




Sicherlich hat man im Laufe
der Zeit manchen Männermythos gekippt;
Schwule in der Armee, schwule Cowboys, schwule Top-Manager, schwule Politiker,
schwule Hochzeiten...
Aber wo bleibt der erste
erfolgreiche offizielle schwule Fußballer? Diese Sensation möchte
ich noch erleben.
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Hier entsteht die Liste meiner schwulen Spielfilm-Wunsch-Liste - die ist aber
noch in Arbeit. Es geht mir hier auf meiner privaten Seite wirklich vorrangig
um die Spielfilme, wo Gays die Protagonisten der Story sind; keine Serienepisoden
mit in Mode gekommenen Vorzeigeschwulen - keine Filme mit geouteten Schauspielern,
die Heteros mimen etc. etc. Nicht alle Filme möchte ich auch haben - aber
wenigstens einmal sehen. Klar können wir zwischendurch schon mal drüber
reden.
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19??wann? - Red Ribbon Blues - Ein neues Medikament soll das Leben der
HIV-Infizierten um zirka zehn Jahre verlängern. Aber es ist so teuer, daß
es sich kaum einer leisten kann. Troy, Harold und Darcy können die Ungerechtigkeit
nicht länger ertragen: Sie brechen in Apotheken ein und verschenken das
geklaute Medikament an Kranke - bis die Polizei einen heißen Tip bekommt.
19??wann? - It’s my party - Er ist jung, erfolgreich, lebenslustig und
gutaussehend - und er hat AIDS. Zunächst hatte der Architekt Nick Stark
(Eric Roberts) geglaubt, den Kampf gegen sein Schicksal gewinnen zu können.
Doch dann erfährt er, daß die Krankheit sein Leben innerhalb kürzester
Zeit beenden wird. Sein Lebensgefährte Brandon (Gregory Harrison) kommt
mit der Wahrheit nicht zurecht und verläßt ihn. Nick beschließt,
sich auch bei seinem letzten schweren Gang treu zu bleiben. Er bittet alle wichtigen
Personen seines Lebens zu einer großen Abschiedsparty.
19??wann? -
Three - Die drei jungen Männer Kris, John und
Gary sind die wahren Lieblinge des Fotografen Howard Roffman. Dieser Film begleitet
sie quer durch ihren Alltag und zeigt alle möglichen Stationen ihres privaten
Tagesablaufes. Ob nun beim gemeinsamen Duschen oder einem Spaziergang - immer
ist die Kamera dabei. Die Drei führen eine harmonische Dreier-Beziehung.
In Interviews mit jedem Einzelnen und auch in der Gruppe sprechen sie freimütig
über ihre Dreier-Kiste, ihr Sex-Leben und ihre Ängste. Der
Zuschauer wird Zeuge einer vollzogenen Lebensform, die Mann sonst nur aus erotischen
Geschichten kennt. Aber auch die Erotik selbst kommt nicht zu kurz. Es bieten
sich Einblicke in die Arbeit Roffmanns; ein "Making of... Three" sozusagen.
Interessant, wie wichtig das Spiel mit dem Licht und der Farbe für die
Ausstrahlung der Bilder ist.
19??wann? - Das Trio - Zobel (Götz George), sein Lover Karl
(C. Redl) und Zobels Tochter Lizzie (Jeanette Hain) halten sich mit Betrügereien
über Wasser. Als Karl stirbt, bringt sein Nachfolger Rudolf (Felix Eitner)
mächtig Unruhe ins Team, denn Vater und Tochter haben ein Auge auf ihn
geworfen und er läßt beide ran.
19??wann? -
Hamam - Das türkische Bad - Ein Italiener erbt einen Hamam in Istanbul. Eigentlich
fährt er nur dorthin, um ihn zu verkaufen. Doch er lernt die türkische Lebensweise
und -freude zu schätzen und bleibt. Zudem beginnt er auch der Liebe unter
Männern zu fröhnen, denn er findet in Mehmet einen Menschen, der ihm
geben kann, was seine Frau in Rom nicht konnte. Das Gefühlschaos ist perfekt,
als die werte Gattin anreist, um mit ihm Schluß zu machen; denn sie hat
schon seit 2 Jahren ein Verhältnis mit seinem besten Freund. Der Hauptdarsteller
ist übrigens der Sohn von Vittorio Gassman.
19??wann? - Die Konsequenz - Das Urteil: 2 ½ Jahre wegen „Verführung
Minderjähriger“. Martin Kurath (Jürgen Prochnow) sitzt im Schweizer
Knast. Sein Verbrechen: er hat einen Jungen geliebt. Er bezweifelt, ob man ihm
den Prozeß auch gemacht hätte, wenn seine Beziehung nicht homosexuell
gewesen wäre. Im deprimierenden Haftalltag kommt es zu einer Abwechslung,
als der liberale Direktor (Erwin Kohlund) einem Experiment zustimmt. Der Schauspieler
Kurath darf das von einem Mithäftling verfaßte Theaterstück
„Hoffnungslos“ inszenieren. Für eine Hauptrolle holt man von draußen
den bildhübschen Sohn eines Aufsehers (Walo Lüönd), den 16-jährigen
Thomas Manzoni (Ernst Hannawald). Während der Proben spürt Thomas,
daß er den männlichen, intelligenten Martin mag. Mit einer Flasche
Whiskey schleicht er sich eines Abends unentdeckt in seine Zelle. Die beiden
ungleichen Schwulen werden ein Paar. Nach ihrer gemeinsamen Nacht beschließen
sie, unter allen Umständen zusammen zu bleiben. Doch Thomas’ Eltern halten
dagegen. Unfähig, das Anderssein ihres Sohnes zu begreifen, mobilisieren
sie sogar die Justiz. Noch im Besitz des Sorgerechts erzwingen sie seine Einweisung
in eine Erziehungsanstalt. Für den sensiblen Thomas eine Hölle aus
Schikane, Demütigung, Verachtung und Gewalt. Als Schwuler ist er Spielball
seiner abgefeimten, teilweise kriminellen Mitzöglinge. Man zwingt ihn sogar
zum Geschlechtsakt mit der geistesgestörten Babette (Elisabeth Fricker).
Ein dickleibiger Erzieher brennt glühende Zigarrenstummel auf seinem nackten
Oberkörper aus. Martin, mittlerweile aus seiner Haft entlassen, schafft
es, mit gefälschten Papieren als Lehrer in das Heim zu gelangen. Er verhilft
seinem mißhandelten Geliebten zur Flucht. Doch die glücklichen Tage
in der eigenen, kleinen Wohnung auf dem Land sind gezählt. Thomas muß
in die Anstalt zurück. Als er mit 20 ohne Bevormundung sein Leben endlich
selbst bestimmen könnte, ist er ein gebrochener junger Mann. Martin, der
ihn voller Sehnsucht vom Bahnhof abholen will, trifft ein körperliches
und seelisches Wrack. Thomas unternimmt einen Selbstmordversuch. Als Endstation
bleibt allein die psychiatrische Klinik.
19??wann? -
Trick - ist nicht der Name eines der Neffen Donald
Ducks und bedeutet nicht etwa das, was es im Deutschen bedeutet - nein, es ist
ein amerikanischer Slang-Ausdruck für etwas, was wir "eine schnelle
Nummer" nennen. Und genau den wollten der süße Gabriel (Christian Campbel, (Bruder von "Scream"-Queen
Neve) und Sahneschnittchen Mark (Johan Paul Pitoc, im Bild) eigentlich
haben, als sie sich in der U-Bahn kennenlernen. Naja, was heißt "kennenlernen"...
Lange Rede kurzer Sinn: Es kommt zu der klassischen "Zu Dir oder zu mir?"-Situation.
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer <Hatschi!>. Gabriels mit Heterosexualität
gestrafter Mitbewohner hat die Wohnung diese Nacht per Losentscheid für
sich und seine Freundin (die übrigens umwerfend dämlich ist), und
Mark wohnt "bei einer älteren Dame, die keinen Herren-Besuch wünscht".
Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Dilemma geraten die beiden hübschen Junx von einer Peinlichkeit zur nächsten Groteske. Immer wenn sie gerade zur "Sache"
kommen wollen, werden sie gestört. Da die "Liebe auf den ersten Fick"
vom Schicksal nicht gewollt zu sein scheint, kommen sich die Beiden im Laufe
der Zeit näher, als sie es ursprünglich beabsichtigt
hatten, und der Zuschauer auf seine Kosten. Glänzend spielt "Beverly-Hills-90210"-Star
Tori Spelling die Rolle der völlig durchgeknallten Katherine, Gabriels bester Freundin. Mit dabei ist
übrigens auch eine echte Drag-Queen, die mit Frisur und Styling auch noch
Tori persifliert. Der Film ist nicht nur 'was für's Auge, nein auch die
Dialoge haben echte "Schenkel-Klopfer". It's not a Sony - it's a Trick! P.S.: Die Hauptdarsteller sind zwar bekennende
Heteros, aber der Regisseur Jim Fall ist von unserer Fakultät. Sein umjubeltes
Erstlingswerk wurde im Rahmen der diesjährigen Berlinale in der Panorama-Sektion
gezeigt und avancierte in kürzester Zeit zum Publikumsliebling. Der Film
wurde mit dem Leserpreis der Zeitschrift "Siegessäule" prämiert.
19??wann? -
The Opposite Of Sex - Was der Author und Regisseur Don Roos hier
angerichtet hat, ist ein Hammer-Menue vom Feinsten. Man nehme: 1 frühreife, baby-facige, vollbusige Schlampe (Christina Ricci, die Tochter
aus der Addams Family); 1 schwulen Lehrer-Softie (Martin Donovan aus Hollow Reed); 1 "schwul, dann bisexuell und doch
wieder schwulen" und ziemlich einfältigen Knackarsch (Ivan Sergei); 1 Bilderbuch-Ausgabe einer jungen "alten Jungfer" (Lisa Kudrow); und verrühre die Zutaten mit gleichen
Anteilen Sarkasmus, Wortwitz und überraschenden Entwicklungen. Man lasse
die Masse 30 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Dann gebe man nacheinander hinzu: 1 Schwangerschaft; 1 mehrfach gepiercte Tucke (Johnny Galecki aus Roseanne); 1 Ei <grins, Ihr werdet's schon sehen,
warum...>; 1 gewaschenen Skandal; reichlich weitere Verwicklungen, 1 Toten, und eine Messerspitze Homo-Erotik. Gut durchmengen und die Ingredienzien einwirken
lassen. Nach Zugabe der polizeilichen Verfolgung
kurz aufkochen, mit einer Prise Kanada nachwürzen und die Geburt unterheben. Serviert wird das Gericht auf heißen
Sprüchen mit einem trockenen Weißheiten-Wein.
19??wann? -
No Skin Off My Ass - Der kanadische Regisseur Bruce LaBruce, von dem auch Hustler White stammt, spielt einen Friseur und Punk,
der sich einen jugendlichen Skinhead (Klaus von Brucker) im Park aufreißt. Er bringt ihn
zu sich nach Hause und bietet ihm ein Bad an. Die Unnahbarkeit des Skins, der
ja aus der politisch entgegengesetzten Galaxie kommt, einerseits und die greifbare
Nähe des Jungen in der Badewanne andererseits, treibt den Mann schier zum
Wahnsinn. Als der Skin dann auch noch vor seinen Augen an sich herumfummelt,
hält es auch den Friseur nicht mehr. Sie landen im Bett und der Skin wird im
Zimmer gefangengehalten, um quasi als Lustsklave zu dienen. Ihm gelingt zwar
die Flucht zu seiner lesbischen Schwester <hey, wie war das mit der Vererbbarkeit
der sexuellen Orientierung?>, aber es zieht ihn doch wieder zurück.
19??wann?
-
Bent - Starker Toback, dieser Film. Mehrfach preisgekrönt
(z.B. International Critics Award in Cannes '97), in atmosphärisch dichten
und ergreifenden Bildern und Tönen erzählt er die letzten Lebensjahre
von Max, einem deutschen Schwulen in der Nazizeit. Zu Beginn des Filmes finden wir uns in dem
schwulen Nachtclub von Greta - grandios: Mick Jagger in dieser Fummel-Rolle mit Gesangseinlage - wieder, inmitten ausgelassener
Stimmung, die schon fast in eine Orgie übergeht. Mit dabei: der Tänzer
Rudi - Max' Freund - und ein junger SA-Offizier, der als Dessert mit zu Max und Rudi in die Wohnung genommen
wird. Es ist die Nacht der Röhm-Putsches, die Nacht der langen Messer.
Und so trampeln die Stiefel der SS ins Leben der drei Schwulen; der Offizier wird sofort getötet und die beiden anderen können fliehen.
Über ein Jahr hinweg fristen sie ein Leben im Untergrund. Onkel Freddie versorgt sie mit dem nötigsten. Der
Wunsch nach Ausreise aus Nazi-Deutschland ist nicht erfüllbar. Schließlich
fallen sie in die Hände der Schärgen und werden in einem Ttransportwaggon
ins Konzentrationslager gebracht. Unterwegs verleugnet Max seinen Freund Rudi,
damit er nicht als Homosexueller enttarnt wird. Die Schwulen tragen als Kennzeichen
einen rosa Winkel; sie stellen die niedrigste Kaste in einem KZ. Max will überleben,
um jeden Preis. Er "verbiegt" sich - daher wohl auch der Filmtitel
- und wird so zum Juden. Noch während des Transportes wird sein Freund
gefoltert und ermordet. Im KZ freundet er sich mit Horst an, den er schon im
Waggon kennengelernt hat. Er arrangiert, daß sie die Tage zusammen verbringen
können; beim Steine schleppen. Steine von einem Haufen auf den anderen
ud wieder zurück zu tragen ist ihre monatelange, täglich Beschäftigung.
Die soll sie zermürben und in den Wahnsinn treiben. Doch die beiden kämpfen
dagegen an. U.a. auch mit einer "unberührten" Sex-Szene. Telefon-Sex
ohne Telefon, sozusagen. Ihre Nische wird zerstört, als ein Wachoffizier
den "Perversen" unter Waffengewalt auffordert, in den Elektrozaun
zu gehen und als er sich weigert, ihn erschießen läßt. Die
Sinnlosigkeit des Todes seines neuen Freundes läßt auch Max verzweifeln
und seine Anpassung vergessen und er entschließt sich zu einem letzten
Signal.
19??wann? -
Leather Jacket Love Story - Der Achtzehnjährige hat noch Träume.
Er träumt von einer Karriere nach dem Studium und einer festen, monogamen
Beziehung. Der fesche Bartträger hinter ihm ist zwar sein Hoffnungsträger,
träumt aber wohl mehr und auschließlich nicht nur von unseres Protagonisten
knackigem Hintern. Die Mißverständnisse und Schwierigkeiten bleiben
nicht aus; dennoch bietet der Film viel für's Gemüt. Alleine, wenn
sich Milchbubi an den Lederkerl adaptiert, fast unmerklich für ihn, aber
seine Freunde und Bekannten sind entsetzt. Und wer ist jetzt der Aktive in der
Beziehung? Die "Fronten" verwischen sich.
19??wann? -
Liebe in
jeder Beziehung - "Object of my Affection" (= Objekt
meiner Zuneigung) oder im deutschen Verleih: "Liebe in jeder Beziehung".
Die direkte Übersetzung klang wohl zu sehr nach Pedro Almodóvar.
Trotzdem wäre sie passender gewesen. Worum geht's? Schwuler Mann wird von
Long-Time-Lover verlassen und zieht bei einer Frau (Nina, eine schwangere Sozialarbeiterin
(Jennifer Aniston)) ein. Die hat zwar einen Liebhaber, der
nun nicht gerade die Ausgeburt eines attraktiven Sympathieträgers ist,
gibt sich aber damit zufrieden (vorerst) und wird auch von ihm schwanger. Doch
die meiste Zeit verbringt sie mit ihrem neuen, besten Freund; sie haben sooooo
viel gemeinsam und Spaß zusammen. Da dämmert's ihr: Der schwule George
(Paul Rudd) ist einfach der bessere Mann. Er soll
mit ihr das Kind großziehen. Ein paar Hin- und Herwendungen später
ist dieser sogar dazu bereit. Die beiden führen sich auf, wie ein Heti-Pärchen.
Doch dann tritt der jugendliche Paul in George's Leben. Und ratz-fatz-peng gerät
das aus den Fugen. Zu dumm, daß Paul einen väterlichen Freund hat.
Und so leiden erstmal einige Leute fürchterlich im Mittelteil... Vergaß
ich zu erwähnen, daß der Kindsvater inzwischen mit der Kollegin Georges
liiert ist/war? Daß Georges kleiner Bruder mehr Frauenverschleiß
hat, als weiland der olle Casanova?
19??wann?
-
Ganz oder gar nicht - Erfrischend un-amerikanisch, ja geradezu
typisch englisch ist dieser Film um ein paar arbeitslose Stahlwerker aus Sheffield, die versuchen, aus dem Teufelskreis
herauszukommen. Keine Arbeit, kein Geld, kein Spaß
kein Lebenssinn. Jeder einzelne der liebevoll gezeichneten Charaktere hat seine
eigene, meist traurige Geschichte; aber dennoch besitzen sie eine Gemeinsamkeit:
Sie wollen es schaffen! Und zwar als "Nachfolger der Chippendales", als echte Männer, die strippen bis die letzte Hülle fällt unter dem Namen "Hot Metal".
Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg und ein kurzweiliger Film. Zwar kommt
es im ersten Drittel zu einigen derben Äußerungen (wie z.B. "Schwuchteln"
in Bezug auf die Chippendales...), aber im späteren Verlauf versöhnt
der Film durch eine anrührende, zarte, aufkeimende Liebesbeziehung zwischen
zweien der Männer. Und gestrippt wird auch! Wer nackte Hintern
sehen will, muß sich bis zum Schlußbild gedulden; aber der Film
macht das Warten kurzweilig und lohnend!
19??wann? -
Pierre & Gilles - Love Stories - Wer kennt sie nicht, die zuckersüßen
Bilder der beiden französischen Künstler? Aber wie entsteht so ein
Kunstwerk? Wer ist Pierre, wer Gilles? Das Geheimnis ihrer geradezu überirdisch
wirkender Kunst ist zum einen die Kombination von klassischer Photographie mit
ambitionierter Retusche und Malerei. Zum anderen die perfekte Harmonie zwischen
den beiden Künstlern. Zwar ist Pierre für die Entstehung des Fotos
als Vorlage hauptverantwortlich, doch entsteht es im Team mit Gilles und Maskenbildnern,
Ausstattern und Bühnenbildnern. Gilles wiederum bringt mit geschicktem
Pinselstrich den letzten Schliff des Überirdischen an. Der Zuschauer wird Zeuge der Entstehung
eines Werkes und gewinnt so interessante Einblicke hinter die Kulissen einer
der erfolgreichsten Kunstproduktionen Europas. Eingebunden in diese Handlungsstrang
sind kurze Hommagen verschiedener Prominenter, die schon mit P. & G. gearbeitet
haben: Nina
Hagen, Marc Almond, Rupert Everett, Jean Paul
Gaultier, Cathérine Deneuve usw. Auch andere Freunde und Kenner des
homosexuellen Künstlerpaares kommen zu Wort. Sie erzählen über
die besondere Atmosphäre, die bei ihnen herrscht. Interviews mit P. &
G. persönlich geben Auskunft auch über ihre private Beziehung zueinander.
Der Zuschauer begleitet sie beim Bummel über Pariser Flohmärkte, auf
denen sie ihre "kitschigen" Requisiten erwerben. "Kitsch"
nannten sie die Form ihrer Kunst übrigens zu Anfang selbst und empfinden
es so nicht als Beleidigung.
19??wann?
-
Sebastian - ist ein Schwede, ein junger Schwede. Seine Eltern nerven ihn mit viel zu vielen
Fragen, und sein bisheriges Leben gerät aus den Fugen. Denn er verliebt
sich in seinen besten Freund Ulf. Doch erwidert dieser Sebastians Gefühle?
Sie balgen und sie baden zusammen. Ist es Freundschaft oder Liebe? Mit einem
Kuß versucht er es herauszubekommen.
19??wann? -

Boogie Nights
- Marky Mark Wahlberg als Porno-Star. Schwule, feuchte Träume
werden wahr! Aber nur im Film und eben nicht im richtigen Leben; und außerdem
als Heti. Wenigstens da; immerhin. Das ehemalige Calvin-Klein-Unterhosen-Model
zeigt sich von seiner "besten Seite": nackt. Er mimt den Pornostar Eddie Adams (17Jahre;
33 cm) an der Seite von Burt Reynolds (
Golden Globe für ihn!) und Philip Seymour Hoffman. Allerdings,
liebe Schwestern, sind die 33 Zentimeter nicht echt. Marks markiger Marky erfüllte
nicht die Anforderung und mußte durch eine Prothese gedoubelt werden...
Wer hätt's gedacht?! In Nebenhandlungen kommen auch Schwule vor; z. B.
der Ton-Ingenieur, der sich in Dirk verknallt und ihn im Suff auch einmal küßt.
Dann noch die obligatorischen Schwulen-Ticker, die sich an Dirk vergreifen,
fälschlicherweise. Auffallende Parallelen zum tatsächlichen Leben
des (hauptsächlich Hetero-) Porno-Darstellers John Holmes sind in diesem Film zu bemerken.
19??wann? -
Besser geht's nicht - Jack Nicholson in einem Film mit schwuler Thematik? Keine
Angst, er ist nicht der "tragisch Veranlagte", sondern nur der "leicht
paranoide" Nachbar des selben und dazu noch ein rechtes Ekelpaket und Hundehasser. Simon - so heißt unsere Schwester - ist ein ziemlicher Pechvogel und Hundebesitzer
dazu. Und eben über diesen Hund, der übrigens göttliche Szenen
hat, kommen die beiden Pole zueinander. Der Film wurde mit mehreren
"Golden Globes" ausgezeichnet und hat auch bei den
Oscars für die Hauptrollen abgesahnt.
19??wann? -
= Anders als Andere
19??wann?
-
= Oscar
Wilde
19??wann?
-
= Die
Manns - ein Jahrhundertroman
19??wann? -
= Sommersturm
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1956 - Der spanische Gärtner (The spanish
gardner) - Drama - Großbritannien - 92 min -
mit Dirk Bogarde, Maureen Swanson, Jon Whiteley, Michael
Hordern, Cyril Cusack, Lyndon Brook, Josephine Griffin, Bernard Lee, Rosalie
Crutchley, Ina de La Haye, Geoffrey Keen, Harold Scott - Der britische Konsul Brande (Michael Hordern)
wird an die Costa Brava versetzt. Seinen scheuen Sohn Nicolas (Jon Whiteley)
nimmt er mit nach Spanien. Brande umsorgt seinen Jungen übertrieben stark.
Er hat Angst, ihn wie seine junge Frau zu verlieren. Die Konsulatsresidenz ist
malerisch am Meer gelegen. Zwei Dienstboten, darunter Garcia (Cyril Cusack),
der Chauffeur, leben im Haus. Um den verwilderten Garten in einen englischen
Park verwandeln zu lassen, stellt der Konsul den Gärtner Josè (Dirk
Bogarde) ein. Josè freundet sich sehr rasch mit dem kleinen Nicholas
an. Er macht ihn mit der Gartenarbeit vertraut. Der Junge lebt auf, ist glücklich,
er hat einen Freund. Brande reagiert auf die Verbindung der beiden mit Mißtrauen
und Sorge. Garcia lehnt Josè ebenfalls ab. So wird Nicholas jede Beziehung
zum Gärtner untersagt. Als der Vater nach Madrid reisen muß, unterbricht
der Junge das Verbot. Garcia hat ihn völlig betrunken bedroht, und er mußte
zu Josè fliehen. Der Konsul glaubt seinem Sohn diese Geschichte nicht.
Garcia gelingt es, Josè einen Diebstahl anzuhängen, indem er ihm
eine gestohlene Taschenuhr unterschiebt. Damit lenkt er von seinen eigenen Veruntreuungen
ab. Josè wird verhaftet, es kommt zum Prozeß. Als Brande von der
Gerichtsverhandlung zurückkehrt, ist seine Villa geplündert. Garcia
und seine Komplizen sind weg. Aber auch der kleine Nicholas ist verschwunden.
Er hat sich auf die Suche nach seinem Freund Josè begeben, in der Annahme,
er sei vor dem Prozeß geflohen. Trotz Dunkelheit und peitschendem Regen
ist Nicholas aufgebrochen, um Josè in der alten Wassermühle endlich
wieder zufinden. Josè ist verletzt, er hat sich den Arm gebrochen. Der
Junge ist verzweifelt und bestürzt, daß ihm sein Vater so viel Unrecht
aufbürden konnte. Doch Josè bittet seinen Freund, dem Vater nicht
böse zu sein. Konsul Brande hört das Gespräch der beiden mit
an. Ein Umdenkungsprozeß setzt ein...
1968 - The sergeant
- Drama - USA - 104 min - mit Rod Steiger, Ludmilla Michael, John Phillip
Law, Frank Latimore, Phillip Roye, Elliott Sullivan - 1952: Sergeant Callan leitet ein amerikanisches
Militärcamp in Frankreich. Er beordert den Offiziersanwärter Tom Swanson
in seine Schreibstube. Swanson erkennt bald Callans latente Homosexualität
und weist ihn zurück.
1969 -
Die Verdammten (La caduta degli dei / The Damned) - *
1. Film von Viscontis „Deutsche Trilogie“
(noch „Tod in Venedig“ & „Ludwig II“). - Deutschland 1933/34: Die Industriellen-Familie
von Essenbeck feiert ein rauschendes Geburtstagsfest für das greise Familienoberhaupt
Baron Joachim (Reinhard Koldehoff). Hinter der Fassade der Freude spinnen sich
Intrigen. Der Machtkampf um das Erbe ist voll entbrannt. Baron Joachim fällt
dem Treiben als erstes zum Opfer. Auch Konstantin, der voll mit der SA sympathisiert
und deren ruppige Methoden auf die Familie überträgt, kann sich nicht
halten. Baronin Sophie (Ingrid Thulin) und ihr Liebhaber Generaldirektor Bruckmann
(Dirk Bogarde) werden in den Selbstmord getrieben. Sohn Martin (Helmut Berger),
der nie ganz für voll genommen wurde, ist nun alleiniger Herrscher. Martin
wurde wegen seiner sexuellen Perversion als Schwächling betrachtet. Er
vergewaltigte seine Mutter auf dem Weg zur Macht, führte ein Doppelleben.
Mit Elisabeth, einer Hure, trifft er sich heimlich in einem Hotel. Sein Auftritt
als Transvestit bei Großvaters Geburtstag, wo er als „Lola-Lola“ in einer
erotischen Marlene-Dietrich-Parodie seine Familie schockte, konnte noch abgebrochen
werden, sein Auftritt nun als Herrscher in SA-Uniform ist sakrosankt. In Bad
Wiessee, in einer Hotelpension, feiert derweil Ernst Röhm, Chef der SA,
mit einer Unzahl seiner Gefährten ein rauschendes Fest. Eine homosexuelle
Massenorgie, die mit einem Handstreich endet. Hitler persönlich läßt
die nackten Kerle niedermetzeln oder verhaften. Am Ende wird keiner überleben
- schon gar nicht Röhm.
1970 -
Der Tod in Venedig (Morte a venezia) - Italien
- Melodram - 125 min - nach der gleichnamigen Novelle von Thomas
Mann - 2. Film von Viscontis „Deutsche Trilogie“
(noch „Die Verdammten“ & „Ludwig II“) - mit Dirk Bogarde, Silvana Mangano, Marisa Berenson, Mark
Burns, Romolo Valli, Nora Ricci, Carole Andre, Bjoern Andresen - Der alternde deutsche Komponist und Dirigent
Gustav von Aschenbach (Dirk Bogarde) erholt sich in einem venezianischen Luxushotel
von einer künstlerischen und persönlichen Krise. Hier verfällt
er der Schönheit des Jungen Tadzio (Björn Andresen), der für
ihn den Inbegriff jugendlicher Unschuld darstellt. Da er sich von dem Anblick
des Jungen nicht losreißen kann, bleibt er trotz aller Warnungen in der
von der Cholera heimgesuchten Stadt und stirbt.
1977 -
Ein besonderer Tag (Una Giornata Particolare / Une Journée
Particulière / A Special Day) - Melodram - Italien / Kanada - Produzent:
Carlo Ponti - mit Sophia
Loren, Marcello Mastroianni, John Vernon, Françoise
Berd, Patrizia Basso, Nicole Magny, Tiziano de Persio - Rom am 08. Januar 1938: Während der
Wirren um eine Parade Mussolinis zu Ehren eines Besuchs des "Führers"
treffen abseits vom Getümmel in einem leeren Wohnkomplex der homosexuelle
Ex-Rundfunksprecher Gabriele (Marcello Mastroianni) und die Hausfrau Antonietta (Sophia
Loren) aufeinander. Für eine kurze Zeit
empfinden die beiden gemeinsam eine Ahnung von Freiheit und ein zärtliches
Gefühl der Verbundenheit, das ihnen zumindest für einen Moment Halt
gibt. Doch schon bald neigt sich der "besondere Tag" seinem Ende entgegen
und auf den Homosexuellen wartet bereits die Polizei. - * Dies ist ein sehr gut gespieltes und sensibel
inszeniertes Werk über die Ängste und Wünsche einfacher Menschen
unter einem totalitärem Regime. Ettore Scola legte mit diesem mehrfach
preisgekrönten Film eines seiner besten Werke vor, in den Hauptrollen überzeugen
die Filmdauerpartner Mastroianni/Loren.
1979 -
Can't stop the music - USA - 109 min - Musicspecial - mit Village
People (Alexander Briley, David Scar Hodo, Glenn Hughes, Randy Jones, Felipe
Rose, Ray Simpson) und Valerie Perrine, Bruce Jenner, Steven Guttenberg, Paul
Sand - Jack, ein Komponist, führt mit seinen Freunden in Greenwich Village
ein unbeschwertes Leben. Mit Hilfe von sechs talentierten jungen Männern
hofft er nach oben zu kommen. Diese Gruppe ist ein bunt zusammengewürfelter
Haufen. Sie können zwar alle sehr gut tanzen und singen, doch vorerst ist
niemand an Jacks Musik und seiner Männertruppe interessiert. Als der Anwalt
Ron White auf der Bühne erscheint, führt der Weg, nach anfänglichen
Schwierigkeiten, steil nach oben. Ron gibt seinen gutbezahlten Job auf und kümmert
sich um die Burschen. Wenige Monate später sind Hodo, der frühere
Bauarbeiter, Hughes, der Ledermann, Briley, der GI, Rose, der Indianer und die
anderen Kerle als Village People die gefeierten neuen Disco-Superstars der internationalen
Popszene. Y. M. C. A. wurde der Kultsong der 70'er Jahre. Bevor die nichtschwule
Welt begreift, daß sie nach der schwulsten Hymne des Jahrzehnts tanzt,
folgen "In the Navy" und "Do you wanna spend the night"
und die Village-People sind aus keiner Edeldisko mehr wegzudenken.
1981 - Verwirrung der Gefühle - Deutschland / Frankreich - Auf Wunsch seines Vaters verläßt
der Student Roland Berlin (Pierre Malet), um seine Studien in einer Kleinstadt
fortzusetzen, wo er nicht abgelenkt wird. Von seinem neuen Professor (Michel
Piccoli) ist Roland zunächst enttäuscht. Er wirkt farblos, abwesend.
Auch das Werk des Professors erscheint ihm äußerst mager. Im persönlichen
Gespräch jedoch gewinnt der seltsam launische Mann. Man trifft sich häufig
am späten Nachmittag und diskutiert. Roland hat zum ersten Mal in seinem
Leben jemand gefunden, mit dem er sprechen kann. Beim Schwimmen lernt Roland
eine junge Frau, Anna (Gila Von Weitershausen), kennen, die sich erst an der
Haustüre als Frau des Professors erkennen gibt. Die beiden scheinen ein
recht freies Leben zu führen. Jeder geht seine eigenen Wege. Der Professor
ist immer wieder mal für zwei oder drei Tage verschwunden. Roland arbeitet
gemeinsam mit dem Professor an dem Buch über das „Globe Theatre“. Sie sind
jeden Tag zusammen. Zu oft vielleicht. Denn das ambivalente Verhalten des Lehrers,
dessen Stimmungen stark wechseln, irritiert und schockiert den jungen Mann.
In diesen Augenblicken der Mutlosigkeit ist Anna Rolands einzige Zuflucht. Als
der Professor erneut verschwunden ist, verführt sie ihn und schläft
mit ihm. Nach dieser Nacht, die er als Verrat der Freundschaft empfindet, kann
Roland dem Professor nicht mehr ins Gesicht sehen. Er sagt ihm, daß er
die Universität verlassen werde. Das beunruhigt den Professor, denn er
ist sich sicher, daß Roland über seine homosexuellen Neigungen informiert
ist. Als er den wahren Sachverhalt erfährt, ist er erleichtert. Sie werden
sich nicht wiedersehen. Eine Umarmung ist alles, was ihnen bleibt. Dennoch:
Roland spürt, daß kein Mensch ihm mehr bedeutet hat als dieser verzweifelte
Mann. - * Das Fernsehspiel von Etienne Pèrier
nach der gleichnamigen Novelle von Stefan Zweig (selbst „warmbürgerlich“
geboren, sagt er) ist ein kleines Meisterwerk.
1982 -
Zwei irre Typen auf heißer Spur
(Partners) - USA - 98 min - mit Ryan O'Neal, John
Hurt, Kenneth McMillan, Robyn Douglass, Jay Robinson, Denise Galik, Joseph R.
Sicarl - Los Angeles: In einer Homosexuellen-Kolonie geschehen immer wieder
Morde. Vor allem Coverboys von Schwulenmagazinen sind darunter. Detective Sergant
Benson (Ryan O'Neal), ein heterosexuelles Mannsbild, und sein Kollege Fred Kerwin
(John Hurt), eine schwule Tucke, werden beauftragt, die Mordserie aufzuklären.
Sie mieten sich zusammen eine Wohnung im Milieu. Bald schon zeigt das berufliche
Zusammenleben auch Konsequenzen im Privaten. Es kommt zu heillosen Verwicklungen
und komischen Situationen. Nachts wird am Strand ein Schwuler aufgegriffen und
nackt durch die Polizeistation gejagt. Kerwin muß aber auch mit ansehen,
wie er beim Essen mit seinem Freund von einer attraktiven Frau ausgetrickst
wird.
1982 -
Der Bauer von Babylon - Deutschland - 83 min - Filmreportage
- mit Rainer Werner Faßbinder, Jeanne Moreau, Franco Nero, Brad Davis,
Laurent Malet, Burkhard Driest, Dieter Schidor, Sprecher: Klaus Löwitsch
- Diese Filmreportage ist über Faßbinders letzten und wohl auch wichtigsten
Film: Querelle. Mittelpunkt ist Faßbinder selbst. Seine Direktiven, Gesten,
Schreie, sein Gemurmel, seine Launen, seine Hochs und Tiefs werden eingefangen.
Die Athmosphäre aus "Querelle" wird noch klarer und beengender
fest gemacht. Dokumentarisch besonderen Wert hat ein zwölfminütiges
Interview von Dieter Schidor mit Faßbinder, das nur wenige Stunden vor
seinem Tod aufgenommen wurde. Durch einen Gerichtsbeschluß, erwirkt von
Faßbinders Mutter, kurzfristig herausgeschnitten, ist es nunmehr wieder
als Vermächtnis in der Vermächtnisreportage über den Vermächtnisfilm
enthalten. Gerade diese Sequenz zeigt, wie kaputt Faßbinder bei den Dreharbeiten
zu seinem letzten Film bereits war.
1984 -
Crash - man sucht Mann - Deutschland - 96 min - mit Rüdiger
Tuchel, Siewert Johannsen, Jürgen Born, Barbara Saltmann, Tom Deininger,
Lind London, Erwin Schastok, Gabriele Fischer, Al Hansen, Peter Jahns, Ernst
Kuchling - Cat (Rüdiger Tuchel), Anfang 40, langmähnig, tough und
jugendlich, ist Drehbuchautor. Die großen Lieben und Leiden, so glaubt
er, habe er hinter sich. Er ist froh, schwul zu sein. Denn so ist das Leben
ja soo einfach! Zumal in Berlin. Er durchforstet Saunen und Kneipen, liebt Schnelltreffs,
bekommt immer die richtigen Jungs zur geilen Zeit. Auch an Havelstrand und Halensee
schlägt er sich mit braungebrannten Coverboys zum Schnellfick in die Büsche.
Beziehungen mit Nachkontakt lehnt Cat ab; er glaubt nur an Erfüllung in
purem Sex. Als Cat eines Tages am Drehort seines neuen Films aufkreuzt, trifft
er dort unvermutet auf einen soeben neu engagierten Nebendarsteller: Angel (Siewert
Johannsen), ein Jüngling wie aus dem Bilderbuch - soft, knackig, unverschämt
erotisch, eben genau Cats Kragenweite. Doch der Kleine will von Cats Anmache
nichts wissen. Cat leidet. Er hat sich trotz "guter Vorsätze"
verknallt. Sex wird zur Nebensache. Er will Angel. Kein Wunder: Cat läßt
die Zügel schleifen. Seine Arbeit am neuen Film verdrängt er. Er lebt
in unerfüllten Phantasien. Das Chaos in der Filmcrew wird immer größer,
denn auch andere gescheiteret Beziehungskisten vom Regisseur bis zum Ausstatter,
vom Hauptdarsteller bis zu den verhätschelten Starletts überlagern
ihre Arbeit. Die ausgeflippten Filmleute tappen zwischen Liebesschwüren
und Machenschaften von einem erotischen wie unerotischen Fettnäpfchen ins
andere. - Eine ungewöhnlich gute schwule Komödie ohne jegliche FilmFinanzSubvention
im Stile eines Woody Allen.
1984/86
- Der Rosenkönig - Deutschland - mit Mostefa Djadjam, Antonio Orlando, Maria
Montezuma - Eine Rosenfarm in Portugal. Dort lebt Anna
(Magdalena Montezuma) mit ihrem Sohn arabischer Herkunft Albert (Mostefa Djayam).
Sein Interesse gilt der Rosenveredelung. Die Suche nach der idealen Rose bedeutet
für ihn mehr als das gärtnerische Bemühen um ein herausragendes
Produkt; er versucht, ein Traumbild zu erreichen. Eines Tages überrascht
Albert einen jungen Italiener (Antonio Orlando), als dieser in einer Kirche
den Opferstock ausraubt: Arnold wird von Albert gefangengenommen und in die
alte Scheune der Rosenfarm eingesperrt. Zwischen Arnold und Albert entwickelt
sich eine Liebesbeziehung, in der für Albert die Suche nach der idealen
Rose immer mehr mit dem Bild des Geliebten verschmilzt. Arnold, dem wilden Rosenstock
gleich, ist kein Gefangener. Er löst seine Fesseln, tierisch-froh wälzt
er sich auf dem Stallstroh. Licht bricht durch die Luken. Köstliches Wasser
rinnt über die alten Kacheln. „Dir zum Dank und Dir zum Gruß“ jubelt
er in einer Opernarie. Arnold, der sich die Fesseln wieder anlegt, beschert
das Leiden, Lust und Todessehnsucht. Das dramatische Finale ist unaufhaltsam.
Wie in Trance schlitzt Albert seinem geliebten Arnold die Adern auf. Und mit
dem Okuliermesser setzt er edle Zuchttriebe in das wilde Fleisch des Rosenkönigs.
Die Farbe des Blutes ist die der Rose, ist die des allesverzehrenden Feuers.
Die beiden Freunde sterben den Liebestod. Die Knospe der Dornenblume schließt
sich. Das Ritual von Liebe, Schmerz und Tod ist zu Ende. - Halb Oper, halb Märchen. Geradezu schockierend
wirkt Schroeters überschreitung der Grenze, die Kitsch von Kunst trennt.
1985 -
Buddies - USA - 81 min - mit Geoff Edholm, David Schachter,
Billy Lux, David Rose - David Bennet (David Schachter) ist 25-jähriger
Schriftsetzer in New York. Er arbeitet gerade an einer Broschüre über
die Immunkrankheit Aids. Das regt den eigentlich unpolitischen David an, sich
in einem Schwulenzentrum zu melden, um einem Aids-Kranken zu helfen - eine Patenschaft
zu übernehmen. Im Krankenhaus trifft er den 32-jährigen sterbenden
Kalifornier Robert Willow (Geoff Edholm). Robert benimmt sich jedoch nicht so,
wie David sich einen Aids-Patienten vorgestellt hatte. Robert ist zynisch, klopft
flotte Sprüche und giert nach geilem Wortgeplänkel. Roberts Attacken
machen David neugierig. Er stöbert mit Hilfe alter Fotos, Dias, Videos
in dessen Vergangenheit: Robert war ein lebenslustiger, sinnenfroher Zeitgenosse,
der sich zwischen Liebhabern und gay-politischem Aktivismus einen eigenen Standplatz
erobert hatte. Zwischen Robert und David bahnt sich eine zärtliche Liebe
an. Der ehemals kämpferische Gay aus Frisco und der tagträumende Schwule
aus New York werden im Abschiednehmen ein Paar.
1985
-
Früher
Frost (An early frost) -
USA - 95 min - mit Aidan Quinn, Gena Rowlands, Benn Gazzara, D. W. Moffet, Sylvia
Sydney, John Glover, Sydney Walsh, Lee Wilkot, Terry O' Quinn - Katherine und
Nick Pierson feiern in Boston ihren 30. Hochzeitstag. Die Familie ist vollzählig
versammelt. Nur Sohn Michael fehlt noch. Der junge Mann hat gerade in Chicago
eine erfolgversprechende Karriere als Anwalt begonnen. Sein Chef hat ihn als
Partner in die Kanzlei aufgenommen. Als Michael heimkommt, ist die Freude groß.
Doch der Junge sieht schmal aus, erschöpft. Seine Mutter macht sich Sorgen.
Nach dem Familienfest kehrt Michael nach Chicago zurück. Dort erwartet
ihn sein Freund Peter, mit dem er seit zwei Jahren zusammenlebt. Es kommt zu
Mißstimmungen. Michael muß Peter mitteilen, daß er wegen eines
Falles in der Kanzlei die lang geplante Ferienreise nicht antreten kann. Streit
gibt es auch darüber, daß Michael seiner Familie wieder einmal nicht
gesagt hat, dß er schwul ist. Michael klagt über zunehmende Erschöpfung
und Atemnot. In der Kanzlei bricht er zusammen. Der Arzt, der ihn in der Klinik
behandelt, stellt fest: Michael hat Aids. Erneut reist Michael nach Boston.
Er sagt seinen Eltern die Wahrheit. Während der Vater auf seinen Sohn einzuschlagen
versucht, als er erfährt, daß Michael schwul ist, zeigen Mutter und
Großmutter Verständnis. Seine Schwester Susan, hochschwanger, weigert
sich indes, das Haus zu betreten, so lange ihr Aids-kranker Bruder anwesend
ist. Michael wird vom Nachtschweiß geplagt, zittert. Er bekommt Krämpfe.
Der alarmierte Notarzt lehnt es ab, den Patienten ins Krankenhaus zu transportieren,
als er erfährt, woran Michael leidet. Michaels Vater tobt. Er selbst bringt
ihn die Klinik. Als Michael aus der Klinik entlassen wird und zu seinen Eltern
zurückkehrt, ist auch sein Freund Peter anwesend. Michaels Mutter hat ihn
eingeladen. Peter versucht vor allem Michaels Vater zum Kampf um seinen Sohn
zu gewinnen. Als Peter abreist, sind die beiden Freunde wieder versöhnt.
Doch Michaerl verfällt in Depressionen. Eines Nachts schleicht er sich
in die Garage. Er steigt ins Auto, läßt den Motor laufen - er will
sich vergiften. Sein Vater kommt ihm in letzter Minute zu Hilfe. Endlich findet
die Aussprache zwischen beiden statt, der Michael immer ausgewichen ist.
Bevor Michael nach Chicago zu Peter zurückfliegt, versöhnt er sich
auch noch mit seiner Schwester Susan. Aus dem Taxi, das ihn zum Flughafen bringt,
ruft er seiner Familie zu: "Ich liebe euch!". - 50 Millionen Amerikaner
saßen 5 Wochen nach Rock Hudsons Aids-Tod beider Ausstrahlung dieses Filmes
vor den Bildschirmen. Der Film erhielt
6 Emmys,
1 Golden Globe. Aus heutiger Sicht ist dieser Film ein gefühlsbeladener
US-Familienschinken in Seifenoper-Manier in denen die Schwulen wenig glaubhaft
dargestellt werden. Doch damals war es eine kleine Sensation.
1986
- Aschenmann - Tunesien - 109 min - Hachemi hat Angst vor der arrangierten Hochzeit.
Und vor Frauen, die mehr von ihm wollen als einen höflichen Gruß.
Jeder schwule Araber kann sich darin wiederfinden. Auch wenn Rückblenden
eine außergewöhnliche Ursache seiner Selbstzweifel enthüllen:
Der Meister, bei dem er das Schnitzhandwerk lernte, hat ihn vergewaltigt. Sein
Freund Farfat fiel dem Mann mit den zwei Gesichtern - Familienvater und Gönner,
Ausbeuter und Kinderquäler - gleichfalls zum Opfer. Er wurde zum Außenseiter.
Die Stadt verhöhnt ihn: "Farfat ist kein Mann". Der Vater verstößt
ihn. Können die Freunde einander helfen? Nouri Bouzid, ein früherer
Mitarbeiter Spielbergs, läßt dem sich anbahnenden Drama Zeit, sich
in atmosphärisch dichten und sinnlichen Bildern zu entfalten: Die außergewöhnliche
Kamera malt mit den Farben und grellen Licht-Schatten-Kontrasten von Sfax schmerzhaft
schöne Tableaux. Der Schluß mit Bordellbesuch, Totschlag und Flucht
gab Anlaß zu Mißverständnissen, aber die Auflösung ist
hintergründiger, als es auf den ersten Blick scheint: Das letzte Bild zeigt
Farfats fröhlichen Sprung in die Freiheit der modernen Welt. Der erste
Film aus dem Maghreb über Homosexualität, Homophobie und Kindsmißbrauch
ist kein Pamphlet, er ist Nouri Bouzids bester Film.
1987 -
Baba-It (Bei uns zu Hause) - Israel - Kurzfilm - 23 min - Gershon
(Amikam Levi) und Alex (Shmuel Vilozni), zwei schwule Schriftsteller, haben
die letzten zehn Jahre in Tel Aviv zusammengelebt. Immer wieder kommt es zu
Eifersuchtsszenen, weil man sich gegenseitig den künstlerischen Erfolg
neidet. Auch ihre Liebe zueinander wird von diesem Existenzkampf gelähmt.
Gershon muß zu Hause bleiben, um zu arbeiten und Artikel für ein
Magazin über schöneres Wohnen fertigzustellen. Alex dagegen feiert
seine Auszeichnung als "begabter Schriftsteller". Die beiden Freunde
scheinen unfähig, ihre Beziehung auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
1988
-
Frühstück zu dritt - Österreich - 60 min - mit Georg
Barbach, Stefan Hager, Verena Siemetzberger - Paul (Stefan Hager), Student,
sucht Arbeit. Er findet ein Mädchen. Aus der Affäre wird eine Liebe.
Anne (Verena Siemetzberger) erzählt, sie sei verheiratet. Gerade das zieht
Paul an. Daniel (Georg Barbach) wiederum ist ein kleiner Gauner und Gelegenheitsdieb.
Er versucht, Paul die Brieftasche zu stehlen. Doch aus dieser Begegnung wird
eine Affäre, eine Liebe: Daniel sagt: "Ich stehe ja hauptsächlich
auf Männer." Paul antwortet: "Mit einem Mann wollte ich es eigentlich
schon immer einmal machen." Nach einiger Zeit, Daniel wohnt inzwischen
bei Paul, kommt wieder Anne ins Spiel. Ein Techtelmechtel zwischen ihr und Daniel
ist im Entstehen. Eine Zeitlang leben die drei friedlich-fröhlich miteinander.
Eines schönen Sonntags fährt das Trio in ein Waldstück. Dort
verläuft man sich. Paul sucht Anne und Daniel, Anne sucht Daniel und Paul,
Daniel ruft nach Paul und Anne. Langsam beginnt es zu kriseln. Anne erzählt
den beiden jungen Männern unabhängig voneinander, sie wolle nach Italien
fahren. Daniel bzw. Paul sollten doch mitkommen. (Typisch Frauen - immer die
Männer gegeneinander auspielen für den eigenen Vorteil!) Man will
sich auf dem Bahnhof treffen. Tatsächlich treffen Paul und Daniel, beide
auf Anne wartend, sich am Zug. Anne erscheint nicht. Die Romanze zwischen den
beiden jungen Männern kann von Neuem beginnen.
1989/1990
- Via Appia - TV-Produktion - Deutschland - mit Peter Senner, Guiherme de Padua, Yves Jansen
- Frank, ein junger Steward, hat sich mit
HIV infiziert. Gemeinsam mit einem Filmemacher fliegt er nach Rio, um
dort in der schwulen Subkultur nach dem Ursprung seiner Ansteckung zu fahnden
- mit der Kamera als ständigem Begleiter. Verwendet dokumentarische Aufnahmen.
1991 - Der Schein trügt - USA - mit William McNamara, Bibi Besch, James B. Sikking.
Regie: Ken Olin - Als der Student Matt seine zukünftige
Frau mit nach Hause bringt, bemüht sich die Mutter, eine heile Familie
zu präsentieren. Aber Matts Schwester führt eine problembeladene Ehe,
sein Bruder trinkt. Matt scheint der einzige unproblematische in der Familie
zu sein. Doch Matt ist schwul, will sich dies zunächst aber selbst nicht
eingestehen. Er muß eine Entscheidung treffen, die natürlich seine
Freundin, seinen Ex-Lover und die ganze Familie berührt.
1994 - Wilde Herzen - Frankreich - mit Stephan Rideau, Gael
Morell. Regie: André Techiné - Frankreich 1962: In einem Internat erleben
Francois, Serge und Maité ihre ersten Gefühlswallungen. Francois
entdeckt, daß er sich zu Jungen hingezogen fühlt und verliebt sich
in Serge, einen Jungen aus seiner Clique.
1994 - Roommates - Bis ans Ende des Weges - USA - mit Eric Stoltz, Randy Quaid - Riley, Ex-Sträfling und Schwulenhasser,
erfährt nach einer Schlägerei im Krankenhaus, daß er HIV-positiv
ist. Sein Leben kriegt er nicht mehr in den Griff. Mit seinem Vater verkracht
er sich. Sein letzter Ausweg: Er zieht ins "Residence", ein Wohnheim
der AIDS-Hilfe. Und ausgerechnet der schnöselige, schwule Bill teilt mit
ihm ein Zimmer. Auch Bill hat Streß, weil seine Familie sein Schwulsein
nicht akzeptiert. Der Ärger zwischen den beiden ist vorprogrammiert.
1995 - Black Sheep Boy - USA - 37 min - Michael Wallin experimentiert mit dem typischen
Format der Calvin-Klein-Werbung und porträtiert jungenhafte Männer
in Jeans und Unterhosen. Dazwischen geschnitten sind Tanzszenen der High Risk
Group aus San Francisco und darüber gelegt ist die Stimme Wallins mit einer
sachten Analyse der Phantasien, die die Kamera beschreibt. Black Sheep Boy ist
ein sehr persönlicher Film des 1948 geborenen Regisseurs (Decodings), in
dem er sich mit seinem Hang zu jungen Männern auseinandersetzt: Eine erotische
Studie über Phantasien und Begehren, über das Verlockende an jungen
Männern und ihrem Fetischcharakter; Feier und Dekonstruktion des "Boy"-Ideals
zugleich.
1996 - Bambola
- Drama - Italien / Großbritannien / Frankreich - 92 min - mit Valeria Marini, Stefano Dionisi, Jorge Perugorría,
Manuel Bandera, Antonio Iuorio, Anita Ekberg - Die hübsche Bambola plant, mit ihrem
schwulen Bruder Flavio aus einem heruntergekommenen Truck-Stop eine Pizzeria
zu machen. Das Geld dafür spendet der Banker Ugo. Der kommt bei einem Streit
ums Leben. Bambolas Freund Settimo muß ins Gefängnis. Dort wird er
vergewaltigt und ein Perverser verliebt sich in Bambola, die er dann auch mehrfach
vergewaltigt, während Flavio sich nach dem inhaftierten Settimo verzehrt.
1996 -
Alive and
kicking a.k.a. Indian Summer - 100 min - Der junge Tänzer Tonio (Jason Flemyng) ist aufstrebender Star der Tanzkompanie
um die an Alzheimer erkrankte Luna. Seine leidenschaftliche Hingabe an die Kunst
erlaubt es ihm, eigene Gefühle beiseite zu schieben. Doch er wird konfrontiert
mit der Diagnose, HIV-positiv zu sein, und der fortschreitende Verfall Lunas
führt zur Auflösung der Tanzgruppe, die als letztes Stück noch
einmal Lunas Erfolgs-Choreographie "Indian Summer" inszenieren wird.
Mit dem Tod Ramons, dem an AIDS erkrankten Vortänzer und Tonios bestem
Freund, erfährt die Truppe weitere Umwälzungen. Tonio übernimmt
den Part Ramons und trägt schwer an seiner wachsenden Verantwortung für
die Inszenierung. In einem Nachtclub lernt er den um einiges älteren Jack
kennen. Ihre Liebe bringt
starke emotionale Kämpfe hervor, denn Tonio stößt durch seine
Infektion an immer enger werdende Grenzen der Belastbarkeit und Jack, der AIDS-Kranke
betreut, muß nun auch privat die Grenzen seiner Hilfe erkennen. Die Premiere
von "Indian Summer" wird bereits stark durch Tonios Krankheit geprägt.
Indian Summer ist der zweite Film Nancy Mecklers, die bisher hauptsächlich
am Theater gearbeitet hat. Doch mit "Sister, My Sister" hat sie auf
Anhieb Furore gemacht und mehrere Preise gewonnen. Ihren neuen Film beschreibt
sie als "die zärtliche, lustige und leidenschaftliche Liebesgeschichte
eines Schwulen, der mit AIDS leben muß und der die Wichtigkeit der Liebe
für sein Leben und Überleben entdeckt".
1996
- Andrés Mutter - USA - André ist an Aids gestorben. Seine
Mutter, eine konservative Texanerin, hat Andrés Homosexualität nie
akzeptiert. Nun versucht sein Freund Cal (Richard Thomas) ihr klarzumachen,
daß sie in ihrer Trauer etwas gemeinsam haben.
1996 -
I Shot Andy Warhol - USA - 95 min - mit Lili Taylor, Jared Harris, Stephen Dorff, Martha Plimpton, Danny Morgenstern, Lothaire Bluteau, Michael Imperioli, Reg Rogers, Coco McPherson, Donovan Leitch, Tahnee Welch, Craig Chester - Schon in einer Studienarbeit aus dem Jahr
1957 bezieht die viel versprechende Psychologiestudentin Valerie Solanas (Lili
Taylor) konsequent feministische Positionen, mit denen sie ihrer Zeit weit voraus
ist. Mit provozierend nachlässiger Kleidung treibt sie sich im New York
der frühen 60'er des letzten Jahrhunderts auf den Straßen als Bettlerin
herum oder verdingt sich als Gelegenheitsprostituierte. Daß alle Männer
nur degenerierte Frauen und der
Fortpflanzung nicht wert sind, ist eine
fixe Idee, von der Valerie schon lange besessen ist. Ihre zwischen radikalem
Feminismus und obszönen Beschimpfungen changierenden Gedanken hat sie in
einem Manifest niedergeschrieben, das sie erfolglos auf der Straße zu
verkaufen versucht. Über den befreundeten Transvestiten Candy Darling (Stephen
Dorff) knüpft sie Kontakt zu dem berühmten Pop-Art-Künstler Andy
Warhol (Jared Harris), der von ihrem spröden Charme zunächst begeistert
ist und ihr einen Auftritt in einem seiner Filme ermöglicht. Für eine
Inszenierung ihres Theaterstücks kann sie den Avantgarde-Papst jedoch nicht begeistern, in dessen legendärer
"Factory" Valerie bald als verrückte Fanatikerin abgekanzelt
wird. Mehr Glück hat Valerie bei dem Verleger Maurice Girodias (Lothaire
Bluteau), der ihre kompromißlosen Gedanken schätzt und mit ihr einen
Vertrag über zwei Romane abschließt. Als Valerie jedoch das Kleingedruckte
liest und bemerken muß, daß sie alle Rechte an ihrem geistigen Eigentum
abgetreten und damit ihre Seele verkauft hat, wähnt sie sich als Ziel einer
Verschwörung, hinter der Maurice Girodias und Andy Warhol stecken. Mit
einer gestohlenen Pistole verübt sie auf den Künstler ein Attentat,
von dem dieser sich zeitlebens nicht mehr richtig
erholen sollte... - Mit "I Shot Andy Warhol" gibt
die frühere Musikkritikerin Mary Harron ihr beeindruckendes Regiedebüt.
Ihre visuell intensive Hommage an die Kunstszene der 60er Jahre zeichnet die
Warhol-Attentäterin Valerie Solanas nicht nur als Psychopathin, sondern
auch als avantgardistische Feministin inmitten einer dröhnenden Subkultur
zwischen Kunst und Kommerz, politischer Wirren und Drogenkult. Die Musik stammt
vom "Velvet Underground"-Musiker John Cale. Jared Harris überzeugt
als aseptisch-phlegmatischer Andy
Warhol ebenso wie Lili Taylor in der Rolle
der sendungsbewußten lesbischen Attentäterin.
1996
-
Beautiful Thing - Großbritannien - 85 min - Komödie - mit Glen Barry, Scott Neal, Linda Henry, Tameka
Empson, Ben Daniels - Ursprünglich ein Theaterstück,
das von der Regisseurin Hettie MacDonalds in emotionale Film-Bilder umgesetzt wurde und mit Humor und Optimismus die Nöte der
Pubertät und der sexuellen Ichfindung beschreibt und 1996 beim "London Lesbian And Gay Festival" als bester
Film ausgezeichnet wurde. - Sommer in der Stadt! In Thamesmead, einer
modernen Wohnsiedlung im Südosten von London, wohnen drei Jugendliche mit
ihren Familien Tür an Tür. Die Wände sind dünn, und man
sitzt sich enger auf der Pelle, als einem lieb ist. Der sensible Jamie (Glen
Barry) fühlt sich von seiner vitalen und energischen Mutter Sandra (Linda
Henry), die nur an ihr neues Pub denkt, gleichzeitig gegängelt und vernachläßigt.
In der Schule ist Jamie ein Außenseiter. Er ist eine Niete in Fußball
und Sport und hockt am liebsten zu Hause und hört Musik. Nichts haßt
Jamie mehr, als wenn ihn Sandras Hippie-Lover Tony (Ben Daniels) aus der Reserve
locken will. Am ehesten versteht er sich noch mit seiner durchgeknallten schwarzen
Nachbarin Leah (Tameka Empson), die der letzte große
Fan der Mama Cass von den "Mamas und Papas" (Der Song "Dream a Little Dream of Me" spielt
denn auch eine nicht kleine Rolle im Film.) ist. Mit ihrer unentwegten Singerei geht
Leah nicht nur ihrer besorgten Mutter, sondern auch der übrigen Nachbarschaft
auf die Nerven. Die daraus resultierenden Zwistigkeiten lassen den allgemeinen
Lärmpegel noch weiter anschwellen. Der Alltag von Jamie und Leah ist geradezu
ein Honiglecken, wenn man ihn mit dem von Ste (Scott Neal) vergleicht. Eingekeilt
zwischen seinem dealenden Bruder und seinem jähzornigen Vater besteht das
Leben des mutterlosen Ste aus Pflichten und Prügeln bis Sandra eingreift
und dem verzweifelten Nachbarjungen Asyl bietet. In den gemeinsamen Nächten
in Jamies Zimmer entdecken die zwei Sechzehnjährigen, daß ihre wachsende
Zuneigung weit mehr als Freundschaft ist.
1996 - Boyfriends - USA - 85 min - Drei schwule Freunde auf der Schwelle zum
30. verbringen Ostern in einem Häuschen auf dem Lande - mit ihren Partnern.
Paul und Ben sind seit 5 Jahren zusammen. Es kommt ihnen allmählich sehr
viel länger vor. Matt und Owen sehen sich seit drei Monaten, Matt hört
schon die Hochzeitsglocken. Er wird noch einiges andere zu hören bekommen,
bevor das Wochenende vorüber ist. Will hat Adam in der letzten Nacht mit
nach Hause genommen. Es scheint, daß sie etwas in der Vergangenheit verbindet.
Ob sie auch in Zukunft etwas verbinden wird, steht auf einem anderen Blatt.
Paul und Ben beginnen das Wochenende mit der Trennung. Owen hat ein Abenteuer
im Wald mit einem unbekannten James. Nur daß James das Häuschen gehört,
in dem sie wohnen. Turbulenzen sind unausweichlich... Die erste erwachsene Komödie
um Freundschaft, Liebe und Seitensprung zwischen Männern. Erkundet die
Tiefen und Niederungen schwuler Verhältnisse in den Neunzigern, ohne ein
Blatt vor den Mund zu nehmen. Das schwule Gegenstück zu "Vier Hochzeiten"
ohne Todesfall!
1997 - Broadway Damage - USA - 110 min - mit Mara Hobel, Michael Shawn Lucas, Hugh Panaro - Marc und Robert sind auf der Suche nach
einem Job, einer neuen Bleibe und vor allem einem heißen Lover. Beides
scheint in greifbarer Nähe, als Marc eine Wohnung findet und in dem äußerst
attraktiven Nachbarn David auch gleich das Objekt seiner Begierde. Doch der
lebt leider schon in einer festen Beziehung und vor lauter Verliebtheit erkennt
Marc nicht, daß Robert sich längst heimlich in ihn verliebt hat.
Das Chaos der Gefühle ist vorprogrammiert und eine putzmuntere Komödie
über die Suche nach der großen Liebe beginnt.
1997
-
All Stars - Niederlande - 115 min - mit Antonie Kamerling ("Suite 16"), Danny de Munk, Thomas Acda - In diesem Film ist die Hauptfigur einer
Fußballmannschaft schwul - und jetzt, nach 500 Spielen, sollen es alle
im Team wissen. Regisseur Jean van de Velde läßt keine Minute ungenutzt,
das Publikum mit deliziösem Augenzwinkern über das Kind im Mann zum
Lachen zu bringen.
1997 - Amor de Hombre - Spanien - 90 min - mit Loles León, Andrea Occhipinti, Pedro
Mari Sánchez -
Eine muntere, liebenswerte Komödie
um Liebe mit und ohne Sex in einer klassischen schwuler Mann/heterosexuelle
Frau-Beziehung.
1997 - Mitternacht im Garten von Gut und Böse (Midnight in the garden of good and
evil) - Kriminalfilm - USA - 149 min -
Regie: Clint Eastwood - mit Kevin Spacey,
John Cusack, Jack Thompson, Lady Chablis, Alison Eastwood, Irma P. Hall, Paul
Hipp, Jude Law, Dorothy Loudon, Anne Haney, Kim Hunter, Geoffrey Lewis -
Savannah, Georgia ist Schauplatz dieses
Südstaaten-Thrillers. Der New-Yorker Journalist John Kelso (John Cusack) gerät durch Zufall mitten in einen
Mordprozeß. Eigentlich sollte er nur über die opulente Weihnachtsparty
des stinkreichen Antiquitätenhändlers Jim Williams (Kevin Spacey) berichten; doch eben dieser erschießt
auf dieser Party seinen Lover Billy Hanson (Jude Law). Im Prozeß plädiert der Verteidiger
auf Notwehr, und der Reporter lernt die feine Gesellschaft von Savannah von
vielen Seiten kennen. Darunter auch den Transvestiten Chablis, der ihm unbedingt seine Zuckerstange zeigen
will und eine Voodoo-Priesterin zum Piepen. Und alles nimmt seinen Gang.
1998
-
Billy's Hollywood Screen Kiss - USA - 92 min - mit Sean P. Hayes, Brad Rowe, Richard Ganoung
- Es dreht sich alles um Billy, einen durch und
durch vom Showbiz faszinierten und besessenen Photographen, der sich darauf
spezialisiert hat, berühmte Liebesszenen aus Hollywood-Klassikern mit männlichen
Paaren nachzustellen, damit schnell zum Shooting-Star der Hip-Szene Los Angeles'
aufsteigt und ganz nebenbei auch noch seinen Traum-Lover abbekommt. Ein schwuler,
romantischer und total abgedrehter Filmspaß, von dem die Los Angeles Times
schrieb: "Die erste wirklich durch und durch schwule Kino-Liebesromanze,
die das Zeug hat, auch beim breiten Publikum Begeisterungsstürme und Applaus
auszulösen."
1999
- AIDS - Die Spur führt in den Dschungel - Dokumentation von Felix Heidinger -
Deutschland - Im Februar 1999 löste die deutsche
Forscherin Beatrice Hahn ein Rätsel, das die Wissenschaftsgemeinde 20 Jahre
lang in Atem hielt. Aids, die Seuche der Neuzeit, mit der heute mehr als 30
Millionen Menschen infiziert sind, wurde von Schimpansen auf den Menschen übertragen.
In unseren nächsten Verwandten lebt das HIV-Virus wohl schon seit Tausenden
von Jahren, und das Immunsystem der Schimpansen hat gelernt, mit dem Virus zu
leben: Schimpansen sind immun gegen die tödliche Seuche. Was schenkt den
Schimpansen die Immunität gegen Aids? Da sie genetisch zu 98% mit uns Menschen
übereinstimmen, hoffen Wissenschaftler, im Blut der Tiere den Schlüssel
für erfolgreiche medizinische Behandlung beim Menschen zu finden. Und da
befinden sich die Forscher in einem neuen Wettlauf, denn die Unterart der Schimpansen,
die das HIV-Virus trägt, steht vor ihrer Ausrottung. Der Grund: Menschen
essen sie auf. In Kamerun, in Gabun oder im Kongo sind Schimpansen, Gorillas
und andere Affen ebenso wie Gürteltier oder Waran einfach Buschfleisch,
die Eiweißquelle der Menschen dort. Und Buschfleisch wurde noch nie in
solchen Mengen gegessen wie heute, denn wie ein Adernetz durchziehen die neuen
Straßen der Holzfirmen den tropischen Regenwald. Sie machen Jägern
den Lebensraum der HIV-resistenten Primaten bis in den entlegensten Winkel zugänglich,
und die LKWs der Holzfirmen sorgen für den Transport in die Großstädte.
Was im Moment in Kamerun und seinen Nachbarländern geschieht, ist ein wohlorganisiertes
Artensterben, und wer der Spur in den Busch folgt, kann jeden Schritt davon
nachvollziehen: Vom Jäger über den bezahlten LKW-Fahrer, den bestochenen
Wildhüter bis zu den Buschfleischmärkten in den Großstädten
greift ein Zahnrad in das nächste. Die Babies der Schimpansen und Gorillas
folgen dem Fleisch ihrer Eltern auf dem gleichen Pfad in die Städte, wo
sie als Kuscheltiere gekauft werden, und neuerdings auch von Wissenschaftlern:
Im Kampf gegen Aids kaufen Forscher Schimpansen- und Gorillawaisen, um mit deren
Blut die Menschheit von einer der größten Geiseln des letzten und
diesen Jahrhunderts zu befreien.
2005 -
Brokeback Mountain - Wenn ein Cowboy einen Cowboy liebt und
der eine kneift vor dem anderen und der Moral der Gesellschaft, heiratet und
wird zum typischen angeblich bisexuellen Mann mit erheblichem Gewaltpotential
wegen unterdrückter unbefriedigter Gefühle. - Oscarprämierter
(nach Philadelphia erstmals wieder in Hollywood beachteter) Film mit schwulem
Thema und der Auseinandersetzung des schwulen Männer-Klischees: Cowboy
und Herr der Wildnis und Chaps (arschfreie Hosen) und immer nur Männer
unter sich. Sehr bedauerlich, daß die beiden Hauptakteure sich mittlerweile
so strikt von Schwulen distanzieren. Das hat seit Jahrzehnten niemand mehr gewagt:
Erst vor Hollywoods Kameras und Klatschkolumnisten knutschenderweise mit sichtbarem
(hartem) Vergnügen in die andere Hose greifen und dann so tun, als hätte
man nur eine Rolle gespielt. Die Geschichte lehrt: Die Rolle holt jeden Akteur
im wahren Leben ein!
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