolgversprechende Karriere als Anwalt begonnen. Sein Chef hat ihn als Partner in die Kanzlei aufgenommen. Als Michael heimkommt, ist die Freude groß. Doch der Junge sieht schmal aus, erschöpft. Seine Mutter macht sich Sorgen. Nach dem Familienfest kehrt Michael nach Chicago zurück. Dort erwartet ihn sein Freund Peter, mit dem er seit zwei Jahren zusammenlebt. Es kommt zu Mißstimmungen. Michael muß Peter mitteilen, daß er wegen eines Falles in der Kanzlei die lang geplante Ferienreise nicht antreten kann. Streit gibt es auch darüber, daß Michael seiner Familie wieder einmal nicht gesagt hat, dß er schwul ist. Michael klagt über zunehmende Erschöpfung und Atemnot. In der Kanzlei bricht er zusammen. Der Arzt, der ihn in der Klinik behandelt, stellt fest: Michael hat Aids. Erneut reist Michael nach Boston. Er sagt seinen Eltern die Wahrheit. Während der Vater auf seinen Sohn einzuschlagen versucht, als er erfährt, daß Michael schwul ist, zeigen Mutter und Großmutter Verständnis. Seine Schwester Susan, hochschwanger, weigert sich indes, das Haus zu betreten, so lange ihr Aids-kranker Bruder anwesend ist. Michael wird vom Nachtschweiß geplagt, zittert. Er bekommt Krämpfe. Der alarmierte Notarzt lehnt es ab, den Patienten ins Krankenhaus zu transportieren, als er erfährt, woran Michael leidet. Michaels Vater tobt. Er selbst bringt ihn die Klinik. Als Michael aus der Klinik entlassen wird und zu seinen Eltern zurückkehrt, ist auch sein Freund Peter anwesend. Michaels Mutter hat ihn eingeladen. Peter versucht vor allem Michaels Vater zum Kampf um seinen Sohn zu gewinnen. Als Peter abreist, sind die beiden Freunde wieder versöhnt. Doch Michaerl verfällt in Depressionen. Eines Nachts schleicht er sich in die Garage. Er steigt ins Auto, läßt den Motor laufen - er will sich vergiften. Sein Vater kommt ihm in letzter Minute zu Hilfe. Endlich findet die Aussprache zwischen beiden statt, der Michael immer ausgewichen ist. Bevor Michael nach Chicago zu Peter zurückfliegt, versöhnt er sich auch noch mit seiner Schwester Susan. Aus dem Taxi, das ihn zum Flughafen bringt, ruft er seiner Familie zu: "Ich liebe euch!". - 50 Millionen Amerikaner saßen 5 Wochen nach Rock Hudsons Aids-Tod beider Ausstrahlung dieses Filmes vor den Bildschirmen. Der Film erhielt 6 Emmys, 1 Golden Globe. Aus heutiger Sicht ist dieser Film ein gefühlsbeladener US-Familienschinken in Seifenoper-Manier in denen die Schwulen wenig glaubhaft dargestellt werden. Doch damals war es eine kleine Sensation.
1986 - Aschenmann - Tunesien - 109 min - Hachemi hat Angst vor der arrangierten Hochzeit. Und vor Frauen, die mehr von ihm wollen als einen höflichen Gruß. Jeder schwule Araber kann sich darin wiederfinden. Auch wenn Rückblenden eine außergewöhnliche Ursache seiner Selbstzweifel enthüllen: Der Meister, bei dem er das Schnitzhandwerk lernte, hat ihn vergewaltigt. Sein Freund Farfat fiel dem Mann mit den zwei Gesichtern - Familienvater und Gönner, Ausbeuter und Kinderquäler - gleichfalls zum Opfer. Er wurde zum Außenseiter. Die Stadt verhöhnt ihn: "Farfat ist kein Mann". Der Vater verstößt ihn. Können die Freunde einander helfen? Nouri Bouzid, ein früherer Mitarbeiter Spielbergs, läßt dem sich anbahnenden Drama Zeit, sich in atmosphärisch dichten und sinnlichen Bildern zu entfalten: Die außergewöhnliche Kamera malt mit den Farben und grellen Licht-Schatten-Kontrasten von Sfax schmerzhaft schöne Tableaux. Der Schluß mit Bordellbesuch, Totschlag und Flucht gab Anlaß zu Mißverständnissen, aber die Auflösung ist hintergründiger, als es auf den ersten Blick scheint: Das letzte Bild zeigt Farfats fröhlichen Sprung in die Freiheit der modernen Welt. Der erste Film aus dem Maghreb über Homosexualität, Homophobie und Kindsmißbrauch ist kein Pamphlet, er ist Nouri Bouzids bester Film.
1987 - Baba-It (Bei uns zu Hause) - Israel - Kurzfilm - 23 min - Gershon (Amikam Levi) und Alex (Shmuel Vilozni), zwei schwule Schriftsteller, haben die letzten zehn Jahre in Tel Aviv zusammengelebt. Immer wieder kommt es zu Eifersuchtsszenen, weil man sich gegenseitig den künstlerischen Erfolg neidet. Auch ihre Liebe zueinander wird von diesem Existenzkampf gelähmt. Gershon muß zu Hause bleiben, um zu arbeiten und Artikel für ein Magazin über schöneres Wohnen fertigzustellen. Alex dagegen feiert seine Auszeichnung als "begabter Schriftsteller". Die beiden Freunde scheinen unfähig, ihre Beziehung auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
1988 - Frühstück zu dritt - Österreich - 60 min - mit Georg Barbach, Stefan Hager, Verena Siemetzberger - Paul (Stefan Hager), Student, sucht Arbeit. Er findet ein Mädchen. Aus der Affäre wird eine Liebe. Anne (Verena Siemetzberger) erzählt, sie sei verheiratet. Gerade das zieht Paul an. Daniel (Georg Barbach) wiederum ist ein kleiner Gauner und Gelegenheitsdieb. Er versucht, Paul die Brieftasche zu stehlen. Doch aus dieser Begegnung wird eine Affäre, eine Liebe: Daniel sagt: "Ich stehe ja hauptsächlich auf Männer." Paul antwortet: "Mit einem Mann wollte ich es eigentlich schon immer einmal machen." Nach einiger Zeit, Daniel wohnt inzwischen bei Paul, kommt wieder Anne ins Spiel. Ein Techtelmechtel zwischen ihr und Daniel ist im Entstehen. Eine Zeitlang leben die drei friedlich-fröhlich miteinander. Eines schönen Sonntags fährt das Trio in ein Waldstück. Dort verläuft man sich. Paul sucht Anne und Daniel, Anne sucht Daniel und Paul, Daniel ruft nach Paul und Anne. Langsam beginnt es zu kriseln. Anne erzählt den beiden jungen Männern unabhängig voneinander, sie wolle nach Italien fahren. Daniel bzw. Paul sollten doch mitkommen. (Typisch Frauen - immer die Männer gegeneinander auspielen für den eigenen Vorteil!) Man will sich auf dem Bahnhof treffen. Tatsächlich treffen Paul und Daniel, beide auf Anne wartend, sich am Zug. Anne erscheint nicht. Die Romanze zwischen den beiden jungen Männern kann von Neuem beginnen.
1989/1990 - Via Appia - TV-Produktion - Deutschland - mit Peter Senner, Guiherme de Padua, Yves Jansen - Frank, ein junger Steward, hat sich mit HIV infiziert.  Gemeinsam mit einem Filmemacher fliegt er nach Rio, um dort in der schwulen Subkultur nach dem Ursprung seiner Ansteckung zu fahnden - mit der Kamera als ständigem Begleiter. Verwendet dokumentarische Aufnahmen.
1991 - Der Schein trügt - USA - mit William McNamara, Bibi Besch, James B. Sikking. Regie: Ken Olin - Als der Student Matt seine zukünftige Frau mit nach Hause bringt, bemüht sich die Mutter, eine heile Familie zu präsentieren. Aber Matts Schwester führt eine problembeladene Ehe, sein Bruder trinkt. Matt scheint der einzige unproblematische in der Familie zu sein. Doch Matt ist schwul, will sich dies zunächst aber selbst nicht eingestehen. Er muß eine Entscheidung treffen, die natürlich seine Freundin, seinen Ex-Lover und die ganze Familie berührt.
1994 - Wilde Herzen - Frankreich - mit Stephan Rideau, Gael Morell. Regie: André Techiné - Frankreich 1962: In einem Internat erleben Francois, Serge und Maité ihre ersten Gefühlswallungen. Francois entdeckt, daß er sich zu Jungen hingezogen fühlt und verliebt sich in Serge, einen Jungen aus seiner Clique.
1994 - Roommates - Bis ans Ende des Weges - USA - mit Eric Stoltz, Randy Quaid - Riley, Ex-Sträfling und Schwulenhasser, erfährt nach einer Schlägerei im Krankenhaus, daß er HIV-positiv ist. Sein Leben kriegt er nicht mehr in den Griff. Mit seinem Vater verkracht er sich. Sein letzter Ausweg: Er zieht ins "Residence", ein Wohnheim der AIDS-Hilfe. Und ausgerechnet der schnöselige, schwule Bill teilt mit ihm ein Zimmer. Auch Bill hat Streß, weil seine Familie sein Schwulsein nicht akzeptiert. Der Ärger zwischen den beiden ist vorprogrammiert.
1995 - Black Sheep Boy - USA - 37 min - Michael Wallin experimentiert mit dem typischen Format der Calvin-Klein-Werbung und porträtiert jungenhafte Männer in Jeans und Unterhosen. Dazwischen geschnitten sind Tanzszenen der High Risk Group aus San Francisco und darüber gelegt ist die Stimme Wallins mit einer sachten Analyse der Phantasien, die die Kamera beschreibt. Black Sheep Boy ist ein sehr persönlicher Film des 1948 geborenen Regisseurs (Decodings), in dem er sich mit seinem Hang zu jungen Männern auseinandersetzt: Eine erotische Studie über Phantasien und Begehren, über das Verlockende an jungen Männern und ihrem Fetischcharakter; Feier und Dekonstruktion des "Boy"-Ideals zugleich.
1996 - Bambola - Drama - Italien / Großbritannien / Frankreich - 92 min - mit Valeria Marini, Stefano Dionisi, Jorge Perugorría, Manuel Bandera, Antonio Iuorio, Anita Ekberg - Die hübsche Bambola plant, mit ihrem schwulen Bruder Flavio aus einem heruntergekommenen Truck-Stop eine Pizzeria zu machen. Das Geld dafür spendet der Banker Ugo. Der kommt bei einem Streit ums Leben. Bambolas Freund Settimo muß ins Gefängnis. Dort wird er vergewaltigt und ein Perverser verliebt sich in Bambola, die er dann auch mehrfach vergewaltigt, während Flavio sich nach dem inhaftierten Settimo verzehrt.
1996 - Alive and kicking a.k.a. Indian Summer - 100 min - Der junge Tänzer Tonio (Jason Flemyng) ist aufstrebender Star der Tanzkompanie um die an Alzheimer erkrankte Luna. Seine leidenschaftliche Hingabe an die Kunst erlaubt es ihm, eigene Gefühle beiseite zu schieben. Doch er wird konfrontiert mit der Diagnose, HIV-positiv zu sein, und der fortschreitende Verfall Lunas führt zur Auflösung der Tanzgruppe, die als letztes Stück noch einmal Lunas Erfolgs-Choreographie "Indian Summer" inszenieren wird. Mit dem Tod Ramons, dem an AIDS erkrankten Vortänzer und Tonios bestem Freund, erfährt die Truppe weitere Umwälzungen. Tonio übernimmt den Part Ramons und trägt schwer an seiner wachsenden Verantwortung für die Inszenierung. In einem Nachtclub lernt er den um einiges älteren Jack kennen. Ihre Liebe bringt starke emotionale Kämpfe hervor, denn Tonio stößt durch seine Infektion an immer enger werdende Grenzen der Belastbarkeit und Jack, der AIDS-Kranke betreut, muß nun auch privat die Grenzen seiner Hilfe erkennen. Die Premiere von "Indian Summer" wird bereits stark durch Tonios Krankheit geprägt. Indian Summer ist der zweite Film Nancy Mecklers, die bisher hauptsächlich am Theater gearbeitet hat. Doch mit "Sister, My Sister" hat sie auf Anhieb Furore gemacht und mehrere Preise gewonnen. Ihren neuen Film beschreibt sie als "die zärtliche, lustige und leidenschaftliche Liebesgeschichte eines Schwulen, der mit AIDS leben muß und der die Wichtigkeit der Liebe für sein Leben und Überleben entdeckt".
1996 - Andrés Mutter - USA  - André ist an Aids gestorben. Seine Mutter, eine konservative Texanerin, hat Andrés Homosexualität nie akzeptiert. Nun versucht sein Freund Cal (Richard Thomas) ihr klarzumachen, daß sie in ihrer Trauer etwas gemeinsam haben.
1996 - I Shot Andy Warhol - USA - 95 min - mit Lili Taylor, Jared Harris, Stephen Dorff, Martha Plimpton, Danny Morgenstern, Lothaire Bluteau, Michael Imperioli, Reg Rogers, Coco McPherson, Donovan Leitch, Tahnee Welch, Craig Chester - Schon in einer Studienarbeit aus dem Jahr 1957 bezieht die viel versprechende Psychologiestudentin Valerie Solanas (Lili Taylor) konsequent feministische Positionen, mit denen sie ihrer Zeit weit voraus ist. Mit provozierend nachlässiger Kleidung treibt sie sich im New York der frühen 60'er des letzten Jahrhunderts auf den Straßen als Bettlerin herum oder verdingt sich als Gelegenheitsprostituierte. Daß alle Männer nur degenerierte Frauen und der Fortpflanzung nicht wert sind, ist eine fixe Idee, von der Valerie schon lange besessen ist. Ihre zwischen radikalem Feminismus und obszönen Beschimpfungen changierenden Gedanken hat sie in einem Manifest niedergeschrieben, das sie erfolglos auf der Straße zu verkaufen versucht. Über den befreundeten Transvestiten Candy Darling (Stephen Dorff) knüpft sie Kontakt zu dem berühmten Pop-Art-Künstler Andy Warhol (Jared Harris), der von ihrem spröden Charme zunächst begeistert ist und ihr einen Auftritt in einem seiner Filme ermöglicht. Für eine Inszenierung ihres Theaterstücks kann sie den Avantgarde-Papst jedoch nicht begeistern, in dessen legendärer "Factory" Valerie bald als verrückte Fanatikerin abgekanzelt wird. Mehr Glück hat Valerie bei dem Verleger Maurice Girodias (Lothaire Bluteau), der ihre kompromißlosen Gedanken schätzt und mit ihr einen Vertrag über zwei Romane abschließt. Als Valerie jedoch das Kleingedruckte liest und bemerken muß, daß sie alle Rechte an ihrem geistigen Eigentum abgetreten und damit ihre Seele verkauft hat, wähnt sie sich als Ziel einer Verschwörung, hinter der Maurice Girodias und Andy Warhol stecken. Mit einer gestohlenen Pistole verübt sie auf den Künstler ein Attentat, von dem dieser sich zeitlebens nicht mehr richtig erholen sollte... - Mit "I Shot Andy Warhol" gibt die frühere Musikkritikerin Mary Harron ihr beeindruckendes Regiedebüt. Ihre visuell intensive Hommage an die Kunstszene der 60er Jahre zeichnet die Warhol-Attentäterin Valerie Solanas nicht nur als Psychopathin, sondern auch als avantgardistische Feministin inmitten einer dröhnenden Subkultur zwischen Kunst und Kommerz, politischer Wirren und Drogenkult. Die Musik stammt vom "Velvet Underground"-Musiker John Cale. Jared Harris überzeugt als aseptisch-phlegmatischer Andy Warhol ebenso wie Lili Taylor in der Rolle der sendungsbewußten lesbischen Attentäterin.
1996 - Beautiful Thing - Großbritannien - 85 min - Komödie - mit Glen Barry, Scott Neal, Linda Henry, Tameka Empson, Ben Daniels - Ursprünglich ein Theaterstück, das von der Regisseurin Hettie MacDonalds in emotionale Film-Bilder umgesetzt wurde und mit Humor und Optimismus die Nöte der Pubertät und der sexuellen Ichfindung beschreibt und 1996 beim "London Lesbian And Gay Festival" als bester Film ausgezeichnet wurde. - Sommer in der Stadt! In Thamesmead, einer modernen Wohnsiedlung im Südosten von London, wohnen drei Jugendliche mit ihren Familien Tür an Tür. Die Wände sind dünn, und man sitzt sich enger auf der Pelle, als einem lieb ist. Der sensible Jamie (Glen Barry) fühlt sich von seiner vitalen und energischen Mutter Sandra (Linda Henry), die nur an ihr neues Pub denkt, gleichzeitig gegängelt und vernachläßigt. In der Schule ist Jamie ein Außenseiter. Er ist eine Niete in Fußball und Sport und hockt am liebsten zu Hause und hört Musik. Nichts haßt Jamie mehr, als wenn ihn Sandras Hippie-Lover Tony (Ben Daniels) aus der Reserve locken will. Am ehesten versteht er sich noch mit seiner durchgeknallten schwarzen Nachbarin Leah (Tameka Empson), die der letzte große Fan der Mama Cass von den "Mamas und Papas" (Der Song "Dream a Little Dream of Me" spielt denn auch eine nicht kleine Rolle im Film.) ist. Mit ihrer unentwegten Singerei geht Leah nicht nur ihrer besorgten Mutter, sondern auch der übrigen Nachbarschaft auf die Nerven. Die daraus resultierenden Zwistigkeiten lassen den allgemeinen Lärmpegel noch weiter anschwellen. Der Alltag von Jamie und Leah ist geradezu ein Honiglecken, wenn man ihn mit dem von Ste (Scott Neal) vergleicht. Eingekeilt zwischen seinem dealenden Bruder und seinem jähzornigen Vater besteht das Leben des mutterlosen Ste aus Pflichten und Prügeln bis Sandra eingreift und dem verzweifelten Nachbarjungen Asyl bietet. In den gemeinsamen Nächten in Jamies Zimmer entdecken die zwei Sechzehnjährigen, daß ihre wachsende Zuneigung weit mehr als Freundschaft ist.
1996 - Boyfriends - USA - 85 min - Drei schwule Freunde auf der Schwelle zum 30. verbringen Ostern in einem Häuschen auf dem Lande - mit ihren Partnern. Paul und Ben sind seit 5 Jahren zusammen. Es kommt ihnen allmählich sehr viel länger vor. Matt und Owen sehen sich seit drei Monaten, Matt hört schon die Hochzeitsglocken. Er wird noch einiges andere zu hören bekommen, bevor das Wochenende vorüber ist. Will hat Adam in der letzten Nacht mit nach Hause genommen. Es scheint, daß sie etwas in der Vergangenheit verbindet. Ob sie auch in Zukunft etwas verbinden wird, steht auf einem anderen Blatt. Paul und Ben beginnen das Wochenende mit der Trennung. Owen hat ein Abenteuer im Wald mit einem unbekannten James. Nur daß James das Häuschen gehört, in dem sie wohnen. Turbulenzen sind unausweichlich... Die erste erwachsene Komödie um Freundschaft, Liebe und Seitensprung zwischen Männern. Erkundet die Tiefen und Niederungen schwuler Verhältnisse in den Neunzigern, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das schwule Gegenstück zu "Vier Hochzeiten" ohne Todesfall!
1997 - Broadway Damage - USA - 110 min - mit Mara Hobel, Michael Shawn Lucas, Hugh Panaro - Marc und Robert sind auf der Suche nach einem Job, einer neuen Bleibe und vor allem einem heißen Lover. Beides scheint in greifbarer Nähe, als Marc eine Wohnung findet und in dem äußerst attraktiven Nachbarn David auch gleich das Objekt seiner Begierde. Doch der lebt leider schon in einer festen Beziehung und vor lauter Verliebtheit erkennt Marc nicht, daß Robert sich längst heimlich in ihn verliebt hat. Das Chaos der Gefühle ist vorprogrammiert und eine putzmuntere Komödie über die Suche nach der großen Liebe beginnt.
1997 - All Stars - Niederlande - 115 min - mit Antonie Kamerling ("Suite 16"), Danny de Munk, Thomas Acda - In diesem Film ist die Hauptfigur einer Fußballmannschaft schwul - und jetzt, nach 500 Spielen, sollen es alle im Team wissen. Regisseur Jean van de Velde läßt keine Minute ungenutzt, das Publikum mit deliziösem Augenzwinkern über das Kind im Mann zum Lachen zu bringen.
1997 - Amor de Hombre - Spanien - 90 min - mit Loles León, Andrea Occhipinti, Pedro Mari Sánchez - Eine muntere, liebenswerte Komödie um Liebe mit und ohne Sex in einer klassischen schwuler Mann/heterosexuelle Frau-Beziehung.
1997 - Mitternacht im Garten von Gut und Böse (Midnight in the garden of good and evil) - Kriminalfilm - USA - 149 min - Regie: Clint Eastwood - mit Kevin Spacey, John Cusack, Jack Thompson, Lady Chablis, Alison Eastwood, Irma P. Hall, Paul Hipp, Jude Law, Dorothy Loudon, Anne Haney, Kim Hunter, Geoffrey Lewis - Savannah, Georgia ist Schauplatz dieses Südstaaten-Thrillers. Der New-Yorker Journalist John Kelso (John Cusack) gerät durch Zufall mitten in einen Mordprozeß. Eigentlich sollte er nur über die opulente Weihnachtsparty des stinkreichen Antiquitätenhändlers Jim Williams (Kevin Spacey) berichten; doch eben dieser erschießt auf dieser Party seinen Lover Billy Hanson (Jude Law). Im Prozeß plädiert der Verteidiger auf Notwehr, und der Reporter lernt die feine Gesellschaft von Savannah von vielen Seiten kennen. Darunter auch den Transvestiten Chablis, der ihm unbedingt seine Zuckerstange zeigen will und eine Voodoo-Priesterin zum Piepen. Und alles nimmt seinen Gang.
1998 - Billy's Hollywood Screen Kiss - USA - 92 min - mit Sean P. Hayes, Brad Rowe, Richard Ganoung - Es dreht sich alles um Billy, einen durch und durch vom Showbiz faszinierten und besessenen Photographen, der sich darauf spezialisiert hat, berühmte Liebesszenen aus Hollywood-Klassikern mit männlichen Paaren nachzustellen, damit schnell zum Shooting-Star der Hip-Szene Los Angeles' aufsteigt und ganz nebenbei auch noch seinen Traum-Lover abbekommt. Ein schwuler, romantischer und total abgedrehter Filmspaß, von dem die Los Angeles Times schrieb: "Die erste wirklich durch und durch schwule Kino-Liebesromanze, die das Zeug hat, auch beim breiten Publikum Begeisterungsstürme und Applaus auszulösen."
1999 - AIDS - Die Spur führt in den Dschungel - Dokumentation von Felix Heidinger - Deutschland - Im Februar 1999 löste die deutsche Forscherin Beatrice Hahn ein Rätsel, das die Wissenschaftsgemeinde 20 Jahre lang in Atem hielt. Aids, die Seuche der Neuzeit, mit der heute mehr als 30 Millionen Menschen infiziert sind, wurde von Schimpansen auf den Menschen übertragen. In unseren nächsten Verwandten lebt das HIV-Virus wohl schon seit Tausenden von Jahren, und das Immunsystem der Schimpansen hat gelernt, mit dem Virus zu leben: Schimpansen sind immun gegen die tödliche Seuche. Was schenkt den Schimpansen die Immunität gegen Aids? Da sie genetisch zu 98% mit uns Menschen übereinstimmen, hoffen Wissenschaftler, im Blut der Tiere den Schlüssel für erfolgreiche medizinische Behandlung beim Menschen zu finden. Und da befinden sich die Forscher in einem neuen Wettlauf, denn die Unterart der Schimpansen, die das HIV-Virus trägt, steht vor ihrer Ausrottung. Der Grund: Menschen essen sie auf. In Kamerun, in Gabun oder im Kongo sind Schimpansen, Gorillas und andere Affen ebenso wie Gürteltier oder Waran einfach Buschfleisch, die Eiweißquelle der Menschen dort. Und Buschfleisch wurde noch nie in solchen Mengen gegessen wie heute, denn wie ein Adernetz durchziehen die neuen Straßen der Holzfirmen den tropischen Regenwald. Sie machen Jägern den Lebensraum der HIV-resistenten Primaten bis in den entlegensten Winkel zugänglich, und die LKWs der Holzfirmen sorgen für den Transport in die Großstädte. Was im Moment in Kamerun und seinen Nachbarländern geschieht, ist ein wohlorganisiertes Artensterben, und wer der Spur in den Busch folgt, kann jeden Schritt davon nachvollziehen: Vom Jäger über den bezahlten LKW-Fahrer, den bestochenen Wildhüter bis zu den Buschfleischmärkten in den Großstädten greift ein Zahnrad in das nächste. Die Babies der Schimpansen und Gorillas folgen dem Fleisch ihrer Eltern auf dem gleichen Pfad in die Städte, wo sie als Kuscheltiere gekauft werden, und neuerdings auch von Wissenschaftlern: Im Kampf gegen Aids kaufen Forscher Schimpansen- und Gorillawaisen, um mit deren Blut die Menschheit von einer der größten Geiseln des letzten und diesen Jahrhunderts zu befreien.
2005 - Brokeback Mountain - Wenn ein Cowboy einen Cowboy liebt und der eine kneift vor dem anderen und der Moral der Gesellschaft, heiratet und wird zum typischen angeblich bisexuellen Mann mit erheblichem Gewaltpotential wegen unterdrückter unbefriedigter Gefühle. - Oscarprämierter (nach Philadelphia erstmals wieder in Hollywood beachteter) Film mit schwulem Thema und der Auseinandersetzung des schwulen Männer-Klischees: Cowboy und Herr der Wildnis und Chaps (arschfreie Hosen) und immer nur Männer unter sich. Sehr bedauerlich, daß die beiden Hauptakteure sich mittlerweile so strikt von Schwulen distanzieren. Das hat seit Jahrzehnten niemand mehr gewagt: Erst vor Hollywoods Kameras und Klatschkolumnisten knutschenderweise mit sichtbarem (hartem) Vergnügen in die andere Hose greifen und dann so tun, als hätte man nur eine Rolle gespielt. Die Geschichte lehrt: Die Rolle holt jeden Akteur im wahren Leben ein!





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